Nachtigall & Lerche - Akademie für Gesang
„Ich möchte gerne singen, kann es aber nicht.“ Diesen Satz hört Nicola Müllers am häufigsten, wenn sich Menschen in ihren Räumen zum ersten Mal einfinden. Wir sind oft traumatisiert, oder zumindest hat man uns eingeredet, dass wir nicht singen könnten. Als wir noch klein waren haben wir immerzu gesungen, und alle fanden es gut. „Mütter rufen mich oft an und erzählen mir, dass ihr Kind so begabt sei, und sicherlich eine Förderung brauche, da es ein Talent zum Singen besäße. Dabei haben wir das alle. Bevor Singen mit Scham behaftet wurde, konnten wir Singen. Und dann haben wir aufgehört. Heute merken einige, dass es fehlt im Leben.“
Und dann können sie bei Nachtigall und Lerche das wieder finden, was ihnen genommen wurde. Singen kann so viel. Singen ist Freude und starke Emotionen. Durch die aufrechte Körperhaltung und die Kraft, die beim Singen entsteht, wird das Selbstbewusstsein gestärkt. Da muss etwas raus, man findet zu sich, und erfährt sich selbst als Instrument. Und vor allem ist Singen Kommunikation.
Aber um sich erst einmal zu trauen, muss man sich wohl fühlen. In dem Raum und mit den Menschen. Die Akademie für Gesang hat so gar nichts von einer Lehranstalt. Vielmehr befindet man sich in einem äußerst interessanten Gebäude, dessen Architektur an ein Zickzack erinnert, wo auf jeder Zacke eine Etage ist. Und vorne ganz viel Glas und Pflanzen. Und drinnen ist vorwiegend helles Holz - eine Mischung aus professionellem Raum und Gemütlichkeit. In der ersten Etage, mit einem großen Fenster zur Straße, befindet sich der Raum für den Einzelunterricht. Ein Klavier, ein Sofa, ein Schreibtisch und ein Hängesessel und eine schöne Atmosphäre. Ein zweiter Raum liegt auf Höhe, man könnte es „Tiefparterre“ nennen, ist der Raum für Gruppen-Gesangsunterricht und Konzerte. Ein heller Raum trotz der Lage. Ein Klavier, ein Teppich, weiße, dünne Vorhänge vor den Wänden und Platz für 50 Stühle.
Aufgepasst also, wer nicht singen lernen möchte, kann hier auch gerne herkommen um einem Konzert zu lauschen. Teilweise sind es Konzerte von Singschülern, teilweise aber auch von Profis. Freunde und Kollegen von Nicola treten auf. Oder sie selber, die weiterhin auch außerhalb der Akademie ihrem Beruf als Sängerin nachgeht. So kann sie immer wieder Wissen nachtanken, um das dann ihren Schülern weiter zu geben. Bei den Konzerten singen die Dozenten meistens mit. Als motivierende „Singspritze“. Für die Konzerte gilt übrigens immer "Eintritt frei". Spenden gerne in den Hut.
Tradition in der Nachtigall und Lerche ist das Konzert Anfang Dezember. Da wird Schuberts Winterreise gesungen. Tradition bedeutet Dauer. Die Akademie für Gesang feiert im November ihr fünfjähriges Bestehen. Den Termin (26. November 2011) sollte man sich schon mal vormerken. Da gibt es Vorführungen, Sing-Schnupperstunden, gutes Essen und Trinken. Denn das gehört bei Nicola Müllers zusammen. Auch bei den kleineren Konzerten gehört das Feiern mit gutem Essen und feinen Getränken zusammen. Und das Lachen gehört wohl auch dazu, wird man verstehen, wenn man sich einen Moment mit der fröhlichen Sängerin unterhalten hat. Und wenn sie lacht, dann bekommt man eine Ahnung davon, wie sie singt.
Die Idee für die Gesangsschule kam ihr übrigens ganz plötzlich. An einem Nachmittag im Café, bei Gedanken über die Zukunft, hat es sie plötzlich erwischt und sie sah alles genau vor sich. Nach drei Kaffee stand das gesamte Konzept und sie bekam eine Gänsehaut, weil alles so stimmig und selbstverständlich war. Sie fand dann ziemlich bald den geeigneten Ort, der in jeder Hinsicht perfekt war. Vom ideal gestalteten Gebäude, über entspannte, belastbare Nachbarn, bis hin zu den im Haus wohnenden Vermietern, die selber Musiker sind und sich freuen, welche neue Atmosphäre die Gesangsakademie in ihr Heim gebracht hat.
Warum „Akademie“? Das Wort soll ausdrücken, dass hier nicht nur unterrichtet wird, sondern es soll auch ein Ort sein, wo Menschen auf allen Ebenen zusammenkommen. Jeder der Fragen, Anregungen, Aufregungen zu Gesang hat, darf sich hier melden. Ein Marktplatz für Gesang sozusagen. Wer zum Beispiel eine Hochzeit plant und einen guten Sänger sucht, kann hier mal nachfragen.
Nicola Müllers bietet verschiedene Events, Kurse und Workshops an. Einzel-Unterricht, große und kleine Gruppen (zum Beispiel zwei oder drei FreundInnen belegen zusammen einen Kurs), Vorsingtraining, Entspannungstechniken, Opernworkshop, Improvisation, Obertonsingen, Weltmusik usw.
Die Schüler, die übrigens aus allen Altersklassen kommen, belegen nicht nur einen Kurs, sondern einmal begonnen, bleibt Gesang ein fester Bestandteil in ihrem Leben. Müde und angespannt vom Job kommen, und den Ort summend und heiter verlassen, gibt man nicht gerne auf. Zudem zählt die Freude über das Vorankommen mit sich, seiner Persönlichkeit, seinem Ausdruck und natürlich seinen sängerischen Fähigkeiten. Und das ist auch wirklich den Eindruck, den man hier bekommt: Das ist kein anonymer Raum, sondern etwas Gewachsenes. Man spürt, dass die „Nachtigallen und Lerchen“ hier nicht nur zur Schule gehen, sondern ein Stück zuhause sind. Ohne dabei geschlossen zu sein.
Und warum der Name? Nachtigall und Lerche sind zwei gegensätzliche Vögel. Einer singt nachts, der andere tagsüber. Diese Gegensätzlichkeit findet auch im Inneren statt. Hier singen Profis und Nicht-Profis, Klassik und Jazz. Übrigens liegt der Schwerpunkt eindeutig bei Klassischen Gesang. Alles, was man wissen muss über die Kurse, die Events, über Nicola Müllers und die Akademie findet man auf der Homepage www.nachtigall-und-lerche.de
Sonja Alexa Schmitz
-
MANN will in den Frauenturm!vor 3 Tage 21 Stunden
-
Auch eine Möglichkeit, seinenvor 1 Woche 4 Tage
-
Schade...vor 1 Woche 5 Tage
-
Hallo, es gibt einfach immervor 1 Woche 6 Tage
-
Kommentar zu "Nicht in Stein gemeißelt..."vor 2 Wochen 18 Stunden
Katze gefunden? Handschuh verloren? Schrank zu verkaufen? Fahrrad gesucht? Hier könnt ihr anbieten, finden, stöbern, tauschen: Die Pinnwand auf "Meine Südstadt".


































































































