Bühne, Bar oder einfach nur Sitzen: In der “Halle Comedia” entsteht ein Dritter Ort
Dienstag, 28. April 2026 | Text: Markus Küll | Bild: Markus Küll
Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten
Wer in den letzten Monaten an der COMEDIA in der Vondelstraße vorbeigekommen ist, hat es gespürt: Hier passiert etwas. Wo früher die Wagenhalle war, entsteht mit der Halle ein neuer Raum – offen, unfertig im besten Sinne und bewusst anders gedacht, als klassische Gastronomie. Café am Tag, Bar am Abend, dazwischen Kunst, Begegnung und Platz zum Dasein. Ein sogenannter Dritter Ort mitten in der Südstadt. Die Halle wird am 30. April feierlich mit dem Tanz in den Mai eröffnet.
Die COMEDIA wagt etwas Neues
Die Halle ist Teil der COMEDIA Köln, dem Zentrum der Kultur für junges Publikum in Köln und NRW. Sie soll kein Anhängsel des Theaters sein, sondern ein Raum, der Theater, Nachbarschaft und Stadtgesellschaft miteinander verknüpft. Offen zugänglich, möglichst konsumarm und mit Blick auf Menschen, die sonst in vielen Cafés und Bars schlicht keinen Platz finden.

Einfach mal eine Stunde im Garten arbeiten. (Bild: Markus Küll)
Raum geben – ohne Eintrittskarte
Vincent Böhm, einer der beiden Gastronomischen Leiter, beschreibt den Ausgangspunkt so: „Die Idee der Halle ist, Fläche für junge Künstler*innen zur Verfügung zu stellen – und das gar nicht auf Profitbasis. Die müssen nicht dafür zahlen, sondern bekommen die Möglichkeit, den Raum zu nutzen. Das können Schauspieler*innen der COMEDIA sein, die hier mal öffentlich proben oder auch bildende Künstler*innen, die wir hier ausstellen werden.“

Bald fertig. (Bild: Markus Küll)
Ein Gedanke, der sich durch das gesamte Konzept zieht. Kunst nicht als Event, sondern als Teil des Alltags. Wer kommt, um einen Kaffee zu trinken, stolpert vielleicht über eine Ausstellung. Wer für eine Ausstellung da ist, bleibt auf einen Espresso länger. Und die Gastronomie profitiert nicht über Eintritt, sondern über Menschen.
Die Idee basiert auf einem Buch des US-amerikanischen Soziologen Ray Oldenburg aus dem Jahr 1989: In “The Great Good Place” beschreibt Oldenburg einen “Dritten Ort” als soziale Erweiterung zu Familie und Arbeit, den ersten beiden Orten.
Ein Ort für junge Menschen – auch am Morgen
Besonders wichtig ist dem Team die Gastfreundschaft für die Theaterbesucher*innen am Morgen. Kinder und Jugendliche, die früh unterwegs sind und ins Theater kommen, finden hier einen Platz, an dem sie sein können bis die Vorstellung anfängt, erklärt Böhm: „Dass die jungen Menschen die Möglichkeit haben, sich irgendwo hinzusetzen. Nicht auf der Straße sitzen müssen, weil sie nicht in die Gastronomie reinkommen.“
Langfristig ist sogar ein sehr früher Start in den Tag gedacht: „Eine Idee ist sogar, dass wir um acht Uhr aufmachen. Wenig Cafés im Umkreis haben da offen. Espresso, ein kurzer Schnack – und dann zur Arbeit.“

Eröffnet wird die Halle am 30. April mit Tanz in den Mai.
Noch ist das Zukunftsmusik. Aktuell öffnet die Halle ab Mai dienstags bis freitags von 10 bis 23 Uhr, samstags und sonntags von 12 bis 23 Uhr – mit Potenzial, einer der spannendsten Orte der Südstadt zu werden.
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