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Kultur

Kinoprogramm für 
das Odeon 
vom 13.-19.06.2013

Donnerstag, 13. Juni 2013 | Text: Tamara Soliz | Bild: movienet

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Das Älterwerden ist ein Thema, das niemandem besonders behagt, aber dem sich dennoch jeder eines Tages stellen muss. Die Mutter der Regisseurin Carolin Genreith sieht das jedoch anders. Einmal in der Woche legen sie und ihre Freundinnen alle Hemmungen ab, ziehen sich bunte Kostüme an und lassen beim Bauchtanz ihre Hüften kreisen. Carolin Genreith ist zu Beginn nicht besonders glücklich über das Hobby ihrer Mutter. So nimmt sie in ihrer Dokumentation, in der sie ihre eigene Mutter und zwei ihrer Freundinnen porträtiert, die Rolle der skeptischen Vertreterin ihrer Generation ein. Am 18. Juni 2013 findet im Odeon die Premiere dieses Filmes statt – und Regisseurin Carolin Genreith wird anwesend sein. Was ansonsten noch im Südstadtkino gezeigt wird, haben wir hier zusammengefasst.

Tango Libre
1. Woche – ab 6 Jahren
Donnerstag bis Mittwoch um 19:00 Uhr 

Tipp des Monats!
    •    Sonntag um 13:00 Uhr
Was wie ein Krimi beginnt, erweist sich als ein genau gezeichnetes Drama von fünf Menschen, deren Schicksal sich mehr und mehr verknüpft im Rhythmus des argentinischen Tango. Und was wie eine Dreiecksgeschichte beginnt, endet als durchgeknalltes Märchen. Dabei bietet das Drehbuch immer wieder überraschende Wendungen, um die Geheimnisse hinter den Figuren Stück für Stück zu entblättern. „Tango Libre“ ist eine berührende Geschichte von der Liebe und dem Mut, für sie die eigenen Grenzen zu überwinden. Gleichzeitig zeichnet der Film ein faszinierendes Porträt von Männlichkeit, das alle gängigen Klischees spielend bzw. tanzend auf den Kopf stellt. Ein toller Film, kunstvoll und sinnlich inszeniert. Wie schon bei „Eine pornographische Beziehung“ (2000) gelingt es Regisseur Frédéric Fonteyne, ein wenig neben der Spur konventioneller Draufsicht eine sehr glaubwürdige Geschichte von Menschen zu erzählen. (Die OmU-Fassung wird im Rahmen der Französischen Filmtage vom 4.7.-17.7.2013 gezeigt).

Die mit dem Bauch tanzen
1. Woche – ab 6 Jahren
Dienstag um 20:00 Uhr  

Premiere in Anwesenheit der Regisseurin
Das Älterwerden ist ein Thema, das niemandem besonders behagt, aber dem sich dennoch jeder eines Tages stellen muss. Vor allem Frauen sehen sich mit Beginn ihrer Wechseljahre mit dem Klischee konfrontiert, dass ein „Altern in Würde“ gleichbedeutend mit dem Verstecken des eigenen Körpers und der Besinnung auf eine Großmütterchen-Rolle sei. Die Mutter der Regisseurin Carolin Genreith sieht das jedoch anders. Einmal in der Woche legen sie und ihre Freundinnen alle Hemmungen ab, ziehen sich bunte Kostüme an und lassen beim Bauchtanz ihre Hüften kreisen. Carolin Genreith ist zu Beginn nicht besonders glücklich über das Hobby ihrer Mutter. So nimmt sie in ihrer Dokumentation, in der sie ihre eigene Mutter und zwei ihrer Freundinnen porträtiert, die Rolle der skeptischen Vertreterin ihrer Generation ein. Bei ihrer Arbeit lernt sie sehr unterschiedliche Lebensmodelle kennen.  (ab 20.6. täglich im Programm.)

 

Before Midnight
2. Woche
    •    Donnerstag bis Montag um 16:15 Uhr
    •    Donnerstag bis Samstag, Montag, Mittwoch um 20:45 Uhr
    •    Sonntag um 20:45 Uhr OmU
    •    Dienstag um 21:00 Uhr
Der Gewinner des Silbernen Bären kehrt mit dem Abschluss der Trilogie zur Berlinale zurück! Im Jahr 1995 wurde Richard Linklaters BEFORE SUNRISE, ein unvergesslicher Film über das Lieben, das Leben und den Zauber des richtigen Augenblicks, für die Beste Regie ausgezeichnet. Neun Jahre später begeisterte BEFORE SUNSET, die berührende Geschichte um die wiederholt zufällige und verheißungsvolle Begegnung von Jesse (Ethan Hawke) und Celine (Julie Delpy), erneut das Berlinale Publikum. Regisseur und Hauptdarsteller, die auch gemeinsam das Drehbuch schrieben, durften sich über eine Oscar®-Nominierung für das Beste adaptierte Drehbuch freuen. Inzwischen sind wieder neun Jahre vergangen: Mit BEFORE MIDNIGHT liefert Richard Linklater den langersehnten Höhepunkt der Welterfolge mit Kultstatus.

Ihr werdet euch noch wundern
2. Woche
    •    Donnerstag bis Dienstag um 16:45 Uhr
Nach seinem Tod erhalten Antoines (Denis Podalydès) Freunde einen Telefonanruf. Sie werden dazu aufgefordert, sich zum Haus der Verstorbenen zu begeben. In seinem letzten Willen hat der berühmte Schauspieler nämlich eine sehr spezielle Bitte vermerkt. Antoine war Theater-Darsteller, er und seine alten Kollegen spielten einst die Anouilh-Stücke „Eurydice“ und „Cher Antoine“. In seinem Testament bittet der Verschiedene, dass seine Kameraden ein Auge auf die Wiederaufführung des ihnen so vertrauten Stoffes werfen mögen. Die neuen Inszenatoren baten den Altschauspieler um dessen Rat, den er ihnen vor seinem Tod jedoch nicht mehr geben konnte. Nun findet sich der verbliebene Kreis von Schauspielern in seinem Haus zusammen, um gemeinsam ein Video von den Proben der jungen Theatergruppe anzusehen. Dabei durchleben sie noch einmal all die starken Gefühle, die sie mit den damaligen eigenen Proben und Vorstellungen verbinden, wie Liebe und Begeisterung, aber auch Verrat und Eifersucht.

Max Beckmann – Departure
1. Woche – Ab 6 Jahren
Samstag bis Sonntag, Mittwoch um 14:45 Uhr
Wie für andere Künstler seiner Generation war es die Erfahrung des Ersten Weltkriegs, die den Werdegang Max Beckmanns in neue, bis dato unbekannte Bahnen lenkte. Das Erlebnis existentieller Einsamkeit und der Verlust aller tragenden Konventionen machen ihn zu einem radikalen Wahrheitssucher. Direkt und unerbittlich „sieht“ er seine Zeit und immer wieder auch sich selbst an, um einen gültigen Ausdruck, eine bleibende Form zu finden, auf der Suche nach einer modernen Form der figurativen Malerei. So sehr Max Beckmanns Werke in ihrer Zeit, in der Erfahrung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verwurzelt sind, so wenig haben sie bis heute an Wucht und Geheimnis verloren.
MAX BECKMANN – DEPARTURE ist ein Film der vielfachen Bewegung: An die Orte seines Wirkens, von Berlin über Frankfurt, Paris und Amsterdam bis nach New York; in eine ruhelose Zeit, dokumentiert in den vielfach erst kürzlich erschlossenen Selbstzeugnissen der Briefe und Tagebücher; besonders aber in Beckmanns Kunst selbst, deren Entwicklung vor allem anhand der Selbstbildnisse und drei der großen Triptychen Beckmanns – ABSCHIED, ANFANG, ARGONAUTEN – sichtbar und erfahrbar wird. Entstanden in Zusammenarbeit mit Mayen Beckmann, der Enkelin des Künstlers, und im besten Sinn begeisternd kommentiert von den Beckmann-Experten Didier Ottinger, Reinhard Spieler und Uwe M. Schneede, ist MAX BECKMANN – DEPARTURE das faszinierende Porträt eines einzigartigen Künstlers.

Freier Fall
4. Woche – Ab 12 Jahren
Donnerstag bis Montag um 21:00 Uhr
Dienstag um 17:00 Uhr
Karriereaussichten bei der Bereitschaftspolizei, Nachwuchs unterwegs, die Doppelhaushälfte von den Eltern vorfinanziert: Marcs Leben ist gut eingerichtet.?Doch dann lernt er bei einer Fortbildung den Kollegen Kay kennen. Beim gemein-?samen Lauftraining lernt Marc ein neues Gefühl von Leichtigkeit kennen – und wie?es ist, Gefühle für einen Mann zu entwickeln.?Hin- und hergerissen zwischen der ihm vertrauten Welt und dem Rausch der neuen Erfahrung gerät ihm sein Leben zusehends außer Kontrolle. Im freien Fall kann Marc?es niemandem mehr recht machen. Am wenigsten sich selbst.

Die wilde Zeit
3. Woche – Ab 12 Jahren
Donnerstag bis Samstag, Montag, Mittwoch um 18:30 Uhr
Sonntag um 18:30 Uhr OmU
Nach seiner gefeierten Terroristen-Biografie „Der Schakal“ erzählt der französische Regisseur Olivier Assayas erneut eine Geschichte aus den 70er-Jahren. Diesmal mit deutlich autobiografischen Zügen: In „Die wilde Zeit“ porträtiert er seine eigene Generation – junge Menschen, die bei den Demonstrationen des Mai 1968 dabei waren und eine andere Gesellschaft ersehnen. Assayas taucht dabei tief in diese Zeit ein. Sein Film ist kein bildgewordenes Thesenpapier, sondern lässt erahnen, wie es sich angefühlt haben muss, damals jung gewesen zu sein. Er gewann bei den Filmfestspielen in Venedig den Preis für das beste Drehbuch.

Eine Dame in Paris
4. Woche – Ab 6 Jahren
Mittwoch um 16:45 Uhr
Sie ist immer noch die Königin der Leinwand: Jeanne Moreau, die 84jährige Grand Dames des französischen Kinos. In dem berührenden Kammerspiel „Eine Dame in Paris“ verkörpert die Muse der Nouvelle Vague erfrischend würdevoll eine kokette, teilweise herrische Lady, die in der Auseinandersetzung mit ihrer Pflegerin zu neuem Lebensmut findet. Mit heiterer Note, charmant und ohne Betulichkeit erzählt Regisseur Ilmar Raag die unsentimentale Geschichte einer Annäherung. Neben der Präsenz der Hauptdarsteller überzeugt die liebevolle Detailbeobachtung und Menschlichkeit.

Das Weiterleben der Ruth Klüger
3. Woche – Ab 12 Jahren
Sonntag um 12:00 Uhr
Mit dem berührenden Dokumentarfilm „Das Weiterleben der Ruth Klüger“ gelingt Filmemacherin Renata Schmidtkunz ein authentischer Einblick in die Ansichten einer außergewöhnlichen Frau und Holocaust-Überlebenden. Das einfühlsame Portrait über eine der bedeutendsten Literaturwissenschaftlerinnen unserer Zeit kommt, trotz intimer Nähe, ohne voyeuristischen Touch einer Homestory aus. Gleichzeitig spiegelt es hellsichtig den Umgang der Gesellschaft mit der Vergangenheit. Besonders Ruth Klügers unpathetische, unkonventionelle Art, ihre sensible Unerbittlichkeit und analytische Distanz in der Auseinandersetzung mit der Shoa macht dieses unprätentiöse Portrait sehenswert.

Der Mondmann
3. Woche
Sonntag um 14:30 Uhr
Basierend auf Tomi Ungerers Kinderbuch „Der Mondmann“ inszeniert Stephan Schesch einen allegorischen, poetischen Animationsfilm. Voller Melancholie, gepaart mit Humor und kleinen, feinen Lebensweisheiten erzählt der Film von der Suche nach Freundschaft und Nähe. Ein Kinderfilm zwar, der aber ebenso wie die Buchvorlage auch Erwachsene berührt.

Auf der Suche nach dem alten Tibet
4. Woche
Sonntag um 11:30 Uhr
Mittwoch um 16:15 Uhr
Ein Dokumentarfilm Team dringt zu den abgelegenen Kraftplätzen in Ost-Tibet vor, um die letzten lebenden Halter der Jahrtausende alten Yogi-Tradition zu finden. In der malerischen Berglandschaft des Himalaja entstanden Aufnahmen, die unser westliches Verständnis von „Wirklichkeit“ in Frage stellen.
Tibet war der letzte Ort der Welt, an dem Buddhas höchste Belehrungen – der sagenumwobene „Diamantweg” der Yogis – praktiziert wurden. Als 1959 die Chinesen in Tibet einfielen, zerstörten diese während der Kulturrevolution die bestehende buddhistische Kultur. 2007 machte sich ein Dokumentarfilm-Team auf den Weg in die abgelegenen Kraftplätze Ost-Tibets auf der Suche nach den letzten lebenden Haltern dieser Jahrtausende alten Tradition. Dabei entstanden in der malerischen Berglandschaft des Himalaja Aufnahmen, die unser westliches Verständnis von Wirklichkeit in Frage stellen.

The Broken Circle
7. Woche – Ab 12 Jahren
Mittwoch um 21:00 Uhr
Ein überbordendes Maß an Gefühlen und eine deutliche politische Agenda sind die Extreme, zwischen denen der flämische Regisseur Felix van Groeningen („Die Beschissenheit der Dinge“) eine leidenschaftliche Liebesgeschichte und einen dramatischen Krankheitsfall spannt. Alles begleitet und durchdringt die Bluegrass-Musik der Band, die Liebe, Leben und Leiden nicht nur vertont, sondern in besonders emotionalen Höhepunkten auf noch mehr Sinne loslässt. „The Broken Circle Breakdown“ war eine musikalische wie filmische Sensation auf der Berlinale 2013.??Ausgezeichnet mit dem Label Europa Cinemas und dem Panorama-Publikumspreis Filmfestspiele Berlin 2013.

Text: Tamara Soliz

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