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Familie

Mehr Intuition und weniger Kopf beim Kinderkriegen!

Mittwoch, 12. Mai 2010 | Text: Kathrin Rindfleisch | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Hebammen kriegen es zurzeit dicke: neben Stundenlöhnen von 7,50 Euro sollen sie, so will es der Bund, ab dem 1. Juli saftig erhöhte Haftpflichtprämien zahlen. 3689 Euro kostet die Versicherung gegen Schadensersatzansprüche dann pro Jahr. 2007 betrugen die Kosten mit 1218 Euro nicht mal ein Drittel. Damit könnten sich vor allem freiberuflich arbeitende Geburtshelferinnen ihre Tätigkeit kaum noch leisten. Viele satteln daher um, bieten statt Geburtshilfe neben der Vor- und Nachsorge Kurse für werdende Eltern. Wir haben die Südstadt-Hebamme Isabel Damm besucht und wollten von Ihr wissen: wie ist unsere Südstadt schwanger? Wie gebärfreudig ist unsere Südstadt? Und was unternimmt Sie, um sich Ihre Profession, Hebamme sein, noch leisten zu können…?!
 

Ich treffe Isabel Damm in ihrem Garten mitten in der Südstadt, unverschämterweise zwischen Apfelblüte und wunderschönem Blauregen. Mitten in diesem Hinterhofparadies, von dem ich dachte, es sei einer dieser Mythen, mit denen sich verzweifelte Südstädter auf der ewigen Suche nach der perfekten Wohnung über Wasser halten, genau dort in der Sonne, erfahre ich alles über uns Südstädter. Hier sitz‘ ich schließlich an der Basis, hier geht’s los, das Südstadtleben. Seit zehn Jahren gleiten Kinder in die geübten, sanften und zugleich zupackenden Hände der Hebamme Isabel Damm.

 

Von Alteingesessenen und Latteschlüfern

10 Jahre Hebamme hier, insgesamt 25 Jahre Erfahrung als Kinderkrankenschwester und Hebamme, ein Leben für und mit Frauen und Kindern, lassen Isabel Damm, die quirlige Mittvierzigerin, übersprudeln von Geschichten, Begegnungen, Einblicken. Noch bevor ich eine Frage stelle, legt sie los mit dem Unterschied zwischen alteingesessenen Südstädtern, die man „At widder Zum Pitter“ in der Merowinger, oder im „Physalis“ auf der Elsaß trifft und den Immis, als welche sie sich als geborene Hessin auch selbst bezeichnet: die Latte schlürfend in einem der unzähligen Cafés sitzen, lieber den Designerfrühling in der Lutherkirche besuchen, als das Boulevardfest auf der Bonner und nicht ohne Stolz immer gerne ungefragt verkünden, wie günstig die Altbauwohnung mit Balkon und hohen Decken doch ist… Dass die alteingesessenen Kölschen immer so direkt seien, entweder etwas sei jut oder scheiße, nix dazwischen – das gefällt der Wahlsüdstädterin, die, das wird mir in unserem Gespräch schnell klar, das Herz auf der Zunge und auf dem rechten Fleck trägt! Dat is Südstadt, kommt dann auch immer wieder, wenn sie begeistert die vielen Facetten ihres geliebten Viertels aufzählt.

 

Das Ding mit der Wanne

 

Und was für uns Südstädter allgemein gilt, gilt erst recht für ihre Zielgruppe, die Südstadt-Schwangeren…! Es gibt die Frauen, die gehen ins Klösterchen, wenn´s soweit ist, kriegen ein Kind und gehen wieder nach Hause. Und es gibt Anrufe wie diesen: Wir suchen eine Hebamme. Sind Sie esoterisch? – Was heisst esoterisch? Ich esse gerne Bio, gehe aber auch mal zum Burger King. Trinke im Winter Tee und im Sommer auch gern ein Kölsch, wenn Sie möchten, zünde ich Ihnen aber auch gerne Patchouli Räucherstäbchen an. Am anderen Ende Stille, dann ein erleichtertes Lachen, da ist offensichtlich jemand, der authentisch ist, keinem was vormacht und einfach in keine Schublade zu passen scheint! So sein, wie man ist, das sei wichtig, keinem was vormachen, am wenigsten sich selbst. Ihr müsst nicht drei Tage nach der Geburt gestylt und mit Bugaboo im Filos sitzen!

Auf die Frage, wie sich in den letzten zehn Jahren die schwangere Südstädterin an sich verändert habe, kommt die Wanne ins Spiel: Früher sind die Frauen während der Geburt in die Wanne gegangen, wenn sie merkten, dass es ihnen gut tut und die Väter gingen mit – ohne Badehose! Heute fragen sie, wie so eine Wassergeburt abläuft – vor der Empfängnis! In Zeiten von Heidi Klum, Bio-Kost und Lebenskonzept möchte eine Hebamme gebucht, das Kind unbedingt gestillt, das Tragetuch chic und die Hausapotheke mit Globuli gefüllt sein, um dann im Notfall vom Antibiotikum verdrängt zu werden…!

Indianischer Kreistanz zu sich selbst

 

Nichts scheint mehr instinktiv, alles ist angelesen, vorgeplant und durchdacht. Dafür macht Isabel Damm keinesfalls die Frauen verantwortlich, schon gar nicht die aus der Südstadt! Sie beobachtet die Zeichen der Zeit, sieht, welchem enormen Druck Frauen heute ausgesetzt sind, alles gleichzeitig zu sein: gute Mutter, Hausfrau, schnell wieder schön und im Job erfolgreich, von der Liebe ganz zu schweigen…! Sie hat ihre Frauen schon so manches Tränchen wegwischen sehen, dieser Spagat ist einfach nicht zu schaffen! Und muss auch nicht! Das möchte sie vermitteln, immer wieder und vehement! Frauen stärken und nicht überladen, das ist ihr Credo und aus diesem Gedanken heraus ist sie zum Tanz gekommen.

 

Seit 2008 macht Isabel Damm eine Ausbildung zur kreativen Tanz- und Ausdruckstherapeutin und bietet in diesem Rahmen als erste in Köln Tanz für Schwangere und für Mütter mit Kind an. Ich sehe, wie die Frauen sich fallen lassen können, endlich keine Bewertung mehr, einfach nur fühlen, einfach schwach sein dürfen! Tanz als Erfahrung mit sich selbst, als Rückgewinnung der Intuition. Die Frauen gehen gestärkt aus ihren Kursen, die Mütter mit neuem Vertrauen in sich und ihren Mutterinstinkt. Und selbst der „Indianische Kreistanz“, der so erschreckend esoterisch klingt, kann gerne noch ein bisschen länger dauern, wenn am Ende einer jeden Stunde bzw. am Anfang der nächsten Stunde die Frauen mit geschlossenen Augen ganz bei sich sein können, ohne Stillhype und Schwangerschaftsstreifencreme, ohne Wochenbettdiät und strahlungsarmem Babyphone – endlich!

Zur Zeit bietet Isabel Damm ihre Tanzkurse 2x in Köln an, in der Südstadt immer donnerstags im Bürgerhaus Stollwerck: Für Schwangere: 12.30 -13.15 Uhr. Für Mutter & Kind: 13.30 – 14.15 Uhr

Der Verband der deutschen Hebammen ruft auf zum Mitzeichnen der Petition zur wohnortnahen Versorgung mit Hebammenhilfe. Noch bis zum 17.06.2010 werden alle Stimmen gesammelt und je mehr es sind, desto schneller geht das Anliegen der Hebammen, dass gleichzeitig eines für jede werdende Mutter ist, vor den deutschen Bundestag. Also los! Kräftig abstimmen für einen persönlich betreuten Weg ins Leben!

 

Text: Kathrin Rindfleisch

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