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Kultur

Kinoprogramm für 
das Odeon
 vom 24. bis 30.01.2013

Donnerstag, 24. Januar 2013 | Text: Tamara Soliz | Bild: Pyramide Distribution

Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Berufswechsel mit 75. Die Zeiten ändern sich, wirklich. Liegt es an der Überalterung der Gesellschaft, am abnehmenden Jugendwahn, oder ist es nur ein singulärer Fall von Altersmut? Dustin Hoffmann hat sich nach mehreren Oskars als Schauspieler entschieden nun auch einen als Regisseur zu erhalten. Er steht damit nicht alleine da auch Clint Eastwood hat als Regisseur im Alter vier Oscars gewonnen. Hier drängt sich die Frage auf, ob dieses Privileg im Alter einen neuen Weg einzuschlagen nur berühmten, erfolgreichen Menschen zusteht. Die Vermutung liegt nahe, das sich hier die Gesellschaft wandelt. Im Internet findet man nicht nur Artikel über Menschen die zum Ende des Berufsleben einen Wechsel vollzogen haben, sondern auch Angebote von privaten Berufsberatern die einem einen Umstieg ermöglichen sollen. Wo ein Angebot da auch ein Markt. Zurück zu Dustin Hoffmann. Das „Quartett“ ist sein Erstlingswerk, eine einfühlsame, etwas romantische Komödie über das Alt Sein und sich Jung fühlen. Die vier Opernsänger Jean Horton (Maggie Smith), Reginald (Tom Courtenay), Cecily (Pauline Collins) und Wilfred (Billy Connolly) müssen ein Konzert veranstalten um zur finanziellen Sicherung des luxuriösen Stifts für alternde Musiker beizutragen. Hier bei kommt es ganz dem Genre entsprechen zur Irrungen und Wirkungen. Dem Aufeinandertreffen von großen Egos mit körperlichen Beschwerden, Selbstüberschätzungen und   Eifersuchtsdramen. Hoffmann ist eine weiser, warmherziger Film gelungen, leider sehr konventioneller Film gelungen. Über das Altern und das Alt Sein.

Quartett
1. Woche – Ab 6 Jahren
    •    Donnerstag bis Dienstag um 14:30 Uhr
    •    Donnerstag bis Samstag, Montag bis Dienstag um 19:00 Uhr
    •    Sonntag um 19:00 Uhr OmU
    •    Sonntag um 11:00 Uhr
    •    Mittwoch um 17:00 Uhr
Eine der schönsten Komödien der letzten Jahre! Nur sehr selten geschieht es, dass man im Kino sitzt und sich mit wohligem Seufzen wünscht, dieser wunderbare Film da vorne auf der Leinwand würde nie zu Ende gehen. „Quartett“ ist so ein Ausnahmefilm mit vielen magischen Momenten und mit einer Geschichte, die wie geschaffen ist für eine Komödie: Im Musiker-Seniorenstift „Beecham House“ leben alte Intrigen und Kabbeleien ebenso weiter wie die Liebe zur Musik, die sie alle verbindet. Doch mit der Ankunft von Jean Horton gerät der gewohnte Status quo ins Wanken. Die legendäre Sopranistin wirbelt das ganze Haus durcheinander. Wird es gelingen, die berüchtigte Diva Jean zur Mitarbeit bei der jährlichen Verdi-Gala zu bewegen?

Ein sehr begabter Regisseur liefert mit diesem Film sein Debüt: Dustin Hoffman. Jawohl, richtig gelesen! Mit leichter Hand hat er eine ebenso elegante wie witzige und anrührende Gesellschaftskomödie über Leidenschaft, Liebe und Musik inszeniert, die mit ein bisschen Toi-toi-toi zum ersten großen Arthouse-Erfolg des neuen Jahres avancieren könnte.

Das Lied des Lebens
2. Woche
    •    Sonntag um 12:45 Uhr
    •    Mittwoch um 19:00 Uhr
Leben ist ein unaufhörliches Lernen und je weiter Erfahrungen in die Ferne rücken, um so besser lassen sie sich gestalten. Hier erzählen alte und sehr alte Menschen über Singen und Musizieren prägnante Szenen aus ihrer Jugend. Animiert und begleitet von dem experimentellen Komponisten Bernhard König fördert die Musik auf leichte Weise Schweres zu Tage. Diese Rückblicke verband Ulrike Langemann („Rubljovka – Straße der Glückseligkeit“) zu einer Dokumentation, die durch die Offenheit und Euphorie der betagten Protagonisten berührt.
 Im Stuttgarter Generationenzentrum Sonnenberg führt der Komponist Bernhard König biographische Interviews mit alten Menschen, um deren verschüttete Träume und Traumata aufzuspüren. Zentrales Thema sind die „Lieblings- und Lebenslieder“, die in der eigenen Biographie verankert sind und für eine ganz besondere Geschichte oder Erinnerung stehen. Bei der 78jährigen Magdalena Reisinger löst das Lied „Kann denn Liebe Sünde sein“ einen emotionalen Ausbruch aus. Mit vierzehn Jahren ist sie schwanger geworden. Geächtet von den Dorfbewohnern, täglich von ihrer Mutter verprügelt, brachte sie als fünfzehnjähriges Mädchen eine Tochter zur Welt. Dieses Erlebnis, das auf dramatische, aber auch beglückende Weise ihr Leben geprägt hat, ist für Bernhard König der Ausgangspunkt, das ‚Lied des Lebens’ von Magdalena Reisinger zu komponieren. Stärker als im bloßen Erzählen und Erinnern, kommen in solchen Lebensliedern sehr intensive Emotionen zum Ausdruck. In der Eintönigkeit des Altenheims werden aus bedrückten, erstarrten Senioren klingende und leuchtende Menschen.?Diese Arbeit setzt der Musiker in Köln mit dem Experimentalchor „Alte Stimmen“ fort. Hier darf mitsingen wer mindestens 70 Jahre alt ist und Lust auf musikalische Experimente hat. Die Regisseurin Irene Langemann hat Bernhard König begleitet und dokumentiert, wie die Magie der Musik die Senioren am Neckar und Rhein beflügelt, wie aus ihren Liebesgeschichten und Leidgeschichten Lebenslieder einer Generation werden, die viel durchgemacht und viel zu erzählen hat.?

Der Geschmack von Rost und Knochen
3. Woche – Ab 12 Jahren
    •    Donnerstag bis Samstag, Montag bis Dienstag um 21:00 Uhr
    •    Donnerstag bis Dienstag um 16:30 Uhr
    •    Sonntag um 21:00 Uhr OmU
    •    Mittwoch um 20:30 Uhr
Das dieser Film etwas ganz besonderes sein muss, können Sie schon daran sehen, dass fast jedes Kölner Kino mit ihm eine Preview macht.
Angesichts des Filmtitels fühlt man sich als Kinoprogrammmacher etwas hilflos, wer vermutet dahinter schon eine beispiellose Liebesgeschichte?
Dieser Film definiert das, was man im Kino erleben kann neu.
 Alles beginnt im Norden von Frankreich. Plötzlich findet sich Ali (Matthias Schoenaerts) mit einem fünf Jahre alten Kind in seiner Obhut wieder. Sam ist sein Sohn, doch er kennt ihn kaum. Ohne Geld und Freunde sucht Ali Zuflucht bei seiner Schwester Anna (Corinne Masiero) an der Côte d‘Azur. Sie bringt die beiden in ihrer Garage unter und nimmt das Kind unter ihre Fittiche. Als ein Streit in einem Nachtclub, in dem er als Türsteher arbeitet, außer Kontrolle gerät, macht Ali die Bekanntschaft von Stéphanie (Marion Cotillard). Stephanie trainiert Killerwale im Marineland. Als eine ihrer Shows in einer Tragödie endet, bringt sie ein nächtlicher Anruf erneut zusammen. Stephanie hat ihre Beine verloren und etliche Illusionen. Ali beginnt ihr zu helfen, auf seine Art und ganz ohne Mitleid. Und beide finden dadurch zurück ins Leben…

Hannah Arendt
3. Woche – Ab 6 Jahren
    •    Donnerstag bis Mittwoch um 15:30 Uhr
    •    Donnerstag bis Dienstag um 18:00 Uhr
    •    Donnerstag bis Dienstag um 20:30 Uhr
Es war längst überfällig, das packende Leinwandportrait über die legendäre Philosophin Hannah Arendt. Souverän stellt die versierte europäische Arthouse-Regisseurin Margarethe von Trotta ihre Zeit im New Yorker Exil und ihre Berichterstattung über den Prozess gegen den NS-Bürokraten Adolf Eichmann in den Mittelpunkt des Biopic. Herausragend verkörpert die preisgekrönte Schauspiel-Ikone des Neuen Deutschen Films Barbara Sukowa die unangepasste deutsch-jüdische Theoretikerin des 20. Jahrhunderts zwischen leidenschaftlichen Denken und Fühlen.
 
Gerne bieten wir ihnen mit „Hannah Arendt“ Schulvorstellungen an.
  Schulmaterial finden sie auf der Homepage des Films. Folgen Sie dem Link unten.
Kontakt: Schicken sie uns eine email an info(at)rex-filmbuehne.de für Bonn und info(at)odeon-koeln.de für Köln.

Beasts of the Southern Wild (OmU)
6. Woche – Ab 12 Jahren
    •    Mittwoch um 21:00 Uhr
Mit einer sensationell guten Kinderdarstellerin erzählt “Beasts of the Southern Wild” von einer Gemeinschaft von Außenseitern und Verlierern, die im Sumpfdelta um New Orleans bewusst die geregelte Gesellschaft meiden. Unter ihnen wird die sechsjährige Hushpuppy unkonventionell liebevollen von ihrem Vater aufgezogen und auf die Härten des Lebens vorbereitet. Auf sich gestellt, entwickelt das Kind eine fantastische Welt, die den Film zu einem der besten des Jahres macht.

Der kleine König Macius
5. Woche
    •    Samstag um 13:30 Uhr
Die Kindererzählung von Janusz Korczak ist ein spannendes Abenteuer für die Kleineren unter den jungen Kinogängern. Im reduzierten und angenehmen Zeichenstil zeigen Lutz Stützner und Inés Keerl die Geschichte des kleinen Macius, der über Nacht zum König wird. Ein kurzweiliger Familienspaß, der sich wie jeder guter Kinderfilm den großen Fragen der Pädagogik stellt.

Liebe
20. Woche – Ab 12 Jahren
    •    Sonntag um 11:30 Uhr
    •    Mittwoch um 18:00 Uhr OmU
Erst großer Beifall bei der Pressevorführung, dann Standing Ovations bei der offiziellen Weltpremiere in Cannes und schließlich die Goldene Palme – ein neuer Coup des österreichischen Maestros Michael Haneke. Vor drei Jahren stand er für „Das Weiße Band“ bereits auf dem Siegertreppchen ganz oben. Sein Thema diesmal: der Tod. Die Machart: Ein Kammerspiel mit 3 Personen. Reines Kinogift, möchte man meinen. Weit gefehlt! Ein Triumph der Filmkunst und der Humanität wird man danach feststellen. Großartig gespielt, fesselnd inszeniert und bereits jetzt ein heißer Oscar-Kandidat. Euphorische Kritiken und Palme dürfte dem Publikum die Schwellenangst nehmen, die Mund-zu-Mund-Propaganda noch viel mehr. Das Filmkunst-Ereignis des Jahres!
Pressezitate zum Film:?„Michael Hanekes Film LIEBE ist alles, was der Titel verspricht: zart, wahrhaftig und groß…“ FAZ?„Mit LIEBE ist der österreichische Filmemacher Michael Haneke in den Kino-Olymp aufgestiegen“ SZ?„Ihn den besten Film des Jahres zu nennen, ist eine Untertreibung; er überstrahlt eine Zeit“ Tagesspiegel?„eine(r) der ganz großen Augenblicke der Kinogeschichte“ Die Zeit

Quartett
1. Woche – Ab 6 Jahren
    •    Donnerstag bis Dienstag um 14:30 Uhr
    •    Donnerstag bis Samstag, Montag bis Dienstag um 19:00 Uhr
    •    Sonntag um 19:00 Uhr OmU
    •    Sonntag um 11:00 Uhr
    •    Mittwoch um 17:00 Uhr
Eine der schönsten Komödien der letzten Jahre! Nur sehr selten geschieht es, dass man im Kino sitzt und sich mit wohligem Seufzen wünscht, dieser wunderbare Film da vorne auf der Leinwand würde nie zu Ende gehen. „Quartett“ ist so ein Ausnahmefilm mit vielen magischen Momenten und mit einer Geschichte, die wie geschaffen ist für eine Komödie: Im Musiker-Seniorenstift „Beecham House“ leben alte Intrigen und Kabbeleien ebenso weiter wie die Liebe zur Musik, die sie alle verbindet. Doch mit der Ankunft von Jean Horton gerät der gewohnte Status quo ins Wanken. Die legendäre Sopranistin wirbelt das ganze Haus durcheinander. Wird es gelingen, die berüchtigte Diva Jean zur Mitarbeit bei der jährlichen Verdi-Gala zu bewegen?
Ein sehr begabter Regisseur liefert mit diesem Film sein Debüt: Dustin Hoffman. Jawohl, richtig gelesen! Mit leichter Hand hat er eine ebenso elegante wie witzige und anrührende Gesellschaftskomödie über Leidenschaft, Liebe und Musik inszeniert, die mit ein bisschen Toi-toi-toi zum ersten großen Arthouse-Erfolg des neuen Jahres avancieren könnte. 

Sagrada
5. Woche – Ab 6 Jahren
    •    Sonntag um 13:45 Uhr
Die «Sagrada Família» in Barcelona ist ein einzigartiges, faszinierendes Bauprojekt mit einem genialen, einst umstrittenen Vater – Antoni Gaudí – einer riesigen Familie von Mitwirkenden, einer Geschichte voller Höhenflüge und Abgründe und einer Unzahl von aufgeworfenen Fragen. Die Biographie dieses Bauwerkes – seit 1882 im Bau und heute gut zur Hälfte fertig gestellt –, bildet den Ausgangspunkt für Stefan Haupts Film SAGRADA – el misteri de la creació.

Normalerweise erleben wir eine Kathedrale, einen Tempel, einen Dom in seiner fertig gestellten,  vollendeten Form – als Zeuge einer längst vergangenen Zeit. Doch der Bau der Sagrada Família ist alles andere als abgeschlossen. Das Bauwerk entsteht und wächst, heute noch, und dies bereits seit über 125 Jahren. Wer war der Mann, der diese Kathedrale entworfen hat? Was trieb ihn dazu an? Wer waren seine Nachfolger? Wer sind die Menschen – Handwerker, Arbeiter, Künstler, Architekten – die heute an der Sagrada Família weiter arbeiten und sie vollenden wollen? Was treibt sie dazu an?

Letztlich dreht sich der Film, inspiriert von Gaudís Vision, um die urmenschlichen Suche nach dem Kern unseres Daseins, unserer Herkunft und unserem Ziel; umdie Frage nach unserer menschlichen Schöpfungskraft – und wofür wir sie einsetzen wollen.

Text: Tamara Soliz

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