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Kultur

Kinoprogramm für 
das Odeon 
vom 06.09. bis 12.09.2012

Mittwoch, 5. September 2012 | Text: Tamara Soliz | Bild: Pandora Filmverleih

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Obwohl das Wetter bis Mittwoch schön sonnig bleiben soll, ist ein guter Kinofilm eine gute Ergänzung zum Urlaubsgefühl bei sommerlichen Temperaturen. Sehr zu empfehlen ist der Film „Was bleibt“ von Hans-Christian Schmid. Ein gemütliches Familientreffen, das zu einem Alptraum wird. Wer kennt diese vom Zwang zur Freundlichkeit überschatteten Versammlungen mit den lieben Angehörigen. Wollten wir nicht alle schon mal schreiend aus so einer Veranstaltung fliehen? Eine Anleitung zum psychologisch ausgefeilten Abschlachten der Familie liefert (vielleicht) der Film „Was bleibt“.
Was bleibt
1. Woche – Ab 12 Jahren
    •    tägl. außer So., Mi. um 16:00 Uhr
    •    tägl. um 18:00 Uhr
    •    tägl. um 20:00 Uhr
Hans-Christian Schmid gehört zum exklusiven Club deutscher Regisseure mit makelloser Filmgrafie. Dass er schlechtes Kino nicht kann, beweist der „Requiem“-Macher auch diesmal auf eindrucksvolle Art. Erzählt wird vom gemütlichen Familientreffen in einer vornehmen Villa, das immer bedrohlicher aus dem Ruder läuft. Die beiden erwachsenen Söhne haben ebenso ihre Geheimnisse wie die Eltern. Die Fassaden bröckeln, das Drama nimmt seinen Lauf. Mit psychologischer Präzision, punktgenauen Dialogen sowie exquisiter Besetzung gelingt Schmid eine famose Vermessung der Familienwelt.

Berg Fidel – Eine Schule für alle
1. Woche
    •    Sonntag um 15:00 Uhr
„Inklusive Schule“ ist ein vieldiskutiertes Schlagwort im Bildungssektor: Es geht um Schulen, die nicht ausgrenzen wollen, sondern integrieren. „Die Berg Fidel“ Schule in Münster folgt diesem Konzept und steht im Mittelpunkt des genau beobachteten Dokumentarfilms von Hella Wenders. Angenehm undogmatisch porträtiert sie die Schüler und enthält sich dabei jeder Wertung über Vor- und Nachteil dieser besonderen Schulform.
Köln Premiere BERG FIDEL – EINE SCHULE FÜR ALLE im ODEON Köln?in Kooperation mit der Stadt Köln und dem Schulamt für die Stadt Köln?Sonntag 09.09. um 15:00 Uhr?Im Anschluss an die Filmvorführung Gesprächsaustausch mit:?Dr. Agnes Klein, Dezernentin für Bildung, Jugend und Sport der Stadt Köln und Angelika Köster-Legewie, Schulamtsdirektorin, Schulaufsicht für die Stadt Köln
Weitere Vorführungen ab 13. September

Dichter und Kämpfer
1. Woche – Ab 12 Jahren
    •    Freitag bis Samstag um 22:45 Uhr
    •    Mittwoch um 21:00 Uhr+ Poetry Slam
Marion Hütter über ihren Film: Wir haben vier Poetry-Slammer ein Jahr lang kreuz und quer durchs Land begleitet.
Wir waren mit Julius Fischer Fußball spielen, mit Theresa Hahl an der Uni,
mit Sebastian23 bei einer Kameraprobe, mit Philipp Scharrenberg auf der Buchmesse, mit allen im Gespräch über Literatur, Alkohol und das Leben. Und dann natürlich noch Kaffee trinken, Singen, Slammen und endlos Bahn fahren.

To Rome with Love
2. Woche – Ab 6 Jahren
    •    Donnerstag bis Dienstag um 18:30 Uhr OmU
    •    Donnerstag bis Dienstag um 20:45 Uhr OmU
    •    Donnerstag bis Dienstag um 16:15 Uhr OmU
    •    Mittwoch um 14:30 Uhr OmU
Auf Woody Allen scheint Verlass. Ein Film pro Jahr liefert der New Yorker auch mit inzwischen weit über 70 ab. Nach Stationen in London, Barcelona und zuletzt Paris reiste der Oscar-Preisträger nun in die italienische Hauptstadt weiter. Mit im Gepäck befand sich ein gewohnt erstklassiger Cast (u.a. Alec Baldwin, Roberto Benigni, Penélope Cruz, Ellen Page) und reichlich mediterranes Lebensgefühl. Für Allen- und Rom-Liebhaber zweifellos unterhaltsam.

360
4. Woche – Ab 12 Jahren
    •    Donnerstag bis Mittwoch um 21:45 Uhr
Der handwerklich virtuose Episodenfilm „360“ basiert lose auf Arthur Schnitzlers Novelle „Der Reigen“. Souverän verwebt der brasilianische Ausnahmeregisseur Fernando Mireilles („City of God“) Schicksale zu einer emotionalen Momentaufnahme über Liebe, Sexualität, Aufbruch, Betrug und Beziehungen am Beginn des 21. Jahrhunderts. Ein Blick auf die moderne, global vernetzte Welt wie durch ein schillerndes Kaleidoskop zwischen romantischer Tragödie und Thriller, unterstützt von einem überzeugenden Schauspielensemble aus exquisiten Charakterdarstellern, talentierten Newcomern und Hollywoodgrößen wie Jude Law und Oscarpreisträger Anthony Hopkins.

Am Ende eines viel zu kurzen Tages
2. Woche – Ab 12 Jahren
    •    Mittwoch um 19:00 Uhr
Eine Geschichte, die mitten ins Herz trifft und den Geist öffnet fürs Wesentliche: Donald ist 15, und er weiß, dass er bald sterben wird. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen, um noch kurz vor der Reise in die Ewigkeit die große Liebe zu finden – oder wenigstens den Sex zu entdecken.
Nach dem Roman „Superhero“ von Anthony McCarten entstand ein schwarzhumoriger und dennoch sensibler Film um Liebe, Tod und die Freude am Leben.

Die Piraten – Ein merkwürdiger Haufen
2. Woche
    •    Sonntag um 13:15 Uhr
Der Piratenkapitän  ist zwar grenzenlos enthusiastisch, aber nicht sehr erfolgreich als „Schrecken der Weltmeere“. Trotzdem verfolgt er mit seiner bunt zusammengewürfelten Crew nur einen Traum: Er will seine beiden Rivalen Black Bellamy  und Cutlass Liz  aus dem Weg räumen und den heiß begehrten Preis für den „Besten Piraten des Jahres“ gewinnen. Dabei verschlägt es die Helden von der exotischen Blutinsel in das viktorianische London. Auf ihrer Reise müssen sie eine diabolische Königin bekämpfen und sich mit einem unglücklich verliebten jungen Wissenschaftler verbünden.

Die Wohnung
11. Woche
    •    Sonntag um 11:15 Uhr OmU
    •    Mittwoch um 14:45 Uhr OmU
Im Alter von 98 Jahren stirbt Großmutter Gerda. Kurz darauf versammelt sich die Familie in ihrer Wohnung in Tel Aviv, um diese aufzulösen. 70 Jahre lang hat sie hier mit Ehemann Kurt gelebt, weggeschmissen haben sie nichts.
Inmitten unzähliger Briefe, Fotos und Dokumente entdeckt die Familie Spuren einer unbekannten Vergangenheit: Die jüdischen Großeltern waren eng befreundet mit der Familie des SS-Kommandanten Baron Leopold von Mildenstein.
Filmemacher und Enkel Arnon Goldfinger nimmt zusammen mit seiner Mutter den Kampf auf: mit Wut und Mut gegen die Kisten, den Staub, die Antiquitätenhändler, die Familie, die Vergangenheit und die Gegenwart, Verdrängung und Wahrheit.
Text & Foto: Salzgeber

Flamenco Flamenco
3. Woche – Ab 6 Jahren
    •    Samstag bis Sonntag um 14:15 Uhr
Fünfzehn Jahre nach seinem Welterfolg „Flamenco“ hat der große Altmeister des spanischen Kinos Carlos Saura seine damalige Crew (Vittorio Storaro an der Kamera, Isidro Munoz als musikalischer Leiter) erneut versammelt, um eine neue, aufregende Generation von Flamencokünstlern vorzustellen – Sänger, Musiker, Tänzer…
Gedreht in der eindrucksvollen Kulisse des ehemaligen Weltausstellungspavillons in Sevilla und unter Einbeziehung von Kunstwerken von Picasso bis Klimt, gelingt Saura erneut eine atemberaubende filmische Verschmelzung von Licht, Musik und Tanz, eine Hommage an die Schönheit und Vielseitigkeit des Flamenco. Über 300 Mitwirkende zeigen nicht nur die traditionelle Kunst dieses spanischen Nationaltanzes, sondern auch neue, ungewöhnliche Formen („fusion flamenco“). Als roter Faden durchläuft der Film die Lebensspanne eines Menschen von der Geburt bis zum Tod, jeweils assoziativ ausgedrückt durch unterschiedliche Tanz- und Gesangsstile. Ein überwältigendes Erlebnis für alle Sinne.

 

Life in Stills (OmU)
4. Woche – Ab 12 Jahren
    •    Mittwoch um 16:45 Uhr
Man könnte es als inoffizielles Gedächtnis Israels bezeichnen: Das über 250.000 Negative umfassende Archiv von Rudi und Miriam Weissenstein. Ihr kleiner Laden in Tel Aviv ist über die Grenzen Israels bekannt und steht im Mittelpunkt von Tamar Tals liebevoller Hommage „Life in Stills.“ Ein schöner, kleiner Film, der ganz nebenbei viel über das moderne Israel erzählt.
Tipp des Monats!

Gerhard Richter Painting
27. Woche – Ab 12 Jahren
    •    Sonntag um 11:30 Uhr
Kölsche Matinee: Sonntag 09.09. um 11:30 Uhr
Lange Jahre lehnte Gerhard Richter, einer der berühmtesten Künstler der Gegenwart, die zahlreichen Anfragen für Filmprojekte ab. Der Dokumentarfilmerin Corinna Belz gelang es, ihn vor die Kamera zu bekommen und Richter bei der Arbeit zu beobachten. Nicht nur in diesen Momenten ist „Gerhard Richter Painting“ ein faszinierender Film. Auf vielfachen Wunsch noch ein Mal.

Siddhartha
5. Woche – Ab 6 Jahren
    •    Mittwoch um 17:00 Uhr
Sein Weg führt den jungen Adligen Siddhartha (Shashi Kapoor) von strengster Askese mit den wandernden Sadhus (heilige Männer) und Studien über Buddha, über sinnliche Leidenschaft und Wohlstand zu Selbstekel und letztendlich zum Einssein, zur inneren Harmonie, die er gesucht hat. Siddhartha lernt, dass der Sinn des Lebens nicht von einer Person zur anderen weitergegeben werden kann, sondern nur durch eigene Erfahrung gefunden wird.
Siddhartha beginnt seine Selbstfindung, indem er sich seinem Freund Govinda (Romesh Sharma) als wandernder Mönch anschließt. Er unterzieht sich religiösen Studien, aber sein wissbegieriger Geist wird durch Meditation nicht befriedigt. Er verliebt sich in die hübsche Prostituierte Kamala (Simi Garewal), mit der er einen Sohn (Kunal Kapoor) hat, bevor er schließlich als Fährmann an den Ufern eines großen Flusses seinen Seelenfrieden findet.

Anlässlich des 50. Todestages des Nobelpreisträgers Hermann Hesse am 9. August 2012 kommt die legendäre SIDDHARTHA-Verfilmung von Conrad Rooks wieder in die Kinos. Der Film – inzwischen selbst ein Klassiker – entstand 1972. In Deutschland war er erst 1997 in den Kinos zu sehen! Gedreht wurde in Nordindien, u.a. in der Pilgerstadt Rishikesh sowie auf dem Besitz und im Palast des Maharadscha von Bharatpur.

Text: Tamara Soliz

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