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Kultur

Alte Schätzchen, cool inszeniert

Montag, 8. Februar 2016 | Text: Gastbeitrag | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Mit Teppichen wollte Katrin ten Eikelder (31) ursprünglich gar nichts zu tun haben. Druck, ins alteingesessene Familienunternehmen an der Severinsstraße einzusteigen, habe es nie gegeben, sagt sie. Sie studierte BWL in Köln und Mailand, ging dann für Hugo Boss nach New York, um in ihrer Traumstadt zu arbeiten und für immer dort zu bleiben – so war der Plan. Doch ein Jahr später war sie schon wieder zurück in Deutschland,  den Kopf voller Ideen und einem Businessplan. Katrin gründete ihr eigenes Teppichlabel „The Knots“.  Das Konzept:  Sie sucht im Nahen Osten ausgewählte alte Orientteppiche und lässt sie von dortigen Handwerksbetrieben so bearbeiten, dass aus den etwas angestaubten alten Schätzchen mit neuen Farben und Techniken wunderschöne Unikate werden. Bei einem Kurzbesuch in der alten Heimat erzählte uns die Wahlberlinerin im Teppichhaus ihres Vaters, wie es dazu kam… und zeigte uns einige ihrer Lieblingsstücke.

Meine Südstadt: Die Teppiche sind sehr schön, ganz anders als gewohnt. Wie kamen Sie darauf?
Katrin ten Eikelder: „Zufall. Ich habe in New York im Business Development gearbeitet, war auf Lagerbedarf und Planung fokussiert, habe sehr viel gelernt und das Leben in der Stadt meiner Träume genossen. Und ich bin natürlich auch viel unterwegs gewesen, in Clubs, Galerien, Restaurants – und habe dort plötzlich alte Orientteppiche wieder entdeckt, die dort überall lagen! 
Ich war überrascht. Bei uns waren die verpönt, galten als altbacken, Geht-Gar-Nicht, keiner wollte die haben. Und diese Teppiche habe ich in New York auf einmal aus einem ganz neuen Blickwinkel  gesehen… ein bisschen runtergerockte wunderschöne alte Stücke, cool inszeniert in interessanten Räumen, in angesagten Bars, Büros, oft auch in einem ganz nüchternen Umfeld.
Da habe ich überlegt: Davon gibt es doch so viele – was wäre, wenn man alte Teppiche so gestaltet, dass sie heute ein neues Leben bekommen? Die Tradition, die Kultur aus der sie kommen, wieder belebt? Dass sie ein ganz neues und modernes Kunstwerk werden? Ich wollte mein eigenes Ding machen!“

Hatten Sie die Liebe zum Teppich doch im Blut?
„Vielleicht. Ich bin hier in der Südstadt aufgewachsen, mit Teppichen groß geworden. Als Kind war es für meinen Bruder und mich und unsere Freunde klasse, hier im Geschäft rumzutoben und auf den Teppichstapeln zu spielen, später habe ich nebenan das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium besucht und dort Abi gemacht, das Geschäft war immer gegenwärtig. Teppiche sind mir einfach vertraut, vielleicht kam so der Gedanke, mich doch auch beruflich damit zu befassen.“

 

Zwischen Teppichstapeln rumtoben

Wie lange gibt’s die Firma denn schon?
„Um die 90 Jahre. Mein Großvater und sein Bruder haben sie gegründet, mein Vater hat sie dann übernommen. Ursprünglich war es ein Textilhandel, es gab nicht nur Teppiche, sondern auch Gardinen, Handtücher, Bettwäsche usw. Mein Vater hat sich dann auf Teppiche spezialisiert.
Es stand aber nie zur Debatte, dass ich den Laden übernehmen würde, das hat mein Vater nie von uns Kindern verlangt. Im Gegenteil, er hat uns ermutigt, eigene Wege zu gehen. Jetzt ist er natürlich stolz auf mich. Und unterstützt mich mit seinem Rat bei der Begutachtung der Teppiche.“  

War es nicht ein Risiko, sich selbstständig zu machen?
„Vielleicht ja. Aber ich habe einfach nur nach vorn geschaut. Ich hatte Geld gespart das ich in die Firma gesteckt habe. Und ich kann natürlich die Kontakte meines Vaters nutzen, für meine Einkaufsreisen und für Teppichmessen im Nahen Osten, wo kaum Europäer anzutreffen sind. Ich kaufe bei Händlern in der Türkei und im Iran ein, die Teppiche werden dann dort in Manufakturen entfärbt, sonnengebleicht, geschoren und neu eingefärbt. Das sind dort alles Fachleute, die gerne mit innovativen neuen Ideen spielen. Mit denen bespreche ich meine Farbvorstellungen, die verschiedenen Techniken. Da der Baumwollgrund und die Schafwolle die Farben unterschiedlich aufnehmen, entstehen ganz neue Muster. So, dass sich der ursprüngliche Teppich noch erahnen lässt, aber zu einem ganz speziellen  Einzelstück  geworden ist.“

Wer sind Ihre Kunden?
„Viele junge Leute in der Nach-Ikea-Phase, die auf der Suche nach etwas Besonderem sind. Ich habe einen kleinen Showroom in Berlin, bin online, habe sehr viele Anfragen. Es läuft echt gut. Letztes Jahr waren meine Teppiche auch bei der Show einer jungen Designerin bei der Berliner Fashion Week zu sehen. Gerade hatte ich im Rahmen der Kölner „Passagen“ auch hier eine Ausstellung. Momentan bin ich fast ausverkauft. Ich muss im Frühjahr dringend wieder los!“
 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Margot Dankwerth,  frischgebackene Wieder-Kölnerin, ist nach 15 Jahren in Hamburg zurück in ihrer alten Heimat. Früher hat sie beim Express gearbeitet und wohnte am Volksgarten. War dann für Bild und Bild der Frau als Reporterin im In- und Ausland unterwegs. Jetzt lernt sie gerade ihr neues Veedel rund um die Kurfürstenstraße kennen. Und ist neugierig auf alles, was sich „um die Ecke“ tut.

Text: Gastbeitrag

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