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Umwelt

Aus der Südstadt in die Welt

Dienstag, 13. August 2019 | Text: Susanne Wächter | Bild: Susanne Wächter

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Eine Biogasanlage, die auf den Rücken passt? Klingt merkwürdig, gibt es aber. Zum Beispiel auf dem Gelände des NeuLand-Gemeinschaftsgartens. Erfunden hat sie Katrin Pütz. Die junge Argartechnikerin will nun von der Südstadt aus die Stromversorgung in Afrika fördern.

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Katrin Pütz hat eine Vision oder besser gesagt ein kleines „social business“, mit dem sie Bioenergie nach Afrika und andere ländliche Regionen bringen will. Vier Jahre lang lebte Pütz selbst in Afrika, kennt die Gegebenheiten und knüpfte vor Ort Kontakte. Ihre Anlage passt auf den Rücken. „B-energy“ hat sie ihr Unternehmen genannt und in der Südstadt ein Büro eröffnet. Um ihr Projekt aber fassbarer zu machen, benötigte sie eine Fläche, auf der sie eine solche Mini-Anlage in die Erde bauen konnte. Gar nicht so einfach in einer Großstadt wie Köln. Auf dem Gelände von NeuLand hat sie eine solche Fläche gefunden.

Prototyp der Rucksackbiogas-Anlage auf NeuLand

Einer kleinen Gruppe von Männern und Frauen vermittelt sie an diesem Tag den Aufbau und die Handhabung der kleinen Anlage, die irgendwie wie ein riesiges Kissen wirkt. Eine Art Zelt haben sie darüber gespannt. So staut sich die Hitze in dem Kissen darunter und kann den Gärungsprozess ankurbeln. Die eigentliche Biogasanlage liegt in einem Erdloch. Etwa zwei Meter lang und einen Meter breit ist sie. Zwei Stunden haben sie etwa dafür benötigt, das „Kissen“ mit Schläuchen und einem Eimer aufzubauen, in dem die landwirtschaftlichen Abfälle landen, die später das Gas erzeugen sollen. Es ist quasi der Prototyp, ein Anschauungsobjekt, denn später sollen der Kenianer Michael Nganga aus Hamburg und alle anderen Workshop-Teilnehmer, die an diesem Tag gekommen sind, um den Aufbau zu erlernen, es in Afrika an den Mann und Frau bringen.

Für die Bevölkerung in Afrika ist eine solche Energiequelle von unschlagbarem Wert, wie Pütz erklärt. Nicht nur, dass in den Hütten und Häusern an offenen Feuern gekocht wird, was etliche Todesfälle wegen der Rauchentwicklung zur Folge hat, es gehe vor allem das Holz aus. Eine Alternative musste also gefunden werden. Durch solche mobilen Biogasanlagen Energie in die afrikanischen Dörfer zu bringen, ist eine echte Alternative.

Kuhdung vom Kloster der Benediktinerinnnen

B-engergy ist keine neue Firma. Neu ist es nur, dass Pütz nun auch von Köln aus agiert. Auch in einigen afrikanischen Regionen ist diese Art von Biogasanlagen nicht neu. Dort sieht man häufiger Menschen mit den riesigen „Kissen“ über die Straßen laufen. Mit deren Inhalt lässt sich drei Stunden lang ein Gasherd betreiben. Ein Gewinn nicht nur für die Nutzer, sondern auch die Bauern, deren Abfälle etwa aus der Viehhaltung zu Biogas umgewandelt wird. Vor allem aber machen sie sich damit unabhängig von großen Energieanbietern, schaffen neue Erwerbsquellen und zusätzliche Jobs, denn das Gas muss auch zu den Menschen gelangen.

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Auf NeuLand sind die Workshop-Teilnehmer nun dabei, in Zweierteams weitere Anlagen zu bauen. Später werden sie Kuhdung vom nahe gelegenen Kloster der Benediktinerinnen an der Brühler Straße in Raderberg holen, um die Anlage zu speisen. „Hier vermischen wir den Kuhmist mit ein wenig Wasser und nach etwa einem Tag können weitere Gartenabfälle hier in den Trichter gegeben werden“, erklärt Pütz das Vorgehen.


So schlicht die Biogasanlage aussieht, so ausgeklügelt ist das System, das Pütz an der Universität Hohenheim entwickelt hat. So gibt es eine App, mit deren Hilfe der Vertrieb der Anlagen im afrikanischen Raum funktioniert. Die Nutzer registrieren sich, geben jeden Schritt des Anlagenaufbaus ein, machen Bilder von den Aufbauschritten und erhalten bei Problemen direkt Feedback. Zusätzlich erfährt Pütz, wo in welcher Region ihre Anlagen aufgebaut und genutzt werden. Rein theoretisch könne sich auch jeder Hausbesitzer eine solche Anlage in den Keller des Hauses bauen lassen. Doch für Deutschland ist die Anlage nicht zugelassen.

Text: Susanne Wächter

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