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An der Bottmühle 13 - Severinswall
50678 Köln

Tel.: 0221 39757775
hallo@cafe-walter.de

ÖffnungszeitenDienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
Montags Ruhetag

Gelistet in: Bistro, Cafés, Partner

Café Walter

Die Geschichte des Café Walter ist eine Geschichte von Zufall und Träumereien. Lotte Lütjohann und Michaela Rygol, die den gemütlichen Laden mit den großen Fenstern samt Blick auf die Bottmühle vor einem Jahr übernommen haben, lebten beide lange Zeit in Wuppertal – ohne voneinander zu wissen. Kennengelernt haben sie sich erst in Köln. Das wa, 2011 bei der gemeinsamen Arbeit im Boardsportladen im belgischen Viertel. Die Idee zur Gründung? Spontan: „Wie das nun mal so ist, man spinnt etwas herum“ erzählt Lotte. Dann habe Michaela jedoch Nina Gilhooley kennengelernt, die Vorbesitzerin des Ladens – und davon erfahren, dass sie das Café verkaufen wollte. Dadurch wurde aus einem unschuldigen Spaß ein ernstes Vorhaben. „Jetzt oder nie, haben wir uns gesagt“, erinnert sich Lotte.

Und es geschah. Nach „gefühlten 500.000 Formularen“, so Lotte, einer kaufmännischen Weiterbildung bei der IHK, tatkräftiger Hilfe der Familie bei der Renovierung -„ohne Papa und Onkel hätten wir hier nichts geschafft“- und dem Einbau einer neuen Theke, konnte das Café seine Pforten wieder öffnen. Die wichtigste Hürde war natürlich vorher genommen: Die Geheimnisse rund um die Eigenheiten der professionell-wuchtigen FAEMA-Kaffeemaschine zu lüften.

Erhalten blieb dem Laden neben dem gemütlichen Interieur auch der Name – Café Walter. In erster Linie eine Frage des Respekts, stand doch der verstorbene Großvater der Vorbesitzerin als Namensgeber Pate. Gleichzeitig hätte eine Umbenennung viele Stammkunden irritiert. Überhaupt, die Sache mit den Kunden. „Die Leute mussten erst verstehen, dass wir nicht nur am Wochenende offen haben“, erzählt Michaela. Sondern von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr.

Ehrlichkeit, die entwaffnet

Dass die beiden sympathischen Besitzerinnen die Sache mit dem Café etwas lockerer angehen lassen, daraus machen sie keinen Hehl. Im Gegenteil: Erst so entsteht dieses heimelige Gefühl, das man von Zuhause oder noch aus seiner Kindheit kennt – und das möglicherweise so etwas wie das Alleinstellungsmerkmal des Café Walters ist, wie Michaela und Lotte vermuten. „Unsere Gäste sollen sich wie zuhause fühlen. Wenn jemand einen Extrawunsch hat, dann erfüllen wir den ohne viel Aufhebens“, stellt Lotte klar. Michaela gibt ein Beispiel: „Auf der Karte zum Frühstücksteller schreiben wir ganz sicher nicht ‚20 Gramm Butter‘ oder ‚20 Gramm Marmelade‘, da kann jeder haben, was der Kühlschrank hergibt.“ Damit sind sie erfolgreich – und freuen sich über zahlreiche neue Besucher und Stammgäste sowie durchweg positives Feedback. Mittlerweile werden sie von vier Angestellten unterstützt, denn gerade am Wochenende sei es rappelvoll, erzählt Lotte, und fügt hinzu: „Ich würde gerne mehr Plätze herbeizaubern“. Diesen Wunsch kann sie sich leicht erfüllen, denn sobald der Schnee schmilzt, kommt die Außengastronomie dazu, im Sommer werden die Öffnungszeiten bis in die Abendstunden verlängert, es soll Konzerte und andere Veranstaltungen geben. Neben einem kleinen Theaterstück haben die beiden schon ein Haarschneideevent und einen Flohmarkt im Laden organisiert…

Geheimrezept? Herzhafte Waffeln, Van Dyck – und Podolski

Läuft also. Das liegt nur in dritter Linie am unterhaltsamen und gekonnten Social Media Marketing. Als glückliche Fügung dürfte in dem Zusammenhang wohl auch gelten, dass kaum zwei Wochen nach der Neueröffnung Lukas Podolski nach einem Dreh am Bolzplatz um die Ecke mit einer Schar von Kids vorbeikam. Da ließen es die beiden sich nicht nehmen, ein Foto mit der Berühmtheit zu posten. Zur Steigerung des Promiwertes komme jetzt eigentlich nur noch Beyoncé infrage, grinst Lotte. In zweiter Linie dürfte dafür Mischling Casper verantwortlich sein – „Stamminventar“ des Cafés und Großmeister des zutraulichen Hundeblicks. Ach ja, Tiere mitbringen ist im Walter erlaubt. In erster Linie jedoch ist ihr Erfolg dem Kerngeschäft eines Cafés geschuldet: dem richtig guten Kaffee – Ehrenfelder Kaffeebohne Van Dyck trifft auf Faema-Maschine und Barista-Skills – schmeckt hervorragend, und die Essenskarte liest sich wie ein Haiku auf Kölsch: reduziert, wohlkomponiert, durchdacht – und dabei nicht ohne lässiges Frotzeln.

Angefangen bei frischem Kuchen & kreativen Waffelkompositionen: Waffeln als Power-Variante mit griechischem Joghurt, Bananen, Honig und Walnüssen oder herzhaft als Kartoffel- oder Käsewaffel mit Hummus, Kirschtomaten und Balsamicocreme. Über Stullen und gegrilltes Fladenbrot hin zu saisonal inspirierten Suppen – für sämtliche Appetitgrade und Tageszeiten ist etwas Passendes dabei. An den Wochentagen lockt ein Frühstücksteller, am Wochenende gibt´s von 10:00 bis 14:00 Uhr Brunch – inklusive „Rührei wie bei Oma“, Kaltgetränke und Bier selbstverständlich. Ständig neue Ideen sorgen dafür, dass die aktuellen Gerichte nicht allzu lange auf der Kreidetafel angeschrieben sind. Saisonale Angebote nehmen großen Raum ein, der Hit in diesem Winter: Rote-Beete-Smoothie.

Nachhaltigkeit for real

Auch in Punkto Nahrungsmittel bleiben Lotte und Michaela ihrem persönlichen Umgang mit Essen treu, wegschmeißen zum Beispiel – geht gar nicht, deshlab versuchen sie, keine „Reste“ zu produzieren. „Was weg ist, ist weg. Wenn am Sonntagnachmittag das letzte Stück Kuchen wegkommt, dann gibt´s eben Waffeln, das ist ohnehin unser Steckenpferd“, stellt Lotte klar. Alles besser, als Nahrung wegschmeißen zu müssen.
Sämtliche Gerichte werden selbstverständlich selbst gemacht, die Zutaten vor Ort eingekauft, viele Produkte in der Region hergestellt. So etwa die Bioeier (Hof Alpermühle) und die Biomilch (Hielscher Hof), die zweimal die Woche geliefert werden – in wiederverwendbaren Behältern zur Müllvermeidung, versteht sich.
Überhaupt ist das Thema Nachhaltigkeit im Café Walter keine hohle Phrase, sondern Alltagspraxis. Spezielle Strohhalme wandern in die Spülmaschine anstatt in den Müll, Spaziergänger können ihre Wasserflasche im Café kostenlos nachfüllen. Der nächste Schritt: die Teilnahme an einem Pfandbecher-Mehrwegsystem.
Und was bringt die Zukunft? Michaela und Lotte wollen den Laden weiter entwickeln und auch Kleinigkeiten immer weiter verbessern, Motto: Nur wer sich ändert, bleibt sich treu!

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