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Lükes Liebes Leben

Impotent mit Brille – Lükes liebes Leben

Montag, 12. September 2016 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Letztens hatte ich ja über anstehende Dreharbeiten vor meiner Haustür berichtet. Für vier Tage Parkverbot in der Fußgängerzone. Hatte mir wirklich überlegt, die Fenster vielleicht doch noch zu putzen. Wäre aber reine Zeitverschwendung gewesen. Vor der Tür stand nur der Catering-Wagen, die eigentliche Action ging auf dem Platz An der Eiche ab. Aber was heißt hier Action?! Ich hatte mitbekommen, dass die Film-Truppe im Auftrag von RTL im Einsatz war. Nun hatte ich zwar nicht wirklich erwartet, dass die harten Männer von Cobra 11 mitten in unserem lauschigen Wohngebiet heiße Verfolgungsjagden inszenieren und mit ordentlich Kawumm ein paar Autos in die Luft jagen würden, aber so ein bisschen Budenzauber hatte ich mir doch erhofft. Doch was haben sie gedreht? Image-Spots für RTL Now! Was ja keineswegs ein neuer Spartenkanal, sondern lediglich eine Plattform ist, wo man sich den ganzen Humbug des Senders wahlweise als Livestream oder als Wiederholung reinpfeifen kann. Und diese segensreiche Einrichtung bedarf offenbar noch eines größeren Bekanntheitsgrades. Darum die Spots aus der Südstadt. Als ich da auf dem Weg zum Supermarkt mal vorbei geschlappt bin, saßen zwei Frauen und ein Herr auf einer Bank vor der laufenden Kamera und versuchten so etwas wie entspannte Lebensfreude zu simulieren. Sah mächtig originell aus. Egal. Am Abend haben die Filmleute jedenfalls ihren Krempel zusammengepackt und sich davon gemacht. Und am nächsten Morgen? Passierte nix. Und an den beiden darauf folgenden auch nicht. Nur die Parkverbotsschilder standen noch da.

Big Brother im Kiosk?
Was die Schockbilder zur Raucherentwöhnung angeht, hab´ ich es nach ersten Enttäuschungen inzwischen doch zu einer recht ansehnlichen Sammlung gebracht. Letztens reichte man mir ein Päckchen über den Tresen, das mich vor drohender Impotenz und sexueller Unlust im Allgemeinen warnte. Bei fortlaufender Qualmerei, versteht sich. Als Abbildung hatten die Gesundheitswächter keineswegs einen erschlafften Schrumpelpimmel gewählt, sondern dem Foto eines nackten Mannes von ästhetisch tadellosem Wuchs den Vorzug gegeben. Der sah in seiner schamhaften Seitenlange jetzt nicht eindeutig impotent, aber doch irgendwie unglücklich aus. Meinethalben. Der Schock traf mich indes erst, als ich wieder daheim am Schreibtisch saß und meinen Elektro-Briefkasten inspizierte. Da bot mir eine Online-Apotheke eine Großpackung Viagra  zum Vorzugspreis an. Schluck. Wenn mich nicht alles täuschte, war das Sonderangebot nur zwei Minuten, nachdem ich den Kiosk verlassen hatte, eingetrudelt. Ich bin ja eigentlich nicht so der große Verschwörungstheoretiker, aber weiß man´s bei heutigen Technik? Sollte da bei meinem Dealer neuerdings womöglich eine Überwachungskamera mit Gesichtserkennung-Software hängen, die einfängt, welches Schockbild welchem Kunden da gerade ausgehändigt wurde und die Daten flugs der Industrie übermittelt? Glaub´ ich, ehrlich gesagt, nicht wirklich. Aber wenn ich demnächst Tabak erstehe, der vor Erblindung warnt (hab´ ich schon, bzw. noch gesehen) und mir dann prompt Kaufempfehlungen irgendwelcher Optiker ins Haus flattern, werd´ ich ernsthaft sauer. Oder ich wähle Die Piraten. Aber waren die nicht eher für uneingeschränkt freie Fahrt sämtlicher Daten im Internet? Überhaupt, was machen die eigentlich in den zahlreichen Landtagen, in denen sie hocken?

Der gefühlte Ausländer
Sind deren (ehemalige) Anhänger in Meck-Pomm (so sie da jemals welche hatten) jetzt womöglich auch zur AfD übergelaufen? Tante Petry möchte ja jetzt den Begriff „völkisch“ wieder positiv besetzen. Fein, da können sie ihr Parteiblättchen (haben die doch sicher) demnächst endlich „Völkischer Beobachter“ nennen. So richtig drollig fand ich aber unlängst ihren Parteifreund  Georg Pazderski. Nie gehört, den Namen? Schändlich. Der Mann war schließlich mal Oberst bei der Bundeswehr. Und weil er auch im Ruhestand weiterhin dem Vaterland dienen möchte, ist er jetzt Spitzenkandidat der AfD in Berlin für die Wahl am nächsten Wochenende. Letzte Woche gab´s aus diesem Anlass eine Elefantenrunde mit den Kandidaten der anderen Parteien beim rbb. Wo Herr Oberst a.D aufs Trefflichste über die hohe Kriminalität unter den Migranten vom Leder zog. Als man ihm darlegte, dass dies durch keine Statistik zu belegen sei, zeigte sich Herr Pazderski jedoch keineswegs beeindruckt und packte sogar den Kosmopoliten aus. „Perception is reality“, tönte er siegessicher, hatte diese Weisheit für seine potentiellen Wähler dann aber auch noch auf Deutsch parat:  „Das, was man fühlt, ist auch Realität“.  Es komme nicht auf Statistik an, sondern auf das „Gefühl“ der Bürger an, ließ er abschließend wissen. Soll wohl heißen: Wenn Menschen sich in Peenemünde, wo, wie  ich gelesen habe, nachweislich keine Migranten leben, von Ausländern bedroht fühlen, werden sie auch von Ausländern bedroht. Und dann wählen sie eben die AfD, die verspricht, ihnen diese nicht existenten, aber hoch kriminell veranlagten Fremden vom Hals zu schaffen. Absurd? Schon. Aber ich bin mir sicher, dass die Wahlerfolge dieser Partei genau so zustande kommen. Da ertappt unsereins sich doch prompt wieder bei der Frage, ob Demokratie nun wirklich die beste aller denkbaren Staatsformen ist. Vielleicht doch besser ein gerechter und mildtätiger König? Vermutlich Quatsch. Ich gestehe, dass ich zum Wohle der Kinder angesichts mancher Zeitgenossen regelmäßig auch über eine obligate „Vermehrungs“-Beratung und, im Zweifel, ein Abraten nachdenke. Schon klar, ist nicht durchsetzbar und wer sollte das im Einzelfall auch entscheiden? Ich. Ich würd´ das machen.  Doch dann kämen sicher wieder irgendwelche Schicksals-Geschichten von später, aber erfolgreicher (Re-)Sozialisierung, die nun eine günstige Erziehungsprognose ergäben, wenn ich die Sache nicht vermasselt hätte. Ach, damit möchte ich mich dann lieber doch nicht herumschlagen müssen. Drum Bürger, stellt das Rauchen ein und vermehret euch nach Herzenslust.

Text: Reinhard Lüke

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