Streetart meets Soziales Engagement
Dienstag, 10. Februar 2026 | Text: Gaby DeMuirier | Bild: Gaby DeMuirier
Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
Peter Mück, Urgestein der Kölner Südstadt, ist mit Leib und Seele Künstler. Genau genommen sozialkritischer Scratch-Artist. Hierbei kombiniert er Einkratzungen auf Glas oder Acrylglas mit Collagen und Farbaufträgen – eine Technik, die er selbst entwickelt hat.
Seit mehr als einem Vierteljahrhundert wohnt er im selben Haus auf der Alteburger Straße. Und seit 2023 ist seine Wohnung im 3. Stock des Gebäudes ein Museum. Es heißt, das Mini Streetart Museum sei das kleinste Museum der Stadt.
Kunst bis an die Decke
Die Museumswohnung ist ein einziges, crazy Kunstwerk, voll interessanter Streetart, auch Urban Art genannt. Jedes Teil der mehreren hundert Werke in verschiedenen Größen drückt Peters Kritik an der Gesellschaft aus. Hier ist Gucken ausdrücklich erlaubt und erwünscht. Mitten in der Wohnung befindet sich auch das Atelier des Künstlers, in dem er täglich arbeitet. „Irgendwann haben sich in den zahlreichen Jahren so viele Kunstwerke angesammelt, dass der Platz im Atelier nicht mehr reichte und andere Zimmer in Beschlag genommen werden mussten.“ So wuchs nach und nach das Museum. Inzwischen ist nahezu jeder Zentimeter der Wände bedeckt. Sogar das Badezimmer ist zu einem besonders künstlerischen Ort geworden, an dem man sich „gern Zeit für seine Geschäfte nehmen möchte“.

Überall was zu gucken (Foto: Gaby DeMuirier)
Mit 61 nochmal umgesattelt
Peters Herz hat schon immer für die Kunst geschlagen. Ein wenig konnte er diese Leidenschaft in seinem Beruf als Bauzeichner ausleben. Und auch in jeder freien Minute seiner Freizeit widmete er sich seinen Kunstwerken. Soziale Ungerechtigkeiten beschäftigten ihn so nachhaltig, dass diese immer häufiger zu Motiven in seinen Kunstwerken wurden. So musste Peter auch nicht lange überlegen, als ihm ein Job als Kunstpädagoge in der Wohnungslosenhilfe angeboten wurde. Mit 61 und nach 30 Jahren schmiss er seinen Beruf als Bauzeichner, um sich vermehrt in soziale Projekte einzubringen. „Als Kunsttherapeut kann ich mich nun den ganzen Tag mit Kunst beschäftigen, was ein großes Glück für mich ist.“ So leitet er unter anderem nun auch die Malgruppe im Vringstreff, in dem er ein gern gesehener Gast ist.
Deutsche Bank als soziales Kunstprojekt
Besondere Aufmerksamkeit erlangte Peter Mück mit seinem Kunstprojekt „Deutsche Bank“: Mit den „Geldscheinen“, auf denen eine schwarz-rot-gold gestrichene Bank zu sehen ist, auf der eine obdachlose Person sitzt, drückte er seinen Protest gegen soziale Missstände im Staat aus. Die Hälfte des Erlöses aus den 50- und 20-Euro-Noten spendet er an soziale Einrichtungen. Auf diesem Weg konnte sich auch schon der Vringstreff über eine großzügige Zuwendung freuen. Das Projekt wurde zudem offiziell in das Bonner Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen, was den Künstler besonders stolz macht.
In die Diskussion um das aktuell sehr umstrittene geplante Suchthilfezentrum mischte sich der Südstadtkünstler mit einem neuen Werk jüngst ein. „Eine Gesellschaft, die nicht mehr bereit ist, sich um die Schwächsten zu kümmern – in so einer Gemeinschaft würde es mir schwer fallen zu leben“, lautet Peters Kritik und spricht sich ganz klar für das Vorhaben aus.

Statement am Perlengraben (Bild: Peter Mück)
Besuch im Mini Streetart Museum
Das Streetart Museum in der Alteburger Straße 28 öffnet an jedem Freitag von 17-20 Uhr seine Türen für Kunstinteressierte. Hier finden auch regelmäßig Lesungen, Vernissagen und Künstlerfrühstücke statt. Die entsprechenden Termine findet Ihr auf seiner Facebookseite oder seinem Instagramkanal. Bei schlechtem Wetter verwandelt Peter seine Wohnung zudem in ein Co-Workingspace, damit Künstler*innen, die eigentlich auf der Straße arbeiten, einen warmen und trockenen Raum für ihre Arbeit haben. „Ich wollte immer einen Begegnungsort schaffen, wo sich Menschen treffen.“
Peter führt seine Besucher*innen wortreich durch seine Räumlichkeiten und erklärt die Hintergründe seiner Werke, die natürlich auch käuflich erworben werden können. Etwa alle 6 Wochen sind auch andere Streetart-Künstler*innen zu Gast und stellen ihre Bilder hier aus. Ein Besuch lohnt sich allemal!
Street Art Tour durch die Südstadt
Wer mehr über Urban Art in den Gassen unseres Veedels erfahren möchte, dem sei die Street Art Tour ans Herz gelegt, die etwa einmal im Monat stattfindet. 2 Stunden lang geht es durch die Gassen, in denen Ihr die historischen und tagesaktuellen Werke lokaler und internationaler Künstler*innen bestaunen könnt. Die Tour findet dann ihr Ende in Peters Privatmuseum. Tickets für 22 Euro bekommt Ihr hier.
Mini Streetart Museum c/o Peter Mück, Alteburger Straße 28 , 50678 Köln
Jeden Freitag von 17-20 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet!
Anmeldungen oder Fragen per Mail an muexx@gmx.de
Dir gefällt unsere Arbeit?
meinesuedstadt.de finanziert sich durch Partnerprofile und Werbung. Beide Einnahmequellen sind in den letzten Monaten stark zurückgegangen.
Solltest Du unsere unabhängige Berichterstattung schätzen, kannst Du uns mit einer kleinen Spende unterstützen.
Paypal - danke@meinesuedstadt.de
Artikel kommentieren






