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Bürgerbeteiligung Parkstadt Süd Eine Südstadt für alle! Politik

Vom Wimmelbild zur Zukunftsvision

Mittwoch, 13. Mai 2015 | Text: Gastbeitrag | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Reges Interesse beim ersten Themenabend „Parkstadt Süd debattieren“.

Was macht ein lebendiges Quartier aus? Wie soll es in Zukunft in der Parkstadt Süd zugehen, wie sollen beispielsweise Wohnen, Nachbarschaft,  Arbeit, Freizeit und Mobilität auf dem Areal organisiert werden?. Das waren die Kernfragen des ersten Themenabends im Rahmen des Planungsprozesses für die so genannte „Parkstadt Süd“ zu dem die Stadt Köln eingeladen hatte. Schon bei der Auftaktveranstaltung des „kooperativen Verfahrens“ und den Spaziergängen über das 115 Hektar große Gebiete zwischen Rhein und Eifelwall war das Interesse von Seiten der Bürger groß, sich mit ihren eigenen Vorstellungen und Beiträgen in die Planungen mit einzubringen. 

 

Nun waren rund 300 Teilnehmer in die Aula des Humboldt-Gymnasiums gekommen, um sich zu dem Schwerpunktthema „Lebendige Quartiere“ auszutauschen und sich Gedanken über eine nachhaltige Stadtgesellschaft zu machen.  Nachdem Anne Luise Müller, die Leiterin des Stadtplanungsamtes, die debattierwilligen Akteure, begrüßt hatte und auf die gemeinsame, verantwortliche Aufgabe eingeschworen hatte, ging es unter der Obermoderation von Professor Klaus Overmeyer zügig ans Werk. Schließlich wolle „Jörg“, ein Mitarbeiter seines Büros, der gerade an einem Wimmelbild der Parkstadt Süd säße, dieses Bild mit den Anregungen aus der Bürgerbeteiligung und den identifizierten „Talenten“ des Planungsgebietes spicken. „Es handelt sich um ein einzigartiges Verfahren der Stadtentwicklung und der Bürgerbeteiligung. Es ist auch ein kleines Experiment weil die Aufgabenstellung noch so offen ist und wir diese hier erst erarbeiten müssen. Sie entscheiden welche Themen und Empfehlungen den Planungsteams mitgegeben wird?“, brachte Overmeyer die Zielsetzung des Abends auf den Punkt.

 

Doch kein Stuhlkreis ohne Impuls von geladenen Experten. Und so wurde aus fachkundigem Munde zum Teil schon mal das angerissen und mit Bespielen aus London, China und Berlin unterlegt, worum es in den nachfolgenden Gesprächsrunden zu diskutieren galt.  Den Veranstaltern schienen dabei  vor allem die Themen Mobilität, Teilhabe und Kooperative Quartiersentwicklung es Wert zu sein, durch fundiertes Wissen vertieft zu werden. Alsdann standen Flipchart, Moderationskarten und jede Menge Filzer für die Gruppenarbeit bereit.

Intensive Diskussionen

Jeweils mit einem fachkundigen Moderator bestückt ging es in die anderthalbstündigen Gesprächsrunden zu den Themen Neue Bewegungsräume und Mobilität, Teilhabe, Kooperative Quartiersentwicklung, Wohnen und Arbeiten, Kinder- und Familiengerechte Stadt, Freizeit und Kultur sowie Zuwanderung. Angeregt diskutierten die Teilnehmer die jeweiligen Aspekte unter verschiedenen Blickwinkeln, um am Ende daraus jeweils fünf Thesenableiten zu können. In der Gruppe Neue Bewegungsräume und Mobilität einigten sich die Akteure darauf, dass es innerhalb der Parkstadt Süd keinen motorisierten Verkehr geben soll. Anspruchsvoll gestaltete Wege für Fußgänger und Fahrradfahrer sollen die künftigen Quartiersbereiche erschließen. Eine Erweiterungsprüfung des ÖPNV-Anschlusses beispielsweise durch einen S-Bahn-Halt scheint dort ebenso gewünscht wie die Schaffung bezahlbaren Wohnraums.

 

 

Für die Diskutanten der Gruppe Die Mischung macht´s – Wohnen und Arbeiten in der Parkstadt scheint die bereits vom Rat beschlossene Verlagerung des Großmarktes noch nicht vom Tisch. Einige Teilnehmer können sich eine derartige Nutzung des Geländes vorstellen. Auch soll eine urbane Parkstadt das kleinteilige Bestandsgewerbe und dessen Weiterentwicklung am Standort sowie eine breite Mischung verschiedener Wohnformen berücksichtigen. Eine solche Mischung, die durch zeitliche Nutzungsüberlagerungen und Übergangszonen gelänge, bräuchte auch nicht kommerzielle Räume wie beispielsweise das der Neuland-Initiative und öffentliche Plätze. Für den weiteren Planungsprozess regte die Gruppe ein Begleitgremium an.

 

Wenn es um die Teilhabe in der Parkstadt geht, soll schon das Planungsverfahren „alle Partikularinteressen“ offen legen. Entscheidungen müssten transparent gemacht, Bürger breit informiert werden. Auf keinen Fall sollten alle Flächen an Investoren verkauft werden, denn ein Teil des Areals müsse soziale Mischung, neue Wohnformen und Experimente des Bauens berücksichtigen, so die postulierten Thesen der Gruppe. Der Platz für das „Grün“ müsse in Bezug auf Zugänglichkeit und Barrierefreiheit als „Grundgerüst“ der Parkstadt Süd verstanden werden.

 

Diese These stellte auch die Gruppe Kooperative Quartiersentwicklung in den Fokus ihrer Anregungen.  Die Weiterentwicklung des Grünzuges müsse als erstes entschieden werden, um Vertrauen und Verlässlichkeit zu sch

 

affen. Unter dem Motto „Vom Ich zum Wir“ müssten Vereinbarungen getroffen werden über die Anteile der unterschiedlichen Nutzungen und eine Teilhabe an der Grundstücksvergabe stattfinden. Transparenz und Ergebnisoffenheit ermöglichten das Gleichgewicht der Interessen. Private Flächen sollten aus Sicht der Nachbarschaft für eine teilweise Öffnung und gemischte Nutzungen zur Verfügung stehen.

 

Bildung und Erziehung sind wichtige Entwicklungsfaktoren der Parkstadt. So sieht es die Gruppe Kinder- und Familiengerechte Stadt. Orte der Bildung sollten räumlich und in ihrer Nutzung eng mit ihrer Nachbarschaft verzahnt sein. Angepasst an die unterschiedlichen Lebensumstände- und formen sollte Wohnen flexibel und bezahlbar sein. Statt Autos müssten mehr öffentliche Räume für Begegnung und Bewegung von für Jung und Alt müssten angeboten werden. Kindern und Jugendlichen sollten ihre Räume selbst gestalten und organisieren können. 

 

Auch die Themen Freizeit und Kultur werden in der künftigen Parkstadt Süd eine gewichtige Rolle spielen, getragen von dem Leitgedanken der Inklusion. Da geht es auch um den Erhalt und den Ausbau bestehender Sportflächen am Südstadion. Ein Stück weit öffentlicher wünschen sich die Teilnehmer dieser Diskussionsrunde das Areal mit einer multifunktionalen Nutzungsmöglichkeit. Gemeinschaftsgärten gehören dabei ebenso zu möglichen Optionen wie Orte für Kulturschaffende. Dabei geht es auch darum, Räume zu schaffen an denen Profis und Laien zusammenkommen können.

 

Unter dem Thema Zuwanderung diskutierten die Akteure eine Art Willkommenskultur im neuen Quartier. Gerade Jugendliche bräuchten Anlaufstellen und entsprechende Angebote, um sie „ von der Straße zu holen“. Stadtraum und Grün müssten „kompatibel“ sein, auch für andere Kulturen. Vor allem bezahlbarer Wohnraum müsse so „robust“ sein, dass eine Vielzahl von Wohn- und Nachbarschaftsformen gelebt werden könnten.

Inwieweit die Beiträge und Anregungen der Bürger nun Berücksichtigung finden, wird das weiteren Verfahren zeigen. Die Ergebnisse der insgesamt vier Themenabende sollen sich in der Aufgabenstellung für die fünf Planungsteams wiederfinden, die im weiteren Schritt des Verfahrens bis Ende des Jahres städtebauliche und freiraumplanerische Entwürfe für das Gelände entwickeln. Bis dahin stehen noch drei weitere Themenabende auf der Agenda. Am Dienstag, 19. Mai (Leitthema „Stadt entsteht“), am 26. Mai (Leitthema „Neue Werte schaffen“) und am 2. Juni (Leitthema „Urbane Parklandschaft“ jeweils von 18 bis 21 Uhr im Pädagogischen Zentrum des Humboldt Gymnasiums, Kartäuser Wall 40.

Dieter Brühl, lebt seit 46 Jahren in Köln, davon zehn in der Südstadt (1993-2003). Von der Passion für fossile Korallen, über die Öffentlichkeitsarbeit für die Lokale Agenda 21 bis zur Unternehmenskommunikation war es für ihn ein abwechslungsreicher Weg.  Der promovierte Geologe arbeitet heute von Neuehrenfeld aus als freiberuflicher Journalist und Kommunikationsberater. Er ist verheiratet und hat eine Tochter.
 

 

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Text: Gastbeitrag

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