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Kultur

Kinoprogramm für das Odeon vom 1.-7.3.2012

Mittwoch, 29. Februar 2012 | Text: Gastbeitrag | Bild: W-Film

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

„Meryl Streep kommt in die Südstadt“ – das ist die Meldung, die sich viele Kinofans wünschen. Leibhaftig wird die Schauspielerin, die gerade in Los Angeles einen der begehrten amerikanischen Goldtrophäen erhalten hat, wohl erst einmal nicht den Weg in den Kölner Süden finden. Wer sich jedoch ein Bild über die Arbeit von Frau Streep machen möchte, kann das nun im Odeon tun – „Die eiserne Lady“ läuft ab dem 1. März 2012 dreimal täglich. Alle Fans von Comiczeichner Ralf König und Regisseur Rosa von Praunheim sollten sich für den 7. März 2012 schon einmal eine Karte reservieren. Um 20 Uhr wird der Film „König des Comics – Ralf König“ gezeigt, und Ralf König und Rosa von Praunheim sind live dabei.

Die Eiserne Lady
1. Woche – ab 6 Jahren
    •    Donnerstag bis Mittwoch um 16:15 Uhr
    •    Donnerstag bis Dienstag um 18:30 Uhr
    •    Donnerstag bis Mittwoch um 21:00 Uhr
Margaret Thatcher (Meryl Streep) war die erste weibliche Regierungschefin Europas. Sie kam aus einfachem Hause: Ihr Vater (Iain Glen) war Kolonialwarenhändler, methodistischer Laienprediger und Bürgermeister ihrer Geburtsstadt, die Mutter gelernte Hausschneiderin.
?Margaret Thatcher hob Grenzen zwischen Geschlechtern und Klassen auf und behauptete sich in einer bis dahin von Männern dominierten Welt. Sie war unverwechselbar in Stil, Gestus, politischer Haltung, bei der Durchsetzung ihrer Ziele. Dafür wurde sie von den einen gefürchtet, von den anderen verehrt. Ein Mythos.?? „Die eiserne Lady“ erzählt die Geschichte von Margaret Thatcher und auch eine Geschichte über die Macht in der Politik, und welchen Preis man dafür bezahlen muss. Gleichzeitig ist der Film ein überraschendes und intimes Porträt einer außergewöhnlichen und komplexen Frau. Meryl Streep wurde 2012 für Ihre Rolle als „Die Eiserne Lady“ mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

John Irving und wie er die Welt sieht
1. Woche
    •    Samstag bis Sonntag um 14:30 Uhr
Zum Starttermin (1.3.2012) ist der Regisseur Andre Schäfer um 18:30 Uhr anwesend! Weniger eine Dokumentation über den gerade in Deutschland sehr beliebten Bestseller-Autor John Irving, ist dieser Film von André Schäfer eher eine huldigende Annährung an Motive und Entstehung des Irvingschen Erzählkosmos.?? »sehenswerte Dokumentation über einen der größten Schriftsteller unseres Jahrhunderts« cinetastic.de

Die Muppets
1. Woche
    •    Sonntag um 12:30 Uhr
Nach 13 Jahren sorgen Kermit, Miss Piggy & Co. endlich wieder für Chaos im Kino. Und zwar „bis der Schuppen wackelt und zusammenbricht“ Kommunis­tische Propaganda? Da hat wohl etwas im Gehirn von Eric Bolling, dem Moderator der US-Sendung „Follow the Money“, ausgesetzt: Kürzlich prangerte er die Muppets als rote Gefahr an, schließlich würden Kermit & Co. in ihrem siebten Kinofilm einen „erfolgreichen Industriellen“ bekämpfen. Offensichtlich war Bolling mit der Tatsache überfordert, dass flauschige Puppen mehr Moral und Anstand besitzen als seine konservativen Unternehmerfreunde. Das Comeback der Chaostruppe spielt 13 Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Leinwandauftritt. Miss Piggy prägt als Plus-Size-Redakteurin der „Vogue“ in Paris die Modeszene, Fozzie Bär ist auf einer abgeranzten Bühne in Reno gelandet, und Stunt-Geier Gonzo hat ein Vermögen mit Kloschüsseln gemacht. Erst als ihr größter Fan, der kleine Walter, das legendäre Theater der Muppets vor einem Ölmulti retten will, trommelt Kermit seine alten Weggefährten zusammen. Und stellt die „sensationellteste, fabelhaftellteste, blödel­haftellteste, muppetionellteste“ Show aller Zeiten auf die Beine.

KÖNIG des Comics
1. Woche – ab 16 Jahren
    •    Mittwoch um 20:00 Uhr In Anwesenheit von Ralf König und Regisseur Rosa von Praunheim! Ralf König ist einer der erfolgreichsten Comiczeichner Deutschlands. 1987 wurde er mit dem Comic „Der bewegte Mann“ berühmt. Die Verfilmung mit Til Schweiger 1994 hatte über 6 Millionen Zuschauer. Er hat es geschafft, als Chronist des schwulen Alltags, auch ein großes heterosexuelles Publikum zu begeistern. Schamlos zeichnet er schwulen Sex in allen Variationen. Er zeigt mit viel Humor schwule Klischees, von der kreischenden Tunte, dem Lederkerl, der Kulturhusche, um sie im selben Moment zu widerlegen, indem er sie satirisch überzeichnet. Mit seiner Bibeltrilogie macht er sich über die Sexfeindlichkeit der katholischen Kirche lustig und mit mutigen Comics zum Islam zeigt er, dass er keine Angst vor Kontroversen hat.
Der Film zeigt den Lebensweg Ralf Königs, aufgewachsen in einem kleinen Dorf in Westfalen, bis hin zu seinen großen Erfolgen als Comiczeichner. Persönlich still und bescheiden, lässt er in seinen Comics die Sau raus. Neben Walter Moers und Brösel gehört er zu den berühmtesten Comiczeichnern Deutschlands. Im Film bekunden Prominente wie Hella von Sinnen, Ralph Morgenstern und Joachim Krol ihre Sympathie und ein Filmproduzent verkündet, dass vier seiner Comics fürs Kino geplant sind.
 

Der Junge mit dem Fahrrad
4. Woche – ab 12 Jahren
    •    Mittwoch um 18:30 Uhr
Erneut zeigen sich die mehrfach preisgekrönten Belgier Luc und Jean-Pierre Dardenne als Meister wirklichkeitsnaher Alltagsdramen vom Rande der Gesellschaft. Auch in „Der Junge mit dem Fahrrad“ bleibt das Regisseurs-Duo seinem sozialrealistischen Ansatz treu. Gleichzeitig schaffen die Dardenne-Brüder dabei stilsicher perfekt komponiertes, emotional eindringliches Erzählkino über bedingungslose Liebe und den verzweifelten Versuch, im Leben nicht allein zu bleiben. In ihrem modernen Märchen brillieren der junge Thomas Doret, eine Entdeckung der wallonischen Autorenfilmer, und Schauspielerin Cécile de France, die zuletzt in Clint Eastwoods “Hereafter – Das Leben danach” zu sehen war.
 
Die Thomaner

3. Woche
    •    Donnerstag bis Dienstag um 16:00 Uhr
Vor über 800 Jahren sangen die Thomaner während Gottesdiensten für Schulbildung, Nahrung und Unterkunft. Heute zum Jubiläum sind es 90 Jungen, die „zu Ehren Gottes“ singen. Sie sind in ein strenges Internatssystem eingebunden, mit dem sächsischem Bildungssystem. Nebenbei erfolgen Gottesdienste in der Thomaskirche in Leipzig. In diesem Dokumentarfilm wird nun der Alltag dieser Jungen über den Zeitraum von einem Jahr hinweg gezeigt. Ein Alltag voll Tradition, Disziplin und der Hingabe zur Musik.
 
Faust
7. Woche – ab 12 Jahren
    •    Mittwoch um 15:15 Uhr
 In Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet, ist Alexander Sokurows „Faust“ weniger eine Verfilmung von Goethes Drama, als eine Meditation über Macht, die Seele, den Menschen an sich. Sokurows „Faust“ ist bildmächtig, eigenwillig und fraglos ein faszinierendes Kunstwerk.

Sergej in der Urne
2. Woche
Ab 12 Jahren
    •    Sonntag um 12:00 Uhr
Seit 30 Jahren steht die Urne Sergejs auf dem Schrank von Eugen in Paris, weil sich seine vier Söhne nicht über die Beisetzung einigen können.?Als Urenkel Boris versucht das ganze in die Hand zunehmen, stößt er auf eine Familiengeschichte, die das 20. Jahrhundert plastischer macht, als jedes Geschichtsbuch. Sergej in der Urne schlägt den Bogen von der Russischen Revolution bis ins 21. Jahrhundert, erzählt die Geschichte von drei Generationen einer weit verstreuten, europäischen Familie. Im Zentrum steht der schillernde Sergej Stepanowitsch Tschachotin (1883-1973), Mikrobiologe, Wissenschaftler von Weltruf, Freund Einsteins und Pawlows, aber auch Revolutionär, Antifaschist, Pazifist und Frauenheld – ein Leben in Extremen, in das die Geschichte immer wieder eingeschlagen hat wie der Blitz. ??“Passt ein ganzes Jahrhundert in ein Menschenleben? Noch dazu das lange 20. mit seinen Revolutionen, Weltkriegen, wissenschaftlichen Quantensprüngen? Kann eine einzige Biografie die Gipfel und Abgründe dieser monströsen Jahrzehnte widerspiegeln? Unmöglich, denkt man. Dann sieht man diesen Film.“ Spiegel Online
 
The Artist
8. Woche
    •    Donnerstag bis Dienstag um 18:15 Uhr
    •    Donnerstag bis Dienstag um 20:30 Uhr
    •    Freitag bis Samstag um 22:30 Uhr
    •    Samstag bis Sonntag um 14:00 Uhr
    •    Mittwoch um 17:45 Uhr
Nichts könnte weiter vom modernen Kino mit seinem lauten 3D-Spektakel entfernt sein als der Stummfilm. Insofern erfordert es Mut, heute eine Geschichte nach den Vorgaben jener Kinoanfangsjahre zu erzählen. Dabei verschmelzen in „The Artist“ Form und Inhalt zu einem außergewöhnlichen Experiment. Michel Hazanavicius’ Portrait eines vom Karriere aus bedrohten Stummfilmstars bietet Witz, Ironie und einen herausragenden Hauptdarsteller.
 
Ausgezeichnet mit 5 Oscars, 6 Cesars, sowie 3 Golden Globes und viele weitere Internationale Filmpreise.
 

Text: Gastbeitrag

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