Filmmatineé im Odeon: „Es ist noch Suppe da“
Montag, 26. Januar 2026 | Text: Bettina Brucker | Bild: Jens Bußmann
Geschätzte Lesezeit: eine Minute
Die Lieder von Jupp Schmitz kennt jede*r. Mit einer Filmmatinée und einführenden Worten würdigt das Odeon passend zu Karneval am 08.02.2026 um 11.30 Uhr einen der bedeutendsten Kölner Unterhaltungskünstler.
Nicht nur in Köln bekannt
„Wer soll das bezahlen“ und „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“: Die Lieder vom Kölner Urgestein Jupp Schmitz ertönen jedes Jahr aufs Neue – und das nun schon seit fast 80 Jahren. Nicht nur in Köln stimmt man sie an. So kenne ich – Kölsche Immi und geboren in Süddeutschland – die Lieder bereits aus Kindertagen. Auch im Süden von Deutschland feiert man die fünfte Jahreszeit und dazu gehören wie in Köln Schlager, Gassenhauer und Ohrwürmer, die einfach mitzusingen sind.
Die Lieder von Jupp Schmitz werden heute nicht mehr so oft, wie in den 1960ern und 70ern Jahren gespielt, doch im Straßenkarneval oder in den Traditionskneipen gehören sie immer noch zum festen Repertoire. Sie erinnern an früher, machen ein bisschen wehmütig und zugleich leicht und fröhlich.
Die Melodien laden zum Tanzen und Schunkeln ein. Und Schunkeln verbindet. Im rhythmischen Hin und Her scheinen die Herzen im Gleichklang zu schlagen und es braucht nur einen Moment, bis wir uns sicher sind: „Wir kommen alle, alle in den Himmel“.
Stimmung und Gesellschaftskritik
Auch wenn es Stimmungslieder sind, verbirgt sich – typisch für den Kölner Karneval – zum Beispiel im Schlager von 1949 „Wer soll das bezahlen“ eine politische Anspielung. Schmitz übte in seinem Hit Kritik an der Währungsreform und den damit verbundenen Preissteigerungen in der damals jungen Bundesrepublik. Auch heute hat der Refrain des Liedes wieder oder immer noch Relevanz .
Die bekanntesten Lieder von Jupp Schmitz, entstanden ab 1949, sind Karnevalslieder. Anders als Willi Ostermann, der vor dem zweiten Weltkrieg Heimat- und Karnevalslieder auf Kölsch geschrieben hatte, singt Jupp Schmitz jedoch auf Hochdeutsch. Das machte vor allem die Refrains seiner Lieder in ganz Deutschland populär.

Auftritt im „Blauen Bock“
Seine bundesweite Bekanntheit hat Jupp Schmitz, so Cornel Wachter, Veranstalter der Kölschen Filmmatineé, unter anderem durch die Unterhaltungssendung „Zum Blauen Bock“ erlang, eine vor allem in den 1960er und 70er Jahren beliebte Musiksendung mit Gastgeber Heinz Schenk.
Aber auch zur Kölner Südstadt hatte Schmitz einen Bezug, wie Wachter weiß. Seine ersten „Auftritte“ hatte Jupp Schmitz in der großen Markthalle, die es ehemals in der Severinstraße gab. Dort spielte er morgens für die Marktbeschicker auf dem Piano, wenn diese ihren Kaffee tranken.
Jupp Schmitz wäre in diesem Jahr 125 Jahre alt geworden. Was wäre Karneval ohne seine Lieder? Wer sie vom Kölschen Original gesungen erleben will, kann dies ganz gemütlich am späten Sonntagvormittag im Kinosessel tun.
Die „Kölsche Filmmatinée“ im Odeon Kino zeigt am Sonntag, 08.02.2026 die filmische Dokumentation des letzten Konzerts von Jupp Schmitz, 1991, im Senftöpfchen.
Odeon Kino 08.02.2026
Eintritt: 11 Euro / 9 Euro ermäßigt.
Karten täglich ab 16 Uhr unter 0221 313110 oder an der Odeon-Kinokasse oder hier.
Dir gefällt unsere Arbeit?
meinesuedstadt.de finanziert sich durch Partnerprofile und Werbung. Beide Einnahmequellen sind in den letzten Monaten stark zurückgegangen.
Solltest Du unsere unabhängige Berichterstattung schätzen, kannst Du uns mit einer kleinen Spende unterstützen.
Paypal - danke@meinesuedstadt.de
Artikel kommentieren






