Indisch, halal vietnamesisch & Kaffee aus China
Mittwoch, 4. Februar 2026 | Text: Markus Küll | Bild: Markus Küll
Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
Es ist wieder viel los in der Gastroszene der Südstadt. Von Neueröffnungen und Abschieden.
Unser Gastrospaziergang zum Auftakt des Jahres 2026 zeigt viel Bewegung. Trends sind nicht auszumachen, es scheint aber so, als ob sich der Wechsel beschleunige. Aber es gibt auch gute Nachrichten.
„Fail fast, Fail beautifully“
Schnelles Scheitern scheint die Südstadt-Gastro auszumachen.
Hält man beim Spaziergang durchs Veedel nach einem Trend Ausschau, dann ergibt sich vielleicht dieser: Die Entscheidung, wann ein neues Angebot nicht trägt, scheint immer schneller zu fallen. Pino aus dem Il Mondo, der kurzzeitig als „Tapas-Pino“ im „Vida Loca“ in der Merowingerstraße ein spanisches Restaurantkonzept probiert hat, übergibt bereits nach weniger als einem Jahr an neue Pächter: Es wird indisch. Zwei junge Kölner mit indischem Familienhintergrund gründen ihr erstes eigenes Restaurant. Die Köche dafür kommen eigens aus Indiens Norden. Eröffnung soll bereits im März sein.
Kaffee – global und lokal
Auch schon wieder weg: Das Espresso-House an der Bonner Straße. Auf die „größe Kaffehauskette Skandinaviens“ folgt „Cotti Coffee“. Mit mehr als 18.000 Stores in 28 Ländern versucht sich ein weiterer „Global Player“, diesmal aus China, in der Südstadt. Weitere Filialen entstehen bereits in anderen Kölner Stadteilen. Umso schöner in diesem Zusammenhang die Nachricht, dass das „Einspänner“ als lokales und traditionelles Veedels-Cafè sich vergrößert und ein paar Türen weiter auf der Bonner Straße genau gegenüber neue und größere Räume beziehen wird. Wir haben nun nicht nur die Auswahl zwischen „global und lokal“ sondern auch zwischen „Vollautomat und Siebträger“. Cotti Coffee setzt auf vergleichsweise günstigen Kaffee aus entsprechenden Maschinen – und jede Menge exotische Getränke wie z.B. „Matcha Red Bean Latte“.

Aus China in die Südstadt Cotti Coffee (Bild: Markus Küll)
Von der Bonner zu Severinstraße – Wechsel überall
Bleiben wir auf der Bonnerstraße. Man kommt ja gar nicht nach, die Namenswechsel der Imbisse nachzuverfolgen: aus „Haus des Döners“ ist nun „Antakaya Döner“ geworden. Aus dem Frühstückscafè „Dilekeria“ wurde das „Lemon & Olive“ und aus dem ehemaligen „Mr Krabs“, wo man mal Zierfische kaufen, nicht aber essen konnte, soll das „EAT KOREAN“ werden.

Koreanisch -aber wann? (Bild: Markus Küll)
Ebenso munter geht’s auf der Severinstraße zu: Das zweite „Corndawgs“ hat die Fritteusen schon wieder abgebaut und macht einem Falafel- und Shawarma-Laden Platz. Direkt daneben wirbt das ehemalige Kleidergeschäft mit einer wirklichen Neuerung: „Demnächst entsteht hier ein halal vietnamesisches Restaurant“. Wem nicht nach Asien oder Fastfood ist, kommt eher im aus Rodenkirchen in die Südstadt umgezogenen „Il Nido“ (ehemals „Latio“) an der Vorgebirgstraße auf seine/ihre Kosten – und das im Wortsinn, weil hier eher die feine und somit etwas teurere italienische Küche zelebriert wird.
Zweiter Frühling für die Wurst?
Also nichts wie weiter und zurück Richtung Chlodwigplatz, und wieder hoffen wir auf einen Sommer, in den dieser Platz endlich seine Schönheit auch gastronomisch entfalten kann.
Kurz dahinter, im ehemaligen „Turista Süd“ tut sich was. Aus dem traditionsreichen Wirtshaus am Ende (oder auch „Anfang“) der Severinstraße soll nun „Das Wurstamt“ werden (hieß das nicht ganz früher „Em Häsge“ und war das nicht der Ort der letzten zehn Kölsch nach dem Rosenmontagszug?). Einer der neuen Betreiber ist kein Unbekannter: Metin Yildirim hatte es mit dem „Barrios“ und dem Burgerkonzept „Marx und Engels“ auf dem Ring zu einiger Bekanntheit in Köln gebracht. Nun also Wurst und Craftbier an der Vringspooz.
Viel los auf engem Raum: gleich drei Neu-Eröffnungen an der Bottmühle
Vom Chlodwigplatz aus müssen wir unbedingt noch in die Seitenstraßen abbiegen. Auf dem Weg zum Severinswall warten mehrere Neuerungen: Im „Bambule“, das sich „Deutschlands 1. Chlistube“ nannte, werkeln neue Besitzer und verkünden: „Coming Soon“. Wir werden sehen, was da kommt. Nur wenige Meter weiter entsteht aus dem ehemaligen „Bengs Burger“ eine zweite Filiale von „Toto e Peppino“, einer „Pizzeria Friggitoria Neapolitana. Hier wird also nicht nur gebacken, sondern auch frittiert. Wenn das dann den entsprechenden Durst erzeugt hat, kann man direkt nebenan im neuen „Heidemann“ (ehemals Mongogo) einkehren. Hier scheint in der Tat das Trinken im Mittelpunkt zu stehen…

Gegen Durst: Heidemann am Severinswall (Bild: Markus Küll)
Zum Schluss die gute Nachricht: Assad ist wieder da!
Also zurück in die Merowingerstraße, denn hier wartet noch eine gute Nachricht. Vorher fällt aber auf, dass im ehemaligen Blumengeschäft erneut „Mr.Sha“ auf den zugeklebten Fenstern mit einer baldigen Neu-Eröffnung wirbt. Es ist, Überraschung, Shawarma. Aber Moment mal – hatte er nicht schonmal? Doch er hatte. Der Chronist vermerkt, dass genau diese Neueröffnung an genau dieser Stelle bereits im Mai 2025 angekündigt war und dann wieder verschwand. Wir werden sehen, ob da diesmal wirklich soon etwas passiert.
Sehen mussten wir auch, dass die wunderbaren und freundlichen jungen Betreiber des „Südstadt-Asia“ entweder das Konzept ändern oder in andere Hände übergeben: ein Schild in den zugehängten Fenstern kündigt „XOP“ das vietnamesische Streetfood Banh Mi als neues Konzept an.

Volker und Assad – ein Abend in der Taqueria (Bild: Markus Küll)
Uff – jetzt brauche ich einen Absacker – und den nehme ich in der „Taqueria Especial“. Den „Südstadt-Mexikaner“ gibt es nämlich schon seit Jahrzenten, aber: die aktuellen Pächter sind neu: mit Volker und Assad (den ältere Südstädter*innen noch aus dem ursprünglichen Climax kennen) haben zwei Südstadt-Urgesteine die Eck-Kneipe übernommen und sorgen dafür, dass alles so bleibt, wie es war. Und das ist zum Schluss doch mal eine gute Nachricht.
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