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Kultur

Cinepänz und I-Ching – Das Kinoprogramm vom 17.-23. November 2011

Dienstag, 15. November 2011 | Text: Gastbeitrag | Bild: Cinepänz

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Das 22. Kölner Kinderfilmfest CINEPÄNZ wird in der Zeit vom 19. – 27. November 2011 stattfinden. Auf dem Programm stehen neun Premierenfilme, darüber hinaus gibt es ein breites Repertoireprogramm, zahlreiche Mitmachaktionen und Workshops ergänzen das Angebot. Am 19. November eröffnet Filmfest sowie die zugehörige Jugendfilmreihe SEE YOUth mit einer großen Veranstaltung im Odeon-Kino das diesjährige Filmprogramm. Alle weiteren Informationen findet Ihr unter www.cinepaenz.de.

Das „I Ging“ (Buch der Wandlungen) wurde vor mehr als 5000 Jahren von chinesischen Weisen ins Leben gerufen. Auf ihm basiert das Meisterorakel. Da die damaligen Weisen bereits erkannt hatten, dass sich alles Kleine auch im Großen widerspiegelt und umgekehrt. Im ODEON läuft diese Woche der Dokumentarfilm Wandlungen – Richard Wilhelm und das I-GING an. Am 16.11.2011 um 20:00 Uhr werden die Regisseurin Bettina Wilhelm und I-Ging Experte Dr. Henrik Jäger zu Gast sein und ihren Film vorstellen. Was ansonsten noch im Südstadtkino gezeigt wird, lest Ihr hier.

 

Wandlungen – Richard Wilhelm und das I-GING
1. Woche – ab 12 Jahren
    •    täglich um 19:00 Uhr
Richard Wilhelm (1873-1930) gilt als der Marco Polo der geistigen Welt Chinas. Wandlungen ist ein Dokumentarfilm über das Leben und die Lebensleistung des bedeutendsten Vermittlers klassischer chinesischer Kultur nach Europa. ??Als junger Missionar kam Richard Wilhelm 1899 nach China, das damals von den Kolonialmächten ausgebeutet wurde. Er erlebte dort Revolten gegen Ausländer, das Ende der Kaiser-Dynastien und den ersten Weltkrieg. In diesen Zeiten turbulenter Umbrüche war er unermüdlich auf der Suche nach der tiefsten Wahrheit, die den Menschen hilft, mit dem Wandel umzugehen und befähigt, das eigene Leben zu gestalten. Richard Wilhelm taufte keinen einzigen Chinesen, sondern vollbrachte eine der größten Übersetzungs-Leistungen des 20. Jahrhunderts: KONFUZIUS, LAOTSE die wichtigsten Texte des Daoismus und vor allem das I GING, DAS BUCH DER WANDLUNGEN. Das Buch diente auch vielen Lesern im Westen als Inspiration. Wilhelm ist bis heute einer der bedeutendsten Vermittler chinesischer Kultur in Europa.

Cheyenne – This Must Be the Place
2. Woche – ab 12 Jahren
    •    täglich um 18:00 Uhr, außer Mo.
    •    täglich um 20:30 Uhr, außer Mo.
    •    Montag um 21:45 Uhr
    •    Montag um 17:30 Uhr
In dem vielschichtig, sperrigen Road-Movie „This must be the place“ liefert der zweifache Oscarpreisträger Sean Penn ein schauspielerisches Bravourstück. Als alternder, depressiver Rockstar auf Nazi-Jagd verkörpert der 50jährige Rebell des amerikanischen Kinos die Verlorenheit des melancholischen Drifters samt Selbstfindungstrip perfekt. Das Trauma des Holocaust kollidiert mit dem gebrochenen Mythos Amerikas. Stilistisch weckt Regisseur Paolo Sorrentinos („Il divo“) komplexes Drama bruchstückhaft Erinnerungen an Wim Wenders magisches Meisterwerk „Paris Texas“. Ein grandioses Meisterwerk! Der originellste Film des Jahres! Tipp des Monats! Endlich traut sich mal wieder einer was!?Vorsicht Filmkunst! Die Presse ist gespalten! Wie Big Lebowski auf Valium! Man kann diesen Film voller Käuze nur hassen oder lieben!?Frances McDormand (das ist die Polizistin aus Fargo) als Feuerwehrfrau! Die Szene wo sie von der Leiter Sean Penn zu winkt … Was für ein Film!

Cinepänz 22. Kölner Kinderfilmfestival
1. Woche
Das 22. Kölner Kinderfilmfest CINEPÄNZ wird in der Zeit vom 19. – 27. November 2011 stattfinden. Auf dem Programm stehen neun Premierenfilme, darüber hinaus gibt es ein breites Repertoireprogramm. Zahlreiche Mitmachaktionen und Workshops ergänzen das Angebot. Im Odeon findet am 19.11.11 um 15:00 Uhr   Eröffnung statt. Darüber hinaus werden die folgenden Beiträge gezeigt: „Die Zauberer“ (?So. 20.11., 13:30 Uhr + Mo. 21.11., 10:00 Uhr), „Auf leisen Sohlen“ (?So. 20.11., 16:00 Uhr + Di. 22.11., 10:00 Uhr), „Der geheime Brief“ (?Mi. 23.11., 10:00 Uhr, „Respekt bitte!“ ?(Mi. 23.11., 10:30 Uhr), „Unlimited Spezial für Kinder“ (?Mi. 23.11., 16:00 Uhr), „Skelling“ (?Do. 24.11., 10:00 Uhr), „Der magische Baum?“ (Fr. 25.11., 10:00 Uhr), „Seppi & Hias“ (?Sa. 26.11., 15:00 Uhr), „Unlimited Special“ (?So. 27.11., 12:00 Uhr).

Die Haut in der ich wohne
4. Woche – ab 12 Jahren
    •    Donnerstag bis Dienstag um 21:00 Uhr
Es gibt nicht viele Regisseure, denen man so blind vertrauen kann. Die gleichsam eine lebenslange Garantie für Qualität auf der Leinwand bieten und zudem bei jedem neuen Werk einen Trumpf im Ärmel haben. In seinem 18ten Film wagt Spaniens Erfolgsregisseur Pedro Almodóvar einen Ausflug ins Horror-Genre. Erstmals seit „Fessle mich“ von 1990 hat der Mann aus La Mancha seine Entdeckung Antonio Banderas wieder mit an Bord. Der gibt den schönen Schönheitschirurgen Roberto, dessen Frau bei einem Autounfall schwer verletzt wurde. Mit diesem Schicksal will sich der Arzt nicht abfinden, fortan spielt er Gott und Rächer. Ein trauriger Frankenstein schafft ein hübsches Monster – mehr darf kaum verraten werden, um den Genuss an den grandios wahnwitzigen Wendungen dieser famos inszenierten Geschichte nicht zu schmälern. Mehr Staunen über eine Story ist kaum möglich.

Gerhard Richter Painting
12. Woche – ab 12 Jahren
    •    Sonntag um 15:00 Uhr
Lange Jahre lehnte Gerhard Richter, einer der berühmtesten Künstler der Gegenwart, die zahlreichen Anfragen für Filmprojekte ab. Der Dokumentarfilmerin Corinna Belz gelang es, ihn vor die Kamera zu bekommen und Richter bei der Arbeit zu beobachten. Nicht nur in diesen Momenten ist „Gerhard Richter Painting“ ein faszinierender Film.

Le Havre
6. Woche – ab 12 Jahren
    •    Donnerstag bis Freitag, Dienstag um 16:00 Uhr
    •    Montag um 15:45 Uhr
    •    Mittwoch um 21:00 Uhr
Marcel Marx, früher Autor und wohlbekannter Bohemian, hat sich vor längerer Zeit in sein frei gewähltes Exil, die Hafenstadt Le Havre, zurükgezogen. Hier geht er inzwischen der ehrenwerten, aber nicht sonderlich einträglichen Tätigkeit eines Schuhputzers nach. Der Traum vom literarischen Durchbruch ist längst begraben und trotzdem führt er ein zufriedenes Leben mit seiner Frau Arletty (Kati Outinen). Doch plötzlich erkrankt Arletty schwer, gleichzeitig kreuzt das Schicksal seinen Weg in Gestalt des minderjährigen Flüchtlings Idrissa (Blondin Miguel) aus Afrika.
Und so ist Marcel gezwungen sich erneut gegen die menschliche Gleichgültigkeit zu erheben. Seine einzigen Waffen sind sein unerschütterlicher Optimismus und die ungebrochene Solidarität der Mitbewohner seines Quartiers. Mit ihrer Hilfe tritt er gegen den blindwütigen Machtapparat des Staates an, der die Schlinge um den Flüchtlingsjungen immer enger zieht. Es wird Zeit für Marcel, seine Schuhe zu polieren und die Zähne zu zeigen…
In Le Havre, den er nach längerer Abstinenz zum ersten Mal wieder außerhalb von Finnland drehte, wirkt Aki Kaurismäki erneut so kämpferisch wie in Der Mann ohne Vergangenheit, gleichzeitig aber auch so poetisch wie in seinem ebenfalls in Frankreich realisierten Film Das Leben der Bohème.

Mehr dazu im Artikel von Jörg-Christian Schillmöller „Tanzen im Kinosaal“.

Melancholia
7. Woche – ab 12 Jahren
    •    Donnerstag bis Samstag, Montag bis Dienstag um 16:15 Uhr
Eine Traumhochzeit soll Justines Leben wieder auf die richtige Spur bringen. Was das heißt?  Ihre Familie erwartet das Justine ein normales und nach außen glückliches Leben führt und ihr Chef erwartet geniale Einfälle für seine Werbeagentur. Nur leider Ist manchmal etwas stärker als Justine… von Triers persönlichster und menschlichster Film. In seiner gewaltigen Bildsymphonie „Melancholia“ versucht der dänische Provokateur Lars von Trier seine eigene Depression zu verarbeiten. Zwei ungleiche Schwestern lässt der ehemalige Dogma-Regisseur seine wuchtige Vision einer Apokalypse erleben und schwelgt dabei in deutscher Romantik und bombastischen Wagner-Klängen. Trier-Muse Charlotte Gainsbourg aus „Antichrist“ und die blonde deutschstämmige Hollywoodschauspielerin Kirsten Dunst, die für ihre schauspielerische Leistung in Cannes die „Goldene Palme“ erhielt, veredeln das intime Drama.?

Over your cities gras will grow
4. Woche – ab 6 Jahren
    •    Sonntag um 11:30 Uhr
Weniger klassische Dokumentation als behutsame Annäherung an das Werk Anselm Kiefers ist dieser brillante Film von Sophie Fiennes. Kaum Worte werden gebraucht, allein die Bilder sprechen über Werk und Arbeitsmethode Kiefers und ermöglichen dem aufmerksamen Betrachter in ein faszinierendes Oeuvre einzutauchen. Anfang der 90er Jahre verließ Anselm Kiefer Deutschland und zog in den Süden Frankreichs. In der Nähe des kleinen Städtchens Barjac bezog er die ehemalige Seidenfabrik La Ribaute, die er in den folgenden Jahren zu einem gigantischen Gesamtkunstwerk umbaute. Türme, Brücken, Tunnel, ein Amphitheater entstanden, Glas, Blei, Asche, Beton verarbeitete der Künstler in immer neuen Variationen. Bevor Kiefer 2008 dieses Areal verließ und in Paris eine neue Phase seines Schaffens begann, ermöglichte er der britischen Dokumentarfilmregisseurin Sophie Fiennes auf dem Gelände zu drehen. Das Ergebnis ist dieser eindrucksvolle Film, der die oft problematischen Konventionen der Künstlerbiographie ignoriert und einen ganz eigenen Weg findet, sich dem Werk und Denken Kiefers zu nähern.

Text: Gastbeitrag

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