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Kultur

Kinoprogramm für 
das Odeon 
vom 03.01. bis 09.01.2013

Donnerstag, 3. Januar 2013 | Text: Tamara Soliz | Bild: filmcoopi

Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Kann das böse einfach nur funktional und angepasst sein? Hanna Arendt hat 1961 den Eichmann Prozess in Jerusalem verfolgt. Sie sah in dem Täter Adolf Eichmann nicht eine dämonische Reinkarnation des Teufels, sondern die „Banalität des Bösen“. Eichmann war im zweiten Weltkrieg Leiter des sogenannten Eichmannreferats, das verantwortlich war für die Deportation und Ermordung von mehr als 6 Millionen Juden sowie unzähliger anderer NS-Opfer-Gruppen. Hanna Arendt zog am Ende des Prozesses folgenden Schluss:

„In diesen letzten Minuten war es, als zöge Eichmann selbst das Fazit der langen Lektion in Sachen menschlicher Verruchtheit, der wir beigewohnt hatten – das Fazit von der furchtbaren »Banalität des Bösen«, vor der das Wort versagt und an der das Denken scheitert.“

 


Der Film Hanna Arendt gespielt von Barbara Sukowa unter der Regie von Margarethe Von Trotta zeigt den Prozess und die dramatische Entwicklung von Hanna Arendt’s Leben auf Grund ihrer kontroversen Aussagen über das Böse und den Prozess – unbedingt sehenswert!

 

Vorschau: ??“Die Ökonomie des Glücks“ Wiederholung wegen großer Nachfrage So. 6.1. 11:30 Uhr ??

 

2 x Preview in eine Woche! „Der Geschmack von Rost und Knochen“ und „Hannah Arendt“.

Schulkino Wochen NRW im ODEON ?Do. 24.1. bis Mi. 6.2. täglich 9:00 und 9:30 Uhr
Programm und Anmeldung  http://www.schulkinowochen.nrw.de
und http://www.odeon-koeln.de/inhalt/vorschau

Der Geschmack von Rost und Knochen (OmU)
Preview
Ab 12 Jahren
    •    Dienstag, 8.01.2013 um 20:45 Uhr
Das dieser Film etwas ganz besonderes sein muss, können Sie schon daran sehen, dass fast jedes Kölner Kino mit ihm eine Preview macht.
Angesichts des Filmtitels fühlt man sich als Kinoprogrammmacher etwas hilflos, wer vermutet dahinter schon eine beispiellose Liebesgeschichte?
Dieser Film definiert das, was man im Kino erleben kann neu.
Schauen sie mal in den Kritikerspiegel von Choices.
 Alles beginnt im Norden von Frankreich. Plötzlich findet sich Ali (Matthias Schoenaerts) mit einem fünf Jahre alten Kind in seiner Obhut wieder. Sam ist sein Sohn, doch er kennt ihn kaum. Ohne Geld und Freunde sucht Ali Zuflucht bei seiner Schwester Anna (Corinne Masiero) an der Côte d‘Azur. Sie bringt die beiden in ihrer Garage unter und nimmt das Kind unter ihre Fittiche. Als ein Streit in einem Nachtclub, in dem er als Türsteher arbeitet, außer Kontrolle gerät, macht Ali die Bekanntschaft von Stéphanie (Marion Cotillard). Stephanie trainiert Killerwale im Marineland. Als eine ihrer Shows in einer Tragödie endet, bringt sie ein nächtlicher Anruf erneut zusammen. Stephanie hat ihre Beine verloren und etliche Illusionen. Ali beginnt ihr zu helfen, auf seine Art und ganz ohne Mitleid. Und beide finden dadurch zurück ins Leben…

Hannah Arendt
Preview
Ab 6 Jahren
    •    Mittwoch, 9.01.2013 um 14:30 Uhr
 Es war längst überfällig, das packende Leinwandportrait über die legendäre Philosophin Hannah Arendt. Souverän stellt die versierte europäische Arthouse-Regisseurin Margarethe von Trotta ihre Zeit im New Yorker Exil und ihre Berichterstattung über den Prozess gegen den NS-Bürokraten Adolf Eichmann in den Mittelpunkt des Biopic. Herausragend verkörpert die preisgekrönte Schauspiel-Ikone des Neuen Deutschen Films Barbara Sukowa die unangepasste deutsch-jüdische Theoretikerin des 20. Jahrhunderts zwischen leidenschaftlichen Denken und Fühlen.
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Beasts of the Southern Wild
4. Woche – Ab 12 Jahren
    •    Donnerstag bis Mittwoch um 17:00 Uhr
    •    Donnerstag bis Montag, Mittwoch um 21:00 Uhr OmU
Hushpuppy hat es verdient! in der 4. Woche bekommt dieser besondere Film von uns tägl. eine deutsche und eine OmU Vorstellung!

Mit einer sensationell guten Kinderdarstellerin erzählt “Beasts of the Southern Wild” von einer Gemeinschaft von Außenseitern und Verlierern, die im Sumpfdelta um New Orleans bewusst die geregelte Gesellschaft meiden. Unter ihnen wird die sechsjährige Hushpuppy unkonventionell liebevollen von ihrem Vater aufgezogen und auf die Härten des Lebens vorbereitet. Oft auf sich gestellt, entwickelt das Kind eine fantastische Welt, die den Film zu einem der besten des Jahres macht.

Anna Karenina
6. Woche – Ab 12 Jahren
    •    Donnerstag bis Dienstag um 15:45 Uhr
    •    Donnerstag bis Samstag, Montag bis Mittwoch um 20:30 Uhr
    •    Sonntag um 20:30 Uhr OmU
Die schöne und kluge Anna Karenina (Keira Knightley) hat alles, was ein Mensch sich nur wünschen kann. Sie ist reich verheiratet, geht am russischen Zarenhof ein und aus und lebt auch sonst ein glanzvolles Leben.

Eigentlich könnte sie also vollkommen glücklich sein, wäre da nicht ihre Ehe mit dem reichen und gefühlskalten Fürsten Alexei Alexandrowitsch Karenin (Jude Law). Dieser ist ein hoher Regierungsbeamter und sieht in seiner Karriere die Erfüllung seines Lebens. Für seine junge Frau hat er wenig Verständnis, gibt er ihr doch genügend Geld und hohes Ansehen. Anna Karenina steht Alexei Karenin zwar treu zur Seite, vermisst jedoch die Leidenschaft in ihrem Leben.

Doch dann lernt Anna Karenina eines Tages den jungen und sehr attraktiven Grafen Wronsky (Aaron Johnson) kennen und verliebt sich in ihn. Anna ist hin und her gerissen zwischen ihrem Pflichtgefühl zum Fürsten Karenin und ihrer leidenschaftlichen Liebe zu Wronsky. Das Unheil nimmt seinen Lauf.

Das grüne Wunder -?? Unser Wald
13. Woche
    •    Mittwoch um 15:00 Uhr
Aufbauend auf dem erfolgreichen TV-Zweiteiler „Mythos Wald“ nimmt „Das grüne Wunder- Unser Wald“ den Zuschauer mit in die vielfältige Welt des deutschen Waldes. Eindrucksvolle Bilder und Informationen im Überfluss machen Jan Hafts Dokumentation zu einem spannenden Blick auf Flora und Fauna des Waldes, die sich bisweilen hart an der Grenze zum Naturkitsch bewegt. Optisch ist „Das grüne Wunder“ meist atemberaubend.

Das Venedig Prinzip (OmU)
5. Woche
    •    Sonntag um 13:15 Uhr
Venedig: Das ist Romantik pur, das ist die Sehnsucht aller Europäer, der Traum aller Amerikaner, der Wunsch der Japaner. Doch die schönste Stadt der Welt wird abends zur Geisterstadt: Ganze Viertel stehen schon leer; von ihren Bewohnern längst verlassen, dienen diese unbewohnten Gemäuer dem Geschäft mit einem Mythos. 20 Millionen Fremde besuchten die Stadt im letzten Jahr, das sind durchschnittlich 60.000 am Tag, und in diesem Jahr werden es wieder mehr sein.

Ihnen stehen inzwischen noch 58.000 Einwohner entgegen, so viele wie zuletzt nach der großen Pest von 1438. Und nächstes Jahr werden es wieder weniger sein. Denn die Stadt wird unbewohnbar. Das urbane Eigenleben Venedigs ist beinahe zusammengebrochen, es existiert kaum noch.

Der Film zeigt, was vom venezianischen Leben übrig geblieben ist: eine Subkultur touristischer Dienstleister; ein Hafen für die monströsen Kreuzfahrtschiffe, der auf seine Erweiterung wartet; Venezianer, die auf das Festland ziehen, weil es keine bezahlbaren Wohnungen mehr gibt; eine alte Adlige, die die Stadtverwaltung mit Hohn überzieht; ein Immobilienmakler, der darüber nachdenkt, das sinkende Schiff zu verlassen. Ein Requiem auf eine immer noch grandiose Stadt. Ein Lehrstück darüber, wie öffentliches Gut zur Beute einiger Weniger wird. Ein Hohelied auf die letzten Venezianer, ihren Witz und ihr Herz. DAS VENEDIG PRINZIP. Eine Stadt geht baden.

Der kleine König Macius
5. Woche
    •    Sonntag um 14:00 Uhr
Die Kindererzählung von Janusz Korczak ist ein spannendes Abenteuer für die Kleineren unter den jungen Kinogängern. Im reduzierten und angenehmen Zeichenstil zeigen Lutz Stützner und Inés Keerl die Geschichte des kleinen Macius, der über Nacht zum König wird. Ein kurzweiliger Familienspaß, der sich wie jeder guter Kinderfilm den großen Fragen der Pädagogik stellt.

Die Köchin und der Präsident
3. Woche – Ab 6 Jahren
    •    Donnerstag bis Samstag, Montag bis Mittwoch um 18:30 Uhr
    •    Sonntag um 18:30 Uhr OmU
Hortense Laboire (Catherine Frot) wird völlig überraschend gefragt, ob sie fortan den französischen Präsidenten Francois Mitterand (Jean D’ormesson) bekochen möchte. Die bodenständige Köchin aus einem französischem Provinznest zieht dankbar in den Elysée-Palast ein und wirbelt die steife Männergesellschaft kräftig durcheinander. Ihre französische Hausmannskost versetzt den Präsidenten zurück in längst vergessene Zeiten. Die kulinarischen Köstlichkeiten locken ihn sogar des Nachts in die Küche von Hortense Laboire. Doch die Köchin eckt mit ihrer unkonventionellen Art auch an und wird schließlich vor die Wahl gestellt, sich entweder besser an die Etikette anzupassen oder aber den Job aufzugeben und dem Präsidenten und dem Elysée-Palast den Rücken zu kehren.

In Ihrem Haus
6. Woche – Ab 6 Jahren
    •    Donnerstag bis Samstag, Montag bis Mittwoch um 18:45 Uhr
    •    Sonntag um 18:45 Uhr OmU
Kein Film gleicht bei François Ozon dem vorangegangenen. Mit dem vielschichtigen, spielerischen Genrezwitter „In ihrem Haus“ setzt der Franzose diese Tradition abermals fort. Die Geschichte eines frustrierten Lehrers, der in einem seiner Schüler ein Literaturgenie entdeckt zu haben glaubt, lässt sich in keine Schublade einordnen. Was in einem Moment noch einer Kunstsatire ähnelt, erscheint schon in der nächsten Szene wie ein raffiniert erzählter Psychothriller. In Toronto wurde soviel Experimentierfreude mit dem FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik ausgezeichnet, auf der Filmkunstmesse gab es den Preis der Jugendjury.

Liebe
17. Woche – Ab 12 Jahren
    •    Sonntag um 11:45 Uhr
Erst großer Beifall bei der Pressevorführung, dann Standing Ovations bei der offiziellen Weltpremiere in Cannes und schließlich die Goldene Palme – ein neuer Coup des österreichischen Maestros Michael Haneke. Vor drei Jahren stand er für „Das Weiße Band“ bereits auf dem Siegertreppchen ganz oben. Sein Thema diesmal: der Tod. Die Machart: Ein Kammerspiel mit 3 Personen. Reines Kinogift, möchte man meinen. Weit gefehlt! Ein Triumph der Filmkunst und der Humanität wird man danach feststellen. Großartig gespielt, fesselnd inszeniert und bereits jetzt ein heißer Oscar-Kandidat. Euphorische Kritiken und Palme dürfte dem Publikum die Schwellenangst nehmen, die Mund-zu-Mund-Propaganda noch viel mehr. Das Filmkunst-Ereignis des Jahres!
 Unser Tipp des Jahres!
Pressezitate zum Film:?„Michael Hanekes Film LIEBE ist alles, was der Titel verspricht: zart, wahrhaftig und groß…“ FAZ?„Mit LIEBE ist der österreichische Filmemacher Michael Haneke in den Kino-Olymp aufgestiegen“ SZ?„Ihn den besten Film des Jahres zu nennen, ist eine Untertreibung; er überstrahlt eine Zeit“ Tagesspiegel?„eine(r) der ganz großen Augenblicke der Kinogeschichte“ Die Zeit

Sagrada
3. Woche – Ab 6 Jahren
    •    Donnerstag bis Dienstag um 15:00 Uhr
Die «Sagrada Família» in Barcelona ist ein einzigartiges, faszinierendes Bauprojekt mit einem genialen, einst umstrittenen Vater – Antoni Gaudí – einer riesigen Familie von Mitwirkenden, einer Geschichte voller Höhenflüge und Abgründe und einer Unzahl von aufgeworfenen Fragen. Die Biographie dieses Bauwerkes – seit 1882 im Bau und heute gut zur Hälfte fertig gestellt –, bildet den Ausgangspunkt für Stefan Haupts Film SAGRADA – el misteri de la creació.

Normalerweise erleben wir eine Kathedrale, einen Tempel, einen Dom in seiner fertig gestellten,  vollendeten Form – als Zeuge einer längst vergangenen Zeit. Doch der Bau der Sagrada Família ist alles andere als abgeschlossen. Das Bauwerk entsteht und wächst, heute noch, und dies bereits seit über 125 Jahren. Wer war der Mann, der diese Kathedrale entworfen hat? Was trieb ihn dazu an? Wer waren seine Nachfolger? Wer sind die Menschen – Handwerker, Arbeiter, Künstler, Architekten – die heute an der Sagrada Família weiter arbeiten und sie vollenden wollen? Was treibt sie dazu an?

Letztlich dreht sich der Film, inspiriert von Gaudís Vision, um die urmenschlichen Suche nach dem Kern unseres Daseins, unserer Herkunft und unserem Ziel; umdie Frage nach unserer menschlichen Schöpfungskraft – und wofür wir sie einsetzen wollen.

Stille Seelen (OmU)
7. Woche – Ab 12 Jahren
    •    Mittwoch um 16:45 Uhr
Heimat existiert nur solange man liebt. Ein Roadmovie voller Poesie und Sinnlichkeit.
Als Miron seine Frau Tanja verliert, lässt die Trauer alte Erinnerungen an seine Eltern und seiner Herkunft aufkommen. Um sich seiner Identität zu versichern beschließt er, Tanjas Körper an einem weit entfernten Ort am Ufer des Flusses zu verbrennen, an dem sie miteinander glücklich waren. Dazu braucht er die Hilfe ihres gemeinsamen Freundes Aist. Eine Reise mit der Erinnerung an Tanja beginnt. Eine Suche nach einer neuen Heimat.

«Wortkarg wie bei Aki Kaurismäki, aber im sexuellen Begehren und in ihren seelischen Aufwallungen ungleich leidenschaftlicher … berührend sanft, abgeklärt, ja nahezu weise, aber zugleich von vulkanischer Hitze durchsetzt.» NZZ

«Dieser lyrische Film über die Sehnsucht des Menschen nach Verankerung berührt, verführt zum Träumen und verstört mit seiner Nähe zum Abgrund. » kino-zeit.de

Text: Tamara Soliz

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