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Kolumne

Vom ganz normalen Wunder Wachsen

Sonntag, 31. Juli 2011 | Text: Kathrin Rindfleisch

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

„Du bist aber groß geworden!“ Hört man diesen Spruch, steigt er einem unweigerlich in die Nase, dieser Geruch, der ältliche Tanten umweht. Das Gefühl  nur schnell weg hier unter den Rock der Mutter macht sich breit, und mit einem Mal weiß man wieder, dass man das noch nie verstanden hat. Wieso muss das extra erwähnt werden, dass man gewachsen ist? Das ist doch normal.

„Du bist aber groß geworden!“ Hört man diesen Spruch, steigt er einem unweigerlich in die Nase, dieser Geruch, der ältliche Tanten umweht. Das Gefühl  nur schnell weg hier unter den Rock der Mutter macht sich breit, und mit einem Mal weiß man wieder, dass man das noch nie verstanden hat. Wieso muss das extra erwähnt werden, dass man gewachsen ist? Das ist doch normal. Alle um einen herum sind groß oder werden es gerade. Ständig werden einem die dollsten Sachen in Aussicht gestellt wenn, ja wenn man erst mal groß ist. Alles im Leben scheint nur darauf hinzuzielen, und diese komischen Tanten, die die Eltern unbedingt einmal im Jahr besuchen müssen und damit den Sonntag zum Tag unendlicher Tristesse zwischen Kuchen und verstaubten Möbeln machen, diese komischen Tanten tun jedes Jahr wieder so, als hätten man etwas ganz Ungeheuerliches angestellt, etwas, das so wunderlich ist, so völlig außerhalb jeglicher Vorstellungskraft, dass man es unbedingt laut hinausposaunen muss und das mindestens dreimal in einer Stunde.

 

Damals als Großwerdende nur genervt, lacht man ein paar Jahre später darüber und nimmt den Spruch in seinen Wortschatz auf um ihn dort immer wieder dann zu heben, wenn Spießigkeit vorgeführt werden soll, oder das ewig Gestrige.
Und dann wird man selber Eltern. Und sieht zum ersten Mal einen Menschen groß werden. Und man fängt an zu verstehen. Warum einen das verwundert, obwohl es doch das Normalste der Welt ist. Dass man das Gefühl hat, dieser kleine wachsende Mensch dort vor einem ist im Begriff, etwas ganz und gar Ungeheuerliches zu vollbringen. Und viel mehr noch als die Tanten, die sich einmal im Jahr nicht einkriegen können über das Wunder des wachsenden Lebens, findet man sich selbst in einem täglichen Zustand unfassbarer Erstauntheit über die nicht aufzuhaltende Entwicklung dieses Menschen da, den man jeden Tag seines jungen Lebens begleitet und von dem man trotzdem das Gefühl hat, man lerne ihn jeden Tag aufs Neue kennen.

 

Smillas Nunni, ihr Schnuller, ist in meiner Jackentasche. Und da lass ich ihn auch. Um ihn immer wieder zu fühlen, wenn ich meine Hand unbewusst hineinstecke, in die Tasche. Als Erinnerung, Erinnerung an Smillas Babyjahre, die gestern einfach so geendet sind. Mit einem „Ich brauche keinen Nunni mehr. Ich bin doch kein Baby!“. Einfach so, kein Baby mehr. Statt dessen Gespräche darüber, wie ihr Geburtstag zu feiern ist, dass der Krach der Bauarbeiten im Nebenhaus wirklich sehr nervt und dass sie die Lieder der Kinder-CD mitsingt, weil „…ich das schon kann!“. Morgens kommentiert sie mein Outfit, zwischendurch beschreibt sie mit altkluger Miene, warum man besser ohne Haarewaschen badet und die favorisierte Gute-Nacht-Lektüre am Abend handelt von der patenten Polly, die ihrer Großmutter den Haushalt schmeißt, als diese sich den Fuß verletzt. An der Stelle, an der erwähnt wird, wie patent Polly mit ihren nicht mal sieben Jahren ist, sagt Smilla immer ganz stolz und ohne das Zulassen eines Widerspruches „Das bin ich! Polly patent!“

 

Die unglaublich patente Smilla wächst gerade aus Hosen, auf zu bisher unerreichten Lichtschaltern und hin zu einer eigenen kleinen Person, die sich erklärt, probiert und immer mehr ihrer selbst bewusst wird. Und das alles passiert täglich mehr, vor meinen Augen. Da kann ich nur staunen und überrascht sein vom eigentlich Normalsten der Welt, dem Wachsen.
Meinen Tanten rückwirkend eine große Portion Verständnis und meiner Tochter eine große Portion Respekt und – immer dann, wenn nötig – Unterstützung.
Unglaublich ungeheuerlich, dieses Leben…

Text: Kathrin Rindfleisch

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