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Kultur

Das Kinoprogramm im ODEON vom 31.3. – 6.4.2011

Mittwoch, 30. März 2011 | Text: Gastbeitrag | Bild: © MFA+

Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten

Die Reihe „Kölsche Matinée“ ist ein voller Erfolg und wird von den Südstädtern sehr gut angenommen. „Randale & Liebe – Rocker, Popper, Teds und Punks“ wird wegen großer Nachfrage am 8. April um 22:45 Uhr wiederholt. Zwei Tage später wird dann „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ von Volker Schlöndorff gezeigt. Zu Gast sein wird Clemens Böll – der Neffe Heinrich Bölls wird über die Zeit berichten, als die Familie Böll unter dem Verdacht stand, mit dem 70er Jahre Terrorismus zu sympathisieren. Die Repressalien, denen sich die Böll-Familie ausgesetzt sah, inspirierte Heinrich Böll zu seiner Erzählung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“. Dieser Film wird am 10. April im Rahmen der Reihe „Kölsche Matinée“ um 11:30 Uhr gezeigt. Darüber hinaus solltet Ihr Euch schon jetzt den 10. April notieren, denn dann findet die Preview des Filmes „So weit und groß – Die Natur des Otto Modersohn“ statt. Regisseurs Carlo Modersohn wird anwesend sein und stellt sich nach der Vorführung den Fragen des Publikums. Freuen könnt Ihr Euch schon jetzt auf die originelle Liebeskomödie „Der Name der Leute“, der ab dem 14. April im Südstadtkino gezeigt wird. Was in den kommenden sieben Tagen im ODEON läuft, lest Ihr hier.


Das Schmuckstück
2. Woche – ab 6 Jahren
    •    täglich um 15:45 Uhr
    •    Donnerstag bis Dienstag um 18:00 Uhr
    •    täglich außer Montag um 20:15 Uhr
„Frauen an die Macht!“ Francois Ozon hat einen höchst emanzipatorischen Film gedreht, der sich mit großer Leichtigkeit und ohne die sonst übliche Verbissenheit der Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern annimmt. Als die gelangweilte Ehefrau eines Unternehmerpatriarchen ist die wunderbare Catherine Deneuve das Kraftzentrum dieser Geschichte. „Das Schmuckstück“ – in seiner Heimat Frankreich mit bislang über 2,3 Millionen Besuchern ein echter Publikumserfolg.
Die Darsteller ließen sich von Ozons Esprit zweifellos anstecken. Gerade die Deneuve reißt mit ihrer unvergleichlichen Präsenz und Ausstrahlung immer noch jede Szene an sich. Selbst wenn ihr Partner Gérard Depardieu heißt, sind alle Augen auf sie gerichtet. Ihre Madame Suzanne ist eine echte Powerfrau, ein organisatorisches Multitalent, gegen das die Männer in diesem Film ziemlich alt aussehen. Dass sie schließlich – zugegeben nicht wirklich freiwillig – in die Politik wechselt, ist sicherlich auch als Kommentar auf die aktuelle, politische Machtverteilung in Europa zu verstehen. Als chauvinistisches Ekelpaket und menschliches HB-Männchen dürfte indes Deneuves Film-Ehemann Fabrice Lucchini die meisten Lacher ernten.

 


Almanya – Willkommen in Deutschland
3. Woche – ab 6 Jahren
    •    Donnerstag bis Mittwoch um 16:15 & 21:00 Uhr
    •    Freitag bis Samstag um 23:00 Uhr
Das Schicksal der türkischen Einwandererfamilie Yilmaz samt absurden Verwicklungen und kulturellen Differenzen steht im Mittelpunkt der warmherzigen Cultur-Clash Komödie „Almanya – Willkommen in Deutschland“. Das vier Jahrzehnte umspannende Generationenepos beeindruckt durch seinen sensibel authentischen Blick auf die Welt zwischen Okzident und Orient. Stilsicher bieten die Samdereli-Schwestern mit ihrem beschwingten Spielfilmdebüt unterhaltsames Gefühlskino, das humorvoll Brücken zwischen den Kulturen schlägt. Die feine Balance zwischen Tradition und Moderne gelingt den beiden nicht zuletzt aufgrund eigener liebevoller Erinnerungen an persönliche Erlebnisse aus ihrer Herkunftsfamilie.
Deutschland, Anfang der 70er Jahre. „Eine Riesenratte, hier gibt’s Riesenratten“, schreit der kleine Muhamed (Kaan Aydogdu) entsetzt mit Blick aus dem Autofenster. Draußen auf dem Gehsteig führt ein deutscher Mann stolz seinen Dackel spazieren. Für den 8jährigen Jungen, den sein Vater Hüseyin Yilmaz (Fahri Yardim) gerade frisch aus der Türkei nach Alemanya holte, eine Begegnung der seltsamen Art. Auch Mutter Fatma (Demet Gül) macht merkwürdige Erfahrungen in diesem fremden, grauen Land. „Muhh“, blökt der deutsche Lebensmittelhändler freudestrahlend, nachdem sie ihm in Zeichensprache klarmacht, dass sie gerne eine Flasche Milch hätte. 40 Jahre später ist Deutschland längst zur Heimat der Familie Yilmaz geworden. Ihr sechsjähriger Enkel Cenk (Rafael Koussouris) stellt sich als Sohn einer Deutschen (Petra Schmidt-Schaller) und eines Türken (Denis Moschitto) allerdings in der Schule plötzlich die Frage nach seiner Identität. Grund: Bei einem Fußballspiel wählen ihn seine Kameraden weder in die deutsche noch in die türkische Mannschaft. „Wir sind jetzt Deutsche“, verkündet Großmutter Fatma (Lilay Huser) dagegen ihren Kindern und Kindeskindern überraschend bei einer Familienfeier. Großvater Hüseyin freilich verblüfft seinen Clan noch viel mehr. Er hat in der Türkei ein Haus gekauft und will in den Ferien mit allen in die alte Heimat fahren.


Das Labyrinth der Wörter
10. Woche – ab 6 Jahren
    •    Sonntag um 12:30 Uhr
Gérard Depardieu ist das Aushängeschild des französischen Films. Sein Part in dieser kleinen, heiter-melancholischen Produktion ist die des uneingeschränkten Sympathieträgers. Depardieus Germain hat bislang nicht viel Glück im Leben gehabt und doch ist er keineswegs missmutig oder verbittert. Er erscheint vielmehr wie der Prototyp des sanften, tollpatschigen Riesen, dessen gutes Herz auf seine Umwelt ausstrahlt und das ihn bei allem, was er erlebt, niemals im Stich lässt. Germains Leben spielt sich vornehmlich zwischen Gelegenheitsjobs, seinem Stammlokal und einem zu seinem Zuhause umfunktionierten alten Wohnwagen hat. Im Haus nebenan lebt seine alte Mutter (Claire Maurier), um die er sich nach wie vor kümmert.
Eines Tages begegnet er im Park einer 90-jährigen, sehr zierlichen und eleganten Dame. Margueritte (Gisèle Casadesus) liebt es so sehr wie er, die Tauben zu beobachten. Und sie liebt die Literatur. Germain hingegen besitzt kein einziges Buch. Er ist praktisch Analphabet, was seiner Neugier jedoch keinen Abbruch tut. Als sie ihm einige Passagen aus Albert Camus’ „Die Pest“ vorliest, schließt er plötzlich die Augen, um jedes ihrer Worte ganz genau nachempfinden zu können. Für Germain und Margueritte beginnt mit diesem stillen Moment eine wunderbare, tiefe Freundschaft.


Das Lied in mir
8. Woche – ab 12 Jahren
    •    Sonntag um 14:15 Uhr
    •    Mittwoch um 18:00 Uhr
Die junge Deutsche Maria (Jessica Schwarz) hört bei einer Zwischenlandung in Buenos Aires ein spanisches Kinderlied und bricht zusammen. Maria hat nie Spanisch gelernt und erkennt doch das Lied. Fast 30 Jahre hat ein Lied in Maria geschlafen, das nicht in den Teil von Marias Leben passt, an den sie sich erinnert.?Als Marias Vater Anton (Michael Gwisdek) davon erfährt, dass Maria sich an ein spanisches Lied erinnert, reist er sofort zu ihr nach Argentinien. Instinktiv will er seine Tochter vor der Vergangenheit beschützen. Als sich Vater und Tochter in Buenos Aires gegenüberstehen muss Anton erkennen, dass er noch nie so nah daran war seine Tochter für immer zu verlieren.?Maria ringt mit Anton um eine gefährliche Wahrheit und Anton ringt mit der Vergangenheit um seine Tochter. Jessica Schwarz und Michael Gwisdek in einer ihrer besten Rollen.


Die Tigerentenbande
1. Woche
    •    Sonntag um 14:15 Uhr
Wie ein Geburtstagsgeschenk an den weltbekannten Kinderbuchautoren Janosch, aus dessen Figurenschatz die Regisseurin schöpft, wirkt das unbeschwerte Kinderabenteuer. Am 11. März, einen Tag, nachdem die Filmadaption der gleichnamigen Fernsehserie im Kino anläuft, wird der geistige Vater von Tigerente, Bär und Kleiner Tiger achtzig Jahre alt. Probosts Liebe zum Original verraten die detaillierten Zeichnungen. Aus verborgenen Wortspielen spricht die sanfte Ironie der Erzähler-Stimme des Autors. Besonders die Grundschüler im Publikum können auf den Schildern und Aufschriften in der kunterbunten Szenerie auf humorvolle Entdeckungsreise nach Silbendrehern und Ulknamen gehen. „Wenn du Freunde hast, brauchst du dich vor nichts zu fürchten“, so heißt es vom Schöpfer der Tigerente persönlich. Die Worte Janoschs sind der tragende Grundsatz, der die kindgerechte Natürlichkeit der Handlung untermauert.


Grundeinkommen
0. Woche – ab 12 Jahren
    •    Samstag um 13:00 Uhr  seit über einem Jahr im Programm!
Die Kölner Initiative Grundeinkommen www.bgekoeln.de zeigt: Grundeinkommen, ein Film-Essay von Daniel Häni und Enno Schmidt ?über die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens.
Ein von der Arbeitsleistung unabhängiger Einkommensanspruch des einzelnen gegenüber der Gesellschaft. Ein Anspruch auf Einkommen für alle und ohne jegliche Bedingungen.? Das ist das bedingungslose Grundeinkommen.??Wer soll das bezahlen? Ist das noch gerecht? Wer arbeitet dann noch? ?Diesen und vielen anderen Fragen zum bedingungslosen? Grundeinkommen widmet sich das Film Essay. Seit dem Jahr 2005 setzt sich auch ‚dm‘-Gründer Götz Werner, einer der innitiativsten Unternehmer Deutschlands, öffentlich für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Deutschland nach einem von ihm ab 1982 entwickelten Konzept ein. Die Finanzierung des Grundeinkommens beruht demnach auf der allmählichen Abschaffung der Einkommensteuer und der gleichzeitigen Erhöhung der Mehrwertsteuer als „Konsumsteuer“ auf über 50 %. Mit anschließender Diskussion.  

Infos zur Kölner Initiative http://bgekoeln.de?


The King’s Speech – OmU
7. Woche – ab 6 Jahren
    •    Donnerstag bis Mittwoch um 18:30 Uhr
    •    Freitag bis Samstag um 22:15 Uhr
    •    Sonntag um 12:00 Uhr
Tom Hoopers „The King’s Speech“ ist ein klassischer Oscar-Film: Ein historisches Setting, eine Hauptfigur – noch dazu ein zukünftiger König –, der eine körperliche Einschränkung überwindet und in einem anrührenden Finale der Welt zeigt, was er kann. Dazu exzellent gemacht und getragen von einem brillanten Colin Firth, der  ein paar Tage nach Filmstart den Oscar für seine Leistung bekommen hat.
Als Sohn des britischen Königs George V. gehört es zu Berties (Colin Firth) Pflichten, öffentlich zu sprechen. Für den zurückhaltend-besonnenen Mann eine Qual, denn seit seiner Jugend leidet er an einem schweren Stottern. Kein Arzt und kein Psychologe kann ihm helfen, weshalb sich Berties liebevoll sorgende Ehefrau Elizabeth (Helena Bonham Carter) an den exzentrischen Sprachtherapeuten Lionel Logue (Geoffrey Rush) wendet. Mit seinem forschen Auftreten und den unkonventionellen Behandlungsmethoden stößt er seinen adligen Patienten zunächst vor den Kopf. Bald aber zeigen sich erste Erfolge. Nach dem Tod seines Vaters und der Abdankung seines Bruders Edward VIII. (Guy Pearce) wegen dessen Liebe zur geschiedenen Bürgerlichen Wallis Simpson wird Bertie unter dem Namen George VI. 1936 unerwartet zu Englands neuem König. Öffentliche Auftritte und Radioansprachen lassen sich fortan noch weniger umgehen als zuvor, und nicht zuletzt der drohende Krieg erhöht den Druck auf den schüchternen Regenten. Die Zusammenarbeit und wachsende Freundschaft mit Logue hilft Bertie dabei erheblich. Doch kurz vor der offiziellen Krönung stellt eine unerwartete Enthüllung das gegenseitige Vertrauen und damit auch Berties Kampf gegen das Stottern auf die Probe.
 

Text: Gastbeitrag

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