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Gesellschaft

Mein Papa war der Nikolaus

Sonntag, 5. Dezember 2010 | Text: Gastbeitrag | Bild: designwork.eu

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Dick war er, mein Vater. Lustig und zu jeder Büttenrede bereit, ein Grundschullehrer, der früher im Bergsteig einer Zeche seinen Lohn verdiente, bis er doch studieren durfte. Und er studierte im Grundschullehramt katholische Religion als Fach, was ihm den Nikolaus vielleicht näher brachte.

Der heilige Nikolaus war ein Bischof in Myra, um den sich zahlreiche Wunderlegenden ranken, die ihn aber nicht zu dem Heiligen machten, der er nun ist, sondern sein tiefer Glaube in Gott ließen ihn heilig sprechen. Er ließ beispielsweise ein ganzes Volk einer Hungersnot entkommen, indem er ein Schiff sein Getreidegut abladen ließ, ohne dass diesem Schiff nur ein einziges Gramm des Frachtguts fehlte.

Wo ich herkomme, da wird nicht St. Martin gefeiert, da gibt es am 05.12. zu Ehren von Nikolaus den Laternenumzug. Und eine ganze Kleinstadt feiert den Bischof, der leibhaftig auf dem Pferd durch die Stadt zieht, neben dem bösen Knecht Ruprecht, der seine Rute beherzt strafend schwingt. Ihm folgen alle Grundschüler laut singend und Laternen tragend, die Förderschule auch, und einige Kindergartenkinder reihen sich ein. Blaskapellen begleiten den ganzen Umzug, spielen „Was poltert auf der Treppe“ und „Nikolaus komm in unser Haus“, am Wegesrand steht der Rest der Kleinstadt singend und den Umzug bewundernd.

In der ganzen Stadt steht die Zeit still – heute ist Nikolaustag, da geht es nur um die Kinder und die Bescherung durch den frommen Mann. Er trägt eine Mitra, ein wunderschönes Priestergewand, den Bischofsststab in der einen Hand, in der anderen sein goldenes Buch (in dem alles über die (Un-) Artigkeiten Kinder steht), sein langer weißer Bart weht im Schritt des Schimmels, der ihn trägt. Neben ihm, rußgeschwärzt, in schwarzem Leinen sitzt Knecht Ruprecht auf dem Rappen und schwingt seine Rute, um böse Kinder zu bestrafen.

Versammelt wird sich auf dem Marktplatz, neben der Kirche, am Rathausbalkon erscheint Licht und dazu auch Nikolaus und Knecht Ruprecht. Von unten strahlen ihn Hunderte von Laternen an, neben jeder Laterne erstrahlt auch ein Augenpaar, dass sich über den Besuch des heil’gen Mannes freut. Und dieser begrüßt die Kinder mehr als freudig und holt sein goldenes Buch heraus, wo er zu jeder Schule auch nur Gutes geschrieben sieht und verliest. Knecht Ruprecht versucht dem Johlen der Kinder mit seiner Rute Einhalt zu gebieten, aber Nikolaus freut sich – und so sich auch die Kinder. Jedes Kind bekommt anschließend eine Geschenktüte, in der sich neben Apfel, Nuss und Mandelkern auch andere Leckereien wieder finden.
Zufrieden stapfen die Kinder mit ihrer Tüte und der Laterne und den Eltern im Schlepptau wieder heim, um schnell noch daheim den Stiefel vor der Tür aufzustellen, wo in der Nacht Nikolaus ja noch einen Besuch versprach.

Mein Vater durfte in mehreren Jahren diesen Nikolaus in der Stadt darstellen. Dick war mein Vater, so musste er von einem Stuhl, über eine Mülltonne – mit einiger menschlichen Steighilfe – dann schließlich den Sattel des Schimmels besteigen. Aber wann immer er in dem Gewand auf dem Pferd saß, den Bischofsstab in der Hand, die Mitra tragend, dann war er einfach nur der Nikolaus, der fromme Mann.
Würdig verlas er alles aus dem goldenen Buch zu den Kindern der Stadt – und auch dem Knecht Ruprecht gebot er Einhalt, wenn dieser seine Rute zu doll schwang.
Anschließend (nachdem er sich wieder – nahezu wie oben beschrieben behände – auf das Pferd geschwungen hatte) ging es zum Krankenhaus, um dort die Kinder zu bescheren, die ihn nicht hatten besuchen können, und anschließend besuchte er noch das Altenheim, um alte und erkrankte Menschen in ihren wichtigen Bräuchen feiern lassen zu können.

Das Fest des heiligen Nikolaus wird bei mir seit Kindertagen sehr in Ehren gehalten, da ich diesem auch natürlich durch jeden Nikolausumzug persönlich sehr verbunden bin. Und nahezu ärgert es mich, wenn in jedem Jahr der Nikolaus mit dem Weihnachtsmann unwissend in einem Topf geworfen wird – auch die Schokoladenproduktion stellt jährlich mehr Weihnachtsmänner als Nikoläuse her, was noch mehr zur Verwirrung führt.
Aber der Nikolaus war der Bischof zu Myra – und mein Vater durfte diesen darstellen. Und er war nie ein Weihnachtsmann – mein Papa war der Nikolaus.

 

 

MT Waschk

 

Mehr zu Nikolaus lesen Sie unter:

„Nikolaus: eine Tradition in Fakten“

 

 

Text: Gastbeitrag

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