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Kultur

Das Kinoprogramm im ODEON vom 30.6. bis 6.7.2011

Donnerstag, 30. Juni 2011 | Text: Gastbeitrag | Bild: Filmlichter

Geschätzte Lesezeit: 10 Minuten

Am 30. Juni 2011 beginnen die Kölner Kino Nächte und enden am 3. Juli – das Festival Ticket ist für lediglich 12 Euro in allen veranstaltenden Kinos erhältlich. Im Südstadtkino werden die folgenden Filme gezeigt: „Rockabilly Ruhrpott“ (30.6., 19:00 Uhr), „Kamakia – Die Helden der Insel“ (1.7., 22:45 Uhr), der Stummfilm von Rolf Randolf aus dem Jahre 1927 „Der Bettler vom Kölner Dom“  (2.7., 18:00 Uhr), sowie die isländische Kultserie „Nonni & Manni – Die Jungen von der Feuer Insel“ (3.7.von 11:00 bis 18:00 Uhr). Nähere Informationen zu den Filmen findet Ihr unter www.odeon-koeln.de. Notieren solltet Ihr Euch übrigens den 10. Juli 2011, denn dann dreht sich im Rahmen der Kölschen Matinee alles um Willi Ostermann. Als besonderes „Schmankerl“ spielt „De Familich“ ein Konzert mit Liedern des berühmten Kölners. In den kommenden sieben Tagen werden darüber hinaus die folgenden Filme im ODEON gezeigt.

 

Naokos Lächeln
 1. Woche – ab 12 Jahren
    •    Donnerstag bis Mittwoch um 20:15 Uhr
    •    Donnerstag bis Freitag, Sonntag bis Mittwoch um 16:00 Uhr
    •    Samstag um 15:30 Uhr
Mit „Naokos Lächeln“ feiert der vietnamesische Regisseur Tran Anh Hung ein verdientes Comeback. Seine elegische Leinwandadaptation des Bestsellers von Kult-Romancier Haruki Murakami erfasst sensibel die Essenz dieser bittersüß-melancholischen Geschichte über erste Liebe, Sexualität, schmerzlichen Verlust und Erwachsenwerden. Einzigartig beherrscht der Macher von „Der Duft der grünen Papaya“ und „Cyclo“ die Kunst, in erlesenen poetisch-sinnlichen Bildern einen ungewöhnlich intensiven Gefühlskosmos zu schaffen.

 


Vier Leben
1. Woche – ab 6 Jahren
    •    Donnerstag bis Freitag, Sonntag bis Dienstag um 18:30 Uhr
    •    Samstag um 19:00 Uhr
Tipp des Monats! Ein alter Hirte führt seine Herde auf die Bergwiesen im kalabrischen Hinterland. Den ganzen Tag verbringt er mit den Ziegen und seinem Hund, abends schafft er erschöpft kaum noch den Weg nach Hause. Das einzige Wort, das er zu einem Menschen sagt, ist „Grazie“, als ihm die Hauswirtschafterin der Kirche eine Portion Staub von ihrer Kehrschaufel mitgibt. Der Hirte glaubt an die heilende Kraft des Kirchenstaubes und trinkt jeden Abend ein wenig davon, mit Wasser verrührt. Als der Hirte eines Tages stirbt, stehen nur die Ziegen an seinem Bett. Dann wird ein Zicklein geboren, eine Tanne wird gefällt, ein Fest gefeiert, Holzkohle hergestellt. Fast ohne Worte spürt der Film von Michelangelo Frammartino dem Kreislauf des Lebens in diesem Landstrich nach, in dem dörfliche Kultur und umgebende Natur untrennbar miteinander verflochten sind.

In stillen Aufnahmen betrachtet Frammartino die an einen Hang gepresste Häusergruppe, blickt von oben auf eine enge Gasse, sucht das Panorama der grünen Bergketten. Auf der meistens menschenleeren Dorfstraße am Rande des Ziegengeheges gibt es hin und wieder kleine Dramen: Der Hirte wirft einen Stein aus dem Fenster, Männer legen ihn als Bremsklotz hinter das Rad ihres Autos, der Hirtenhund stößt ihn weg, das Auto rollt ins Gehege, die Ziegen laufen raus. Was wie eine Dokumentation unter Einbeziehung der Dorfbewohner aussieht, ist eine sorgfältige Komposition, die Überlegungen zur Seelenwanderung anstellt. Frammartino widmet die vier Episoden seines Films verschiedenen materiellen Körpern, die er vom gleichen Geist bewohnt sieht: dem Menschen in Gestalt des Hirten, dem Tier in Gestalt des jungen Zickleins, der Pflanze in Gestalt einer mächtigen Tanne und dem Mineralischen in Gestalt der knisternden Holzkohle, die nach alter handwerklicher Tradition hergestellt wird.

 


Kölner Kino Nächte – 30.06. – 03.07.2011 – Festivalticket: 12,- €

www.koelner-kino-naechte.de
Rockabilly Ruhrpott
1. Woche – ab 12 Jahren
    •    Donnerstag um 19:00 Uhr Premiere mit vielen Gästen
    •    Samstag um 22:45 Uhr
Jenseits von Popkultur und Mainstream hält sich im größten Ballungsgebiet Deutschlands seit Jahrzehnten beständig die Rock’n’Roll-Szene. Vereint durch die Liebe zur Musik, den Look der 50er Jahre und dem verinnerlichten Rebellentum leben und feiern die Rockabillies jenseits von gängigen Normen. ROCKABILLY RUHRPOTT ist der erste Dokumentarfilm, über die Rockabilly-Szene im Ruhrgebiet. Durch den offenen Blick, der beiden Kölnerinnen Christin Feldmann und Claudia Bach, erhält der Zuschauer einen einzigartigen Einblick in eine Subkultur, die sich nach außen hin eher verschlossen gibt. Der Film geht dem Lebensgefühl Rock’n’Roll ebenso auf den Grund, wie dem Dresscode, den Helden und der Liebe zum Ruhrgebiet. Interviews, Konzertauschnitte und Aufnahmen von Land und Leuten vermischen sich zu einem Mosaik, dass informiert, unterhält und verdammt viel Spaß macht – Rock’n’Roll…
Vorfilm: GRAY HAWK
Deutschland 2007 • 18 Min. • Regie: Linus de Paoli
Hawk und sein Sohn Billy, zwei Vorzeige-Rockabillys, sind ein starkes Team. Ihre Herzen schlagen im Takt des Rock’n Roll. Bis Hawk eines Tages entdeckt, dass Billy in der Welt da draußen ein Leben führt, von dem er nichts wissen darf.
Präsentiert von: Filmlichter Filmverleih & Odeon
Einzelticket: 6,- € – Reservierung: 0221-313.110
 


Kamakia – Die Helden Der Insel
1. Woche – ab 12 Jahren
    •    Freitag um 22:45 Uhr
Köln-Premiere mit Aftershow?

Kamakia – Die Helden Der Insel?Deutschland 2010 • 37 Min. • Regie: Jasin Challah

?zu Gast: Kosta Rapadopoulos und die „Drunken Rembetis“?

Dieser Film sorgte bereits auf der diesjährigen Berlinale für Furore und wurde von der Presse als einer der witzigsten Filmbeiträge der Sektion „Perspektive deutsches Kino, vielleicht sogar einer der amüsantesten der Berlinale“ bezeichnet. Im Rahmen der Kölner Kino Nächte gibt es nun die seltene Gelegenheit, die Dokumentation in Anwesenheit des Hauptakteurs mit Aftershow zu sehen: Der Regisseur Jasin Challah schickt den außergewöhnlichen Dokumentaristen Kosta Rapadopoulos nach Griechenland, um die Geheimnisse des griechischen Liebhabers in den 70er Jahren zu ergründen. „Griechische Männer sind sehr angenehme Gesprächspartner, wenn sie in die Jahre kommen…. „ Fasziniert von den Ausführungen seiner Informanten begleiten wir Kosta auf der Spuren der sagenumwobenen Kamakia, den Helden der Inseln, die sich hingaben, um den speziellen Bedürfnissen der xénoi (der fremden Frau) gerecht zu werden. ??Nach der Filmvorführung wird Kosta Rapadopoulos als Entertainer die witzigsten Outtakes präsentieren. Dabei wird er von seiner griechischen Musikcombo, den legendären „Drunken Rembetis“ begleitet.
Präsentiert von: Europäisches Kurzfilmfestival Köln UNLIMITED #5  & Odeon Einzelticket: 6,- € – Reservierung: 0221-313.110

 


Der Bettler vom Kölner Dom
1. Woche
    •    Samstag um 18:00 Uhr
Der Bettler vom Kölner Dom, Stummfilm mit Musik?

Mit: Hanni Weisse, Elza Temary, Henry Stuart?

zu Gast der Komponist des Films Pierre Oser??

Während des Kölner Karnevals treibt ein dämonischer Bettler sein Unwesen rund um den Kölner Dom, ein vermeintlicher Weltenbummler aus Indien verliert seinen Juwelenschatz und ein Brüsseler Ermittler der Internationalen Polizei trifft in Köln auf ein eigentümliches Detektivpaar namens Napoleon Bonaparte Schmitz und Carolus Caesar Müller. Rolf Randolfs heute nahezu vergessenes Werk fasziniert sein Publikum mit maskierten Schurken, Spionen und einer rasanten Verfolgungsjagd zu Wasser und zu Lande. Niemand ist der, der er zu sein scheint und keinem darf man ungestraft trauen. DER BETTLER VOM KÖLNER DOM, 1927 in Köln gedreht, ist ein frühes Beispiel für deutsches Krimi- und Actionkino. Mit Originalaufnahmen vom Kölner Karneval der Session 1926/27 und Aufnahmen der unzerstörten Stadt der Vorkriegszeit zeigt er zudem ein Bild der Stadt, das längst verloren ist. Wie so viele Schätze des frühen deutschen Kinos, lagerte auch die letzte erhaltene Kopie im Archiv der Stiftung Deutsche Kinemathek, bis sie im letzten Jahr in KOOP mit ARTE/ZDF digital restauriert wurde. Weil die Originalmusik von Hans May als verschollen gilt, hat der Münchner Komponist Pierre Oser eine neue Partitur ausgearbeitet, die das WDR-Rundfunkorchester einspielte. ?anschließend: Gespräch mit dem Komponisten Pierre Oser
Präsentiert von: FilmInitiativ Köln e.V. & der Odeon Reihe „Kölsche Filmmatinée“
Einzelticket: 6,- € – Reservierung: 0221-313.110

 


Nonni und Manni – Die Jungen von der Feuerinsel
1. Woche – ab 6 Jahren – empfohlen ab 8 Jahren
    •    Sonntag um 11:00 Uhr
Deutschland / Island 1988 • 312 Min. – Regie: August Gudmundsson
NONNI UND MANN ist eine der großen ZDF-Serien, die aus der Romanvorlage des Jugendbuchautors J. Sveinsson entstand. Sveinson ist einer der bekanntesten isländischen Schriftsteller. Er verbrachte seine letzten Jahre in Köln und starb am 16. Oktober 1944. Sein Grab befindet sich auf dem Kölner Melatenfriedhof. Island im Jahre 1869: Der zwölfjährige Nonni und sein achtjähriger Bruder Manni leben mit Mutter Sigrid und ihrer Großmutter auf dem Bauernhof Mödruvellir. Eines Tages kommt ein Fremder namens Harald zu ihnen und überbringt die Nachricht vom Tod ihres Vaters in Übersee. Nonni und Manni schließen schnell Freundschaft mit dem Mann, der ihren Vater besser gekannt hat als sie selbst. Doch die Dorfgemeinschaft kann den Unbekannten nicht akzeptieren. Als der reiche Bauer Sigurd ermordet aufgefunden wird, ist der Schuldige schnell gefunden. Harald muss mit Hilfe der Jungen in die Berge fliehen. Doch Nonni und Manni wollen alles tun, um die Unschuld ihres neuen Freundes zu beweisen. Dadurch bringen sie sich mehr als nur einmal in Lebensgefahr; erst recht, als sich herausstellt, wer den reichen Bauern wirklich auf dem Gewissen hat. Eine spannende Jagd durch die wundervollen Landschaften Islands beginnt und endet mit einem gewaltigen Vulkanausbruch. Für ausreichende Pausen ist gesorgt!
Veranstaltungsdauer bis ca. 18.00 Uhr
Präsentiert von: Cinepänz c/o jfc Medienzentrum, Deutsch-Isländische Gesellschaft e.V., Köln & Odeon, anlässlich der Jugendbuchwochen Island
Einzelticket: 6,- € – Reservierung: 0221-313.110

 


Eine Insel namens Udo
3. Woche – ab 12 Jahren
    •    Freitag, Montag bis Mittwoch um 19:00 Uhr
    •    Sonntag um 18:00 Uhr
Udo (Kurt Krömer) hat eine ganz besondere Eigenschaft: Er leidet unter „Schwersichtbarkeit“, er wird von allen Menschen übersehen, einfach nicht wahrgenommen. Der Beruf des Kaufhausdetektivs ist daher wie für ihn geschaffen – Udo ist ein Meister seines Fachs! Und weil ihn sowieso keiner sieht, wohnt er unbehelligt in der Sportwarenabteilung in einem Zelt. Dort hat er es sich auf seiner „Insel“ bequem gemacht. Bis eines Tages Jasmin (Fritzi Haberlandt) auftaucht: Sie ist der erste Mensch, der Udo sofort wahrnimmt. Die ehrgeizige Hotelmanagerin wirbelt sein bislang geregeltes Leben kräftig durcheinander und Udo hat zum ersten Mal Schmetterlinge im Bauch. In EINE INSEL NAMENS UDO brilliert das neue Traumpaar des deutschen Kinos: der Berliner Kult- Komiker Kurt Krömer ist „Udo“ in seiner ersten Kinohauptrolle und als „Jasmin“ die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin Fritzi Haberlandt.?

 


Im Himmel, unter der Erde
4. Woche
    •    Sonntag um 12:15 Uhr
Im Norden der Stadt, versteckt in einem Wohngebiet, umgeben von Mauern und bedeckt von einem Urwald aus Bäumen, Rhododendron und Efeu liegt der Jüdische Friedhof Berlin Weißensee. Er wurde 1880 angelegt, ist 42 Hektar groß, hat derzeit 115 000 Grabstellen und immer noch wird auf ihm bestattet. Weder der Friedhof noch sein Archiv sind je zerstört worden – ein Paradies für Geschichten-Sammler.??Britta Wauer (GERDAS SCHWEIGEN) und ihr Kameramann Kaspar Köpke waren immer wieder auf dem Jüdischen Friedhof und haben einen höchst lebendigen Ort vorgefunden. Menschen aus aller Welt kommen dort hin und können von jüdischer, Berliner und zugleich deutscher Geschichte erzählen, von der dieser Ort erfüllt ist.?Bei den 61. Internationalen Berliner Filmfestspielen in diesem Jahr gewann der Film den Panorama Publikumspreis.

 


The Tree of Life
3. Woche – ab 12 Jahren
    •    Donnerstag bis Samstag, Montag bis Mittwoch um 16:15 & 20:45 Uhr
    •    Sonntag um 19:45 Uhr
„The Tree of Life“ des Hollywood-Enigmas Terrence Malick („Der schmale Grat“, „Badlands“) ist sicher einer der am sehnsüchtigsten erwarteten Filme des Jahres 2011.??Im Mittelpunkt des Plots steht Jack (Sean Penn), der in den 1960er Jahren aufwächst. Sein gesamtes Leben ist geprägt von der schwierigen Beziehung zu seinem Vater (Brad Pitt). Erwachsen sucht Jack nach dem Ursprung und dem Sinn des Lebens. Die schwebende Kamera dieses Mittelteils hat die Kritiker in Cannes begeistert. Aber der Film ist mit einem normalem Film nicht zu vergleichen, eher mit einem Oratorium und geistlicher Musik, ein filmisches Ausnahmewerk, das sich nicht scheut die großen Fragen des Lebens zu stellen. Dafür gab es in Cannes die Goldenen Palme für den besten Film.

 


Unter Kontrolle
7. Woche – ab 12 Jahren
    •    Mittwoch um 18:30 Uhr
Die Faszination und das Grauen der Technik – der Blick in Atomkraftwerke und in das Leben mit und für Kernenergie bietet nicht nur überraschende und aufschlussreiche Einsichten, sondern auch die Bekanntschaft mit Menschen, deren Beruf es ist, das Nichtbeherrschbare zu beherrschen. Ein eminent wichtiger, unterhaltsamer und bestechend gut gemachter Dokumentarfilm zum Thema Kernenergie in Deutschland.
Im Forum der Berlinale 2011 feierte Unter Kontrolle die viel beachtete Weltpremiere. Inzwischen gab es ein Erdbeben in Japan, einen Tsunami und: Fukushima. Die Welt hat sich verändert durch eine Katastrophe, die vielleicht das Ende der Ära Atomkraft bringen wird. Umso wichtiger, dass nun eine filmische Auseinandersetzung mit dem brisanten Thema zur Verfügung steht, die ohne jeden Pathos von Bildern und Originalkommentaren lebt. Vermutlich wird es nie wieder möglich sein, die technischen Anlagen und die Menschen rund um den Betrieb eines Kernkraftwerks so konkret zu zeigen. Die Kraftwerksbetreiber zeigten sich den Filmemachern gegenüber sehr kooperativ, wohl eine Auswirkung der Verhandlungen zur Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke: Man wollte Transparenz zeigen.?? Doch ist dies keinesfalls ein vordergründig politischer Film, in dem eindeutig Position bezogen wird und auch kein Lehrfilm über die Arbeit im AKW. Im Gegenteil: In angenehm ruhigen, unaufgeregten Bildern, ohne musikalischen Soundtrack und ohne jeden Kommentar zeigt Volker Sattel den atomaren Alltag in Deutschland. Dabei lernt man vor allem die Menschen kennen, die mit der Technik umgehen. Man sieht AKW-Angestellte in Konferenzen und an ihren Arbeitsplätzen, Männer in Schutzkleidung, Pressesprecher und Wissenschaftler. In einzelnen Stationen werden sämtliche Aspekte des Umgangs mit Kernkraft gezeigt: der laufende Betrieb, das Training für den Ernstfall, der Umgang mit Strahlung und Strahlenschutz, der Rückbau und die Verwaltung der Altlasten, die Endlagerung. Dramaturgisch kristallklar gegliedert wird auf diese Weise eine Geschichte erzählt, in der sich Gefahren und Risiken gleichsam wie von selbst enthüllen.

 


Almanya – Willkommen in Deutschland
11. Woche – ab 6 Jahren
    •    Sonntag um 14:00 Uhr
Das Schicksal der türkischen Einwandererfamilie Yilmaz samt absurden Verwicklungen und kulturellen Differenzen steht im Mittelpunkt der warmherzigen Cultur-Clash Komödie „Almanya – Willkommen in Deutschland“. Das vier Jahrzehnte umspannende Generationenepos beeindruckt durch seinen sensibel authentischen Blick auf die Welt zwischen Okzident und Orient. Stilsicher bieten die Samdereli-Schwestern mit ihrem beschwingten Spielfilmdebüt unterhaltsames Gefühlskino, das humorvoll Brücken zwischen den Kulturen schlägt. Die feine Balance zwischen Tradition und Moderne gelingt den beiden nicht zuletzt aufgrund eigener liebevoller Erinnerungen an persönliche Erlebnisse aus ihrer Herkunftsfamilie.Deutschland, Anfang der 70er Jahre. „Eine Riesenratte, hier gibt’s Riesenratten“, schreit der kleine Muhamed (Kaan Aydogdu) entsetzt mit Blick aus dem Autofenster. Draußen auf dem Gehsteig führt ein deutscher Mann stolz seinen Dackel spazieren. Für den 8jährigen Jungen, den sein Vater Hüseyin Yilmaz (Fahri Yardim) gerade frisch aus der Türkei nach Alemanya holte, eine Begegnung der seltsamen Art. Auch Mutter Fatma (Demet Gül) macht merkwürdige Erfahrungen in diesem fremden, grauen Land. „Muhh“, blökt der deutsche Lebensmittelhändler freudestrahlend, nachdem sie ihm in Zeichensprache klarmacht, dass sie gerne eine Flasche Milch hätte.
Vierzig Jahre später ist Deutschland längst zur Heimat der Familie Yilmaz geworden. Ihr sechsjähriger Enkel Cenk (Rafael Koussouris) stellt sich als Sohn einer Deutschen (Petra Schmidt-Schaller) und eines Türken (Denis Moschitto) allerdings in der Schule plötzlich die Frage nach seiner Identität. Grund: Bei einem Fußballspiel wählen ihn seine Kameraden weder in die deutsche noch in die türkische Mannschaft. „Wir sind jetzt Deutsche“, verkündet Großmutter Fatma (Lilay Huser) dagegen ihren Kindern und Kindeskindern überraschend bei einer Familienfeier. Großvater Hüseyin freilich verblüfft seinen Clan noch viel mehr. Er hat in der Türkei ein Haus gekauft und will in den Ferien mit allen in die alte Heimat fahren.

Text: Gastbeitrag

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