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Sanierung nein, Neubau ja: Wie die FH-Leitung das neuste Gutachten interpretiert

Mittwoch, 15. Juni 2011 | Text: Doro Hohengarten | Bild: Eduard Mann/ Wikimedia Commons

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Kommt die Fachhochschule nach Bayenthal oder nicht? Das ist eine landes- und stadtpolitische Frage. Die Politik braucht Entscheidungsgrundlagen, über die sie streiten kann. Eine davon präsentierte am Mittwochnachmittag (15.6.11) der Präsident der Fachhochschule, Prof. Joachim Metzner, im FH-Gebäude am Römerpark: das neue Sanierungsgutachten.

Es ist das dritte, das detaillierteste seiner Art. Das Gutachten (vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW als Eigentümer der FH in Auftrag gegeben) untersucht die Frage, zu welchem Preis der marode Betonklotz des Ingenieurwissenschaftlichen Zentrums (IWZ) samt Begleitgebäuden in Deutz saniert werden kann. Drei Sanierungsvarianten des IWZ werden darin untersucht. Allen dreien bescheinigt das Düsseldorfer Planungs- und Architekturbüro RKW vor allem eines: eine lange Umsetzungsdauer. Mindestens 15, maximal 17 Jahre würde es demnach dauern, bis eine Sanierung in Deutz abgeschlossen ist – ob nun die Einfach-Sanierung des Bestands (Variante 1) käme, die Edel-Sanierung auf Neubau-Standard (Variante 2) oder eine Mindest-Modernisierung auf neuste Standards (Variante 3). Die Kosten lägen zwischen 257 und 315 Millionen Euro.

276 Millionen Euro wäre der Preis für einen Komplett-Neubau nach ersten groben Berechnungen (plus der Preis für das Grundstück, auf dem gebaut werden soll). Und einen Neubau will Metzner weiterhin haben, darin fühlt sich der FH-Präsident durch das Gutachten nun endgültig bestätigt: „Wir schließen eine Sanierung des IWZ bei laufendem Betrieb aus“, sagte er gestern im Senatssaal der FH, „denn die Qualität der Lehre wird leiden, wenn die FH weit über ein Jahrzehnt auf einer Baustelle untergebracht ist“.

Metzners Stellvertreter Rüdiger Küchler schilderte das Szenario im Detail: Neben einer starken Staubentwicklung wäre die Lärmbelastung enorm, da das Betongerüst des bestehenden IWZ Körperschall etwa durch Stemmarbeiten in andere Stockwerke leite. Auch der im Sanierungsgutachten skizzierte abwechselnde Umzug von zu sanierenden FH-Bereichen in ein so genanntes Interimsgebäude sei nicht akzeptabel und äußerst schwer umzusetzen. Schon baulich: Ein Interimsgebäude müsse dann einmal als Mensa, einmal als Forschungslabor, dann wieder als Audimax herhalten. Auch organisatorisch böte eine Sanierung zahlreiche Risiken: die Umzüge hätten schon bei der geringsten Abweichung vom Zeitplan fatale Folgen für den Lehrbetrieb, ganze Forschungsprojekte könnten dann nicht realisiert werden.

FH-Präsident Prof. Joachim Metzner/ Foto:UAS7 International

 

Ein Neubau soll also her, nach den Wünschen der FH-Leitung. Nur: wohin? „Für uns ist die bessere Variante die Südstadt“, sagte Metzner. Gemeint ist das umstrittene Gelände der ehemaligen Dombrauerei mit angrenzenden Flächen, rechts und links der Alteburger Straße südlich der Bahnlinie. Dieses Gelände sei jedoch mit gewissen Schwierigkeiten belastet, es sei „politisch vermientes Gebiet“, so Metzner mit Bezug auf die dubiosen Grundstücksgeschäfte an der Brache: „Wir müssen auch über Alternativen nachdenken“.

 

Bereits 2008 wurde ein FH-Neubau direkt neben dem bestehenden IWZ in Deutz diskutiert. Der Lehrbetrieb würde dann schrittweise in einen neuen Komplex umziehen, der nach und nach fertiggestellt würde. Hierfür benötige man die angrenzenden Grundstücke, die derzeit noch unter anderem von den Abfallwirtschaftsbetrieben (AWB) und der Feuerwehr belegt und damit in stadtnahem, bzw. städtischem Besitz sind. Nun gebe es „Signale“ aus dem Wissenschaftsministerium, „dass da etwas machbar wäre“ seitens der Stadt, die sich anfangs gegen einen Verkauf der Grundstücke ausgesprochen habe.

Metzner forderte die Stadt mit Nachdruck zur Stellungnahme auf: „Wir brauchen endlich eine klare Aussage aus Köln“. Was die Entwicklung an der Dombrauerei-Brache betrifft, spricht der FH-Präsident von einer „Totalblockade in Sachen Entscheidung“. Endlich müsse entsprechendes Baurecht geschaffen, ein Bauleitverfahren in Gang gebracht werden – das sei schließlich Hoheit der Stadt. Die Kommunikation zwischen FH und Stadt scheint massiv gestört, mit diesem Eindruck verließt man die Präsentation des Gutachtens.

Kurz darauf kam die Stellungnahme von Oberbürgermeister Jürgen Roters per Mail. Es handele sich bei den Überlegungen für einen schrittweisen Neubau in Deutz um einen Vorschlag, der es Wert sei, qualifiziert und weiterentwickelt zu werden, heißt es darin. Ziel müsse sein, „eine städtebauliche Qualität der Gebäude und eine Anbindung des Gesamtgeländes an die umgebenen Stadtteile und die dort vorhandenen Flächenpotenziale zu erreichen, die dem linksrheinischen Standort in Bayenthal in nichts nachstehe“. Vor allem müsse es dem Standort Deutz in diesem Fall gelingen, seine Insellage zu überwinden.

Ein Vorschlag, der qualifiziert und weiterentwickelt werden soll? Die Politik ruft nach einer weiteren Entscheidungsgrundlage, die die finanziellen und städtebaulichen Kosten für einen Neubau in Deutz abwägen soll. Wird es ein weiteres Gutachten geben? „Es muss bald gebaut werden“, fordert Joachim Metzner. Die Vergabe der für den Bau benötigten Fördergelder aus dem Hochschulentwicklungsfond laufe 2015 aus.

 

 

Weitere Informationen findet Ihr unter:

„FH-Sanierung als Musterbeispiel für Deutschland? Positionen im Streit ums IWZ“

Text: Doro Hohengarten

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