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Kultur

Kinoprogramm für 
das Odeon
vom 02. bis 08.04.2015

Donnerstag, 2. April 2015 | Text: Tamara Soliz | Bild: © Bac Films

Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

„Alles wird gut“ mit diesem Satz beendete TV-Moderatorin Runge ihre Boulevardsendung „Leute Heute“. Wim Wenders hat aus diesem Satz den Titel für seinen neuen Kinofilm gemacht. „Everything Will Be Fine“ erzählt die Geschichte eines Schriftstellers (James Franco) der unschuldig den Tod eines Jungen verursacht. Das Trauma wird sein weites Leben bestimmen. Die Mutter des Jungen eine Illustratorin gespeilt von Charlotte Gainsbourg kommt über den Tod nicht hinweg und hält sich nur mühsam finanziell über Wasser. Gedreht in 3D ist dies wohl der emotionalste Film von Wim Wenders, ein Alterswerk.


Verfehlung
1. Woche – Ab 12 Jahren
    •    Donnerstag bis Mittwoch um 16:30 Uhr  Tipp: Einer der besten deutschen Filme seit Jahren!
“Da schmeißt einer mit Dreck, und es ist nur eine Frage der Menge, ob was hängen bleibt…” Das möchte der katholische Gefängnisseelsorger Jakob Völz gern glauben, als sein bester Freund und Kollege Dominik Bertram wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch in Untersuchungshaft genommen wird. Doch was Jakob ahnt, aber nicht wissen will, wird zur Zerreißprobe für seinen Glauben und sein Selbstverständnis.

Mit seinem Debütfilm ist Regisseur Gerd Schneider ein komplexes wie authentisches Drama gelungen. VERFEHLUNG erzählt von Freundschaft, Verantwortung, Glauben und Verrat und blickt dabei sowohl ins Innere des Systems Kirche als auch in menschliche Beziehungen. Die herausragenden Darsteller Sebastian Blomberg (Zeit der Kannibalen), Jan Messutat (Hin und weg) und Kai Schumann verkörpern ihre Rollen glaubwürdig und ergänzen das starke Drehbuch somit zu einem intensiven Kinoerlebnis.
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Every Thing Will Be Fine
1. Woche – Ab 6 Jahren
    •    Donnerstag bis Dienstag um 20:30 Uhr
    •    Mittwoch um 20:30 Uhr OmU
An einem verschneiten Winterabend auf einer Landstraße mit schlechter Sicht kommt wie aus dem Nichts ein Schlitten einen Berg hinunter und kracht ungebremst in ein Auto. Der Autofahrer und Buchautor Thomas (James Franco) trägt keine Schuld an dem tragischen Unfall, der einen kleinen Jungen sein Leben kostet. Auch Mutter (Charlotte Gainsbourg) und Bruder (Jack Fulton) des Jungen sind schuldlos – es war schlicht und ergreifend ein Unglück. Dennoch stürzt Thomas in ein tiefes Loch und kann seine Schuldgefühle auch mit Alkohol und Drogen nicht abschütteln. An der emotionalen Last zerbricht letztlich auch die Beziehung zu seiner Freundin Sara (Rachel McAdams). Er sucht Zuflucht im Schreiben, doch als sich sein erstes Buch nach dem Unfall als Hit erweist und Thomas zum gefeierten Autor wird, muss er sich fragen, ob der Preis für seinen Ruhm nicht zu hoch war. Mit Ann (Marie-Josée Croze) und ihrer Tochter Mina (Lilah Fitzgerald) versucht er, eine eigene Familie zu gründen. Zwölf Jahre später entschließt sich Christopher (Robert Naylor) den Mann aufzusuchen, den er zuvor nur einmal traf, in jener schicksalhaften Nacht, als sein Bruder starb. – Filmstarts

Zu Ende ist alles erst am Schluss
2. Woche
    •    Donnerstag bis Dienstag um 15:00 Uhr
    •    Donnerstag bis Dienstag um 19:00 Uhr
    •    Mittwoch um 14:30 Uhr
Romain Esnard ist jung und hat das ganze Leben noch vor sich. Sein Vater Michel ist Postbeamter alter Schule und geht gerade in Rente. Seine geliebte Großmutter Madeleine musste jüngst ins Seniorenheim und sein Opa ist gerade gestorben. Eigentlich interessiert sich Romain für Literatur und vielleicht möchte er auch ein Buch schreiben, doch die ganz normalen Familiengeschichten halten ihn in Atem. Das Seniorenheim findet Oma Madeleine so scheußlich, dass sie urplötzlich Reißaus nimmt und spurlos verschwindet. Familie Esnard, beziehungsweise das, was von ihr übrig ist, gerät in noch größeren Aufruhr. Vater Michel, ohnehin konsterniert über den eigenen Ausstieg aus dem Leben, kriegt einen Wutanfall nach dem nächsten. Und Romains Mutter erklärt, dass sie die Scheidung will.
Eines Tages findet Romain in seinem Briefkasten eine Postkarte. Und am nächsten Tag eine weitere, kleine Hinweise, an welchem Ort nach Madeleine zu suchen ist. Romain macht sich auf den Weg an die Nordküste Frankreichs und begegnet nicht nur einem unverhofften Tankstellenorakel, das Auskunft über die große Liebe gibt, sondern auch Erinnerungen an erste und späte Dinge des Lebens.

Pedal the World
3. Woche
    •    Montag um 13:30 Uhr
DOKUMENTATION Pedal the World – 18.000km – 22 Länder, 365 Tage

Der Trailer zur Reise ging um die Welt und hat mittlerweile knapp 500.000 Klicks auf Youtube:
„Was ist der Sinn des Lebens?“ Diese Frage stellte sich der damals 23 Jahre alte Felix Starck aus Landau in der Pfalz als er am 22. Juni 2013 auf sein Fahrrad stieg, um damit im wahrsten Sinne des Wortes die Welt zu erfahren. Insgesamt 18.000 Kilometer führten ihn durch 22 Länder, darunter Thailand, Laos, Neuseeland, die USA und Norwegen. Immer dabei seine Kamera-Ausstattung, mit der er die bildgewaltigen Kulissen, atemberaubenden Naturschauspiele, einzigartigen Glücksmomente und seine persönlichen Tiefpunkte einfing. Aus den insgesamt 500 Stunden Rohmaterial ist jetzt ein 80-minütiger Dokumentarfilm entstanden.

 

Liest auch das Interview mit Felix Starck.

Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) (OmU)
10. Woche – Ab 12 Jahren
    •    Mittwoch um 21:00 Uhr
„Das Glück führt unsre Sache besser, als wir es nur wünschen konnten.“
  – Don Quijote von Miguel de Cervantes

In Alejandro G. Iñárritus  existenzieller Komödie BIRDMAN erhofft sich Riggan Thomson (Michael Keaton) durch seine Inszenierung eines ambitionierten neuen Theaterstücks am Broadway, neben anderen Dingen, vor allem eine Wiederbelebung seiner dahin siechenden Karriere. Zwar handelt es sich um ein ausgesprochen tollkühnes Unterfangen – doch der frühere Kino-Superheld hegt größte Hoffnungen, dass dieses kreative Wagnis ihn als Künstler legitimiert und jedermann, auch ihm selbst, beweist, dass er kein abgehalfterter Hollywood-Star ist.

Doch während die Premiere des Stücks unaufhaltsam näher rückt, wird Riggans Hauptdarsteller durch einen verrückten Unfall bei den Proben verletzt und muss schnell ersetzt werden. Auf den Vorschlag von Hauptdarstellerin Lesley (Naomi Watts) und auf das Drängen seines besten Freundes und Produzenten Jake (Zach Galifianakis) hin engagiert Riggan widerwillig Mike Shiner (Edward Norton) – ein unberechenbarer Typ, aber eine Garantie für viele Ticketverkäufe und begeisterte Kritiken.  Bei der Vorbereitung auf sein Bühnendebüt muss er sich nicht nur mit seiner Freundin, Co-Star Laura (Andrea Riseborough), und seiner frisch aus der Entzugsklinik kommenden Tochter und Assistentin Sam (Emma Stone) auseinandersetzen, sondern auch mit seiner Ex-Gattin Sylvia (Amy Ryan), die gelegentlich vorbeischaut, um die Dinge in ihrem Sinn zu richten.

Das ewige Leben
4. Woche – Ab 12 Jahren
    •    Donnerstag bis Dienstag um 21:00 Uhr
    •    Mittwoch um 18:45 Uhr
Gestern stand er am Rande des Abgrunds, heute ist er einen Schritt weiter: Brenner (Josef Hader) kehrt nach Graz zurück, in die Stadt seiner Jugend. In der Konfrontation mit seinen Jugendfreunden, seiner Jugendliebe und seiner großen Jugendsünde, kommt es zu Morden und einem verhängnisvollen Kopf-schuss. Als Brenner aus dem Koma erwacht, macht er sich auf die Suche nach seinem Mörder – obwohl alle behaupten, er sei es selbst gewesen… Am Anfang war Brenner am Ende, aber am Ende könnte er vor einem neuen Anfang stehen.

Das Salz der Erde (OmU)
11. Woche
    •    Freitag um 14:15 Uhr
In den vergangenen 40 Jahren hat der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado auf allen Kontinenten die Spuren unserer sich wandelnden Welt und Menschheitsgeschichte dokumentiert. Dabei war er Zeuge wichtiger Ereignisse der letzten Jahrzehnte – von internationalen Konflikten, Kriegen und ihren Folgen, von Hungersnöten, Vertreibung und Leid. Seine beeindruckenden Fotoreportagen haben den Blick auf unsere Welt geformt. Salgado selbst wäre seelisch an dieser Aufgabe fast zugrunde gegangen, wenn er nicht ein neues, ein gigantisches Fotoprojekt begonnen hätte: „Genesis“. Fast die Hälfte unseres Planeten ist bis zum heutigen Tag unberührt. Mit seiner Kamera widmet sich Salgado seit nunmehr fast einem
Jahrzehnt diesen paradiesischen Orten unserer Erde, kehrt an den Ursprung allen Lebens zurück und offenbart uns eine wunderbare Hommage an die Schönheit unseres Planeten.

Ella und der Superstar
6. Woche
    •    Samstag um 14:45 Uhr
Nach „Ella und das große Rennen“ kommt jetzt die zweite Verfilmung eines der erfolgreichen Ella-Bücher von Timo Parvela in die Kinos.
Pekka hat keine Lust das Einmaleins zu lernen. Er träumt davon ein Rockstar zu werden, denn dann hat er einen Manager der alle Probleme für ihn löst. Der Lehrer stellt Pekka und Klasse vor ein Ultimatum. Am 31. Mai kommt der Mathe-Test. Ella und ihre Freunde entscheiden sich Pekka zu helfen ein Superstar zu werden.

Ida
20. Woche – Ab 12 Jahren
    •    Freitag um 13:30 Uhr
    •    Mittwoch um 15:00 Uhr
Oscar 2015 als Bester fremdsprachige Film
„So ein Intimes und dabei im besten Sinne unaufwendiges Werk einer jungen Nonne, die in Polen der sechziger Jahre  von ihrer jüdischen Abkunft erfährt, hat man noch nie gesehen“ – FAZ
Polen 1962: Anna (Agata Trzebuchowska) ist eine Novizin, die in einem Kloster von Nonnen erzogen wurde. Bevor sie ihr Gelübde ablegen kann, gibt ihr die die Oberschwester des Klosters den Auftrag, ihre Tante Wanda (Agata Kulesza) zu besuchen, Annas einzige noch lebende Verwandte. Wanda, die Schwester ihrer Mutter, eine leidenschaftliche Sensualistin mittleren Alters, offenbart ihr ein Geheimnis: Eigentlich ist Anna Jüdin und ihr wahrer Name ist Ida. Von der Nachricht ins Wanken gebracht, begibt sich Ida gemeinsam mit ihrer Tante auf eine Reise, auf der sie sich mit der tragischen Geschichte ihrer Familie auseinander setzen muss – aber auch beginnt, ihr eigenes Leben, ihre Ideale und ihren Glauben zu hinterfragen.

Still Alice – Mein Leben ohne Gestern
4. Woche – Ab 6 Jahren
    •    Donnerstag bis Mittwoch um 18:30 Uhr
    •    Sonntag bis Montag um 14:30 Uhr
Zunächst sind es nur Kleinigkeiten, die kaum jemandem auffallen. Bei einem Vortrag fällt Professorin Alice Howland (Julianne Moore) plötzlich ein Wort nicht ein. Wenig später dann verliert sie beim Joggen die Orientierung, obwohl sie die Strecke fast jeden Tag läuft. Die 50-jährige, die an der Columbia University Linguistik lehrt, ahnt bald, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Aber die Diagnose ist trotzdem ebenso unerwartet wie erschütternd: Alice leidet an einem seltenen Fall von frühem Alzheimer.

Verstehen Sie die Beliers?
5. Woche
    •    Donnerstag bis Dienstag um 17:00 Uhr
Die 16-jährige Paula Bélier (Louane Emera) lebt gemeinsam mit ihrer Familie auf einem Bauernhof. Das Besondere an der Familie Bélier ist, dass alle bis auf Paula – Mutter Gigi (Karin Viard), Vater Rodolphe (François Damiens) und Bruder Quentin (Luca Gelberg) – gehörlos sind. Daher fallen dem Mädchen auch alle organisatorischen Aufgaben zu wie z. B. der Kontakt mit der Bank oder die Hilfe beim Verkauf der Farmerzeugnisse auf dem Markt. So lebt sie ihr Leben als Vermittlerin zwischen ihren Liebsten und der Welt, die sie nicht verstehen. Doch eines Tages beschließt Paula, dem Schulchor beizutreten, damit sie einem Jungen, in den sie sich verliebt hat, näherkommen kann. Unverhofft offenbart sie eine beeindruckende Gesangsstimme, die ihr Musiklehrer natürlich nicht ungefördert lassen will. Er schlägt ihr daher vor, auf eine spezielle Schule in Paris zu gehen. Doch falls sie dort aufgenommen wird, würde es die Trennung von ihrer Familie bedeuten. Paula wäre damit ganz alleine in Paris, doch die anderen…allein mit der Welt.

Whiplash (OmU)
6. Wochem – Ab 12 Jahren
    •    Mittwoch um 16:45 Uhr
Der 19-jährige Jazz-Schlagzeuger Andrew Neiman (Miles Teller) träumt von einer großen Karriere. Nach dem Scheitern der Schriftsteller-Laufbahn seines Vaters ist er fest entschlossen, sich durchzukämpfen und es auf dem renommiertesten Musikkonservatorium des Landes ganz nach oben zu schaffen. Eines Nachts entdeckt der für seine Qualitäten als Lehrer ebenso wie für seine rabiaten Unterrichtsmethoden bekannte Band-Leiter Terence Fletcher (J.K. Simmons) den jungen Drummer beim Üben. Wenngleich Fletcher in diesem Moment nur wenige Worte verliert, entfacht er in Andrew eine glühende Entschlossenheit. Zu dessen Überraschung veranlasst der Lehrer am nächsten Tag, dass der begabte junge Mann ab sofort in seiner Gruppe spielt – ein Schritt, welcher Andrews Leben für immer verändern wird.

Text: Tamara Soliz

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