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Kolumne

Kachelmann war´s! – Lükes liebes Leben

Mittwoch, 12. Februar 2014 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Langsam geht´s los. Alle reden über Karneval. Vorfreude allerorten. Offenbar gibt´s inzwischen so was wie einen Närrischen Advent. Kommt mir nicht ins Haus. Nur soviel: Im letzten Herbst hab´ ich mich an dieser Stelle ja mal über das erfreulich dünne Presseheft des WDR zum närrischen Treiben gewundert und dann festgestellt, dass es sich dabei nur um die Infos zum 11.11. handelte. Inzwischen ist auch der Hauptkatalog „Karneval 2014 im WDR“ da. Hat 59 (!) Seiten. Allein zwei davon beschäftigen sich mit der Frage, wie man auch per Handy und Internet an den gebührenfinanzierten Schunkelparaden teilhaben kann. Super! Vier Stunden Kostümsitzung aus dem Gürzenich auf dem Smartphone! Da rechnet sich doch die Flat.

Langsam geht´s los. Alle reden über Karneval. Vorfreude allerorten. Offenbar gibt´s inzwischen so was wie einen Närrischen Advent. Kommt mir nicht ins Haus. Nur soviel: Im letzten Herbst hab´ ich mich an dieser Stelle ja mal über das erfreulich dünne Presseheft des WDR zum närrischen Treiben gewundert und dann festgestellt, dass es sich dabei nur um die Infos zum 11.11. handelte. Inzwischen ist auch der Hauptkatalog „Karneval 2014 im WDR“ da. Hat 59 (!) Seiten. Allein zwei davon beschäftigen sich mit der Frage, wie man auch per Handy und Internet an den gebührenfinanzierten Schunkelparaden teilhaben kann. Super! Vier Stunden Kostümsitzung aus dem Gürzenich auf dem Smartphone! Da rechnet sich doch die Flat.

Ich hasse Mütter

Aber genug mit dem Quatsch. Sprechen wir lieber von wirklichen Problemen. Reden wir über Mütter. Traf ich neulich vor der Kühltheke im Supermarkt eine Bekannte mit ihrem Kleinkind im Windelalter. Kaum hatte ich ihr ein freundliches „Hallo“ entboten, raunzte sie mich an: „Ich hasse Mütter!“ Ja, wie jetzt? Akuter Anfall von Autoaggression? Oder haderte sie grundsätzlich mit ihrer -soweit ich weiß- einst mit Freuden gewählten Mutterrolle? Auf meinen vermutlich bühnenreif ratlosen Gesichtsausdruck hin gab´s dann Erläuterungen. „Ach nee, natürlich hasse ich nicht alle, aber diese Theatermütter sind die Seuche!“ Aha, nur Theatermütter also. Und während mir peinlicherweise die (männliche) Pubertätsweisheit „Alles Schlampen außer Mutti“ in den Sinn kam, redete sie sich in Rage. Sie komme gerade, ließ sie wissen, aus der Comedia, wo sie mit ihrem Filius einem dieser Philharmonie-Konzerte für Kleinkinder beigewohnt habe, die da regelmäßig stattfinden. Und das war sooo schlimm? Nein, eigentlich sei es recht schön gewesen, das Konzert. „Aber diese Mütter!!!“ Zuerst hätten sie sich nölig beim Personal beschwert („Und sowas nennt sich Kinder-Kulturhaus!“), das sie darauf hinwiesen habe, dass die Gänge als Fluchtwege frei bleiben müssten und die lieben Kleinen dort bitte nicht herumkrabbeln sollten. Und kaum seien dann die ersten Töne des Konzertes erklungen, hätten fast sämtliche Begleitmütter ihre Rucksäcke mit Fressalien ausgepackt, als drohe dem Nachwuchs der Hungertod, wenn er mal 30 Minuten lang nichts zu futtern bekomme. Direkt vor ihr habe so eine „Lacoste-Tussi“ gesessen, deren kleiner Sohn völlig ruhig und von der Musik gebannt gewesen sei, bis Mutti angefangen habe, ihm abwechselnd Joghurt und Dinkelkekse zu verabreichen. Was der Steppke natürlich mit genervtem Gequake quittiert habe. Irgendwann hatte meine Bekannte dann endlich fertig, holte nach Minuten zum ersten Mal wieder Luft und schob noch ein „Das glaubst du nicht!“ hinterher. Völlig überflüssig. Ich glaub´ ihr das. Jedes Wort. Schließlich ist das Phänomen dieser akademisch verblödeten Selbstverwirklichung-Durch-Kinder-Glucken nicht neu. Als mein Junior vor zehn Jahren seine ersten Theatererfahrungen machte, gab´s die auch schon. Keine Frage also, man kann sie hassen, diese Mütter. Auch als Mutter.

Verschleierte Körbchengröße

Ich gehe ja eigentlich eher nüchtern durchs Leben. Zumindest, was spiritistische Anwandlungen aller Art angeht. Aber manchmal bin ich als leidenschaftsloser Agnostiker dann doch versucht, an Fügungen durch irgendwelche mir nicht näher bekannten Mächte zu glauben. Vor Jahren, als ich morgens aus der Zeitung von der tragischen Demenzerkrankung von Walter Jens erfahren hatte (Ich erklär´ jetzt mal nicht, wer das war!), fand ich Stunden später auf dem Wühltisch eines Kaufhauses ein Buch von ihm. Titel: „Macht der Erinnerung“. Und vor ein paar Tagen sitze ich einem Café, wo eine Frau am Nebentisch in einem Paperback blättert. Auf dem Cover steht: „Die große Verschleierung“. Autorin: Alice Schwarzer. Okay, Jens´ Werk hat den Untertitel „Betrachtungen eines Europäers“ und bei Schwarzer heißt es: „Gegen Islamismus, für Integration“. Aber komisch kommen mir diese Zufallsfunde aus gegebenem Anlass schon irgendwie vor. Nun quatscht mir die „Meinesüdstadt“-Redaktion normalerweise in mein Liebesleben nicht hinein. Was ich zu schätzen weiß. Aber diesmal gab´s (von weiblicher Seite!) die zarte Anfrage, ob ich nicht eventuell, „wenn´s passt“, was zum „Fall Alice“ sagen könnte. Weil, das sei doch auch schon wegen des Bayenturms ein Südstadt-Thema. Irgendwie. Ausgerechnet ich!? Was soll ich dazu sagen? Als Mann. Dass mich Frau Schwarzers beachtliche, oft unterschätzte Körbchengröße schon immer für sie eingenommen hat? Vermutlich eher nicht. Dass ich bei einem Pressetermin mal ein längeres Schwätzchen mit ihr gehalten habe und sie durchaus nicht unsympathisch fand? Auch nicht. Also: Anklage. Alice Schwarzer hat Steuern für Zinserträge auf einem Schweizer Konto hinterzogen, wegen zunehmender CD-Ankäufe deutscher Finanzbehörden irgendwann kalte Füße bekommen, Selbstanzeige erstattet, 200 000 Euro plus Säumniszuschlag nachgezahlt. So what? Ist sie doch in bester Gesellschaft und geht dabei als erste Frau in der illustren Promi-Runde mal wieder vorneweg. Natürlich drängt sich mir als Kleinverdiener die Frage auf, woher diese gut zweieinhalb Millionen Euro, so haben Experten vorgerechnet, stammen könnten, die sie da bei den Eidgenossen gebunkert haben muss, um eine derartige Steuerelast auf deren Zinsen anhäufen zu können. Aus ihren Verdiensten als „EMMA“-Herausgeberin kaum. Das Heft soll ja gerüchteweise eher ähnliche Gewinne wie „Meinesüdstadt“ erwirtschaften. Aber was weiß ich? Geht mich ja auch nix an. Vielleicht hat die Alice gut geerbt oder lukrative Beraterverträge bei der Deutschen Bank und Mercedes Benz, wo sie erklärt, wie man die A-Klasse der emanzipierten Damenwelt, Theater-Müttern am Ende, schmackhaft machen könnte – alles denkbare Optionen, aber spekulativ. Keine Ahnung. Womöglich bin ich nur neidisch. Egal.

Die Puffgänger beim SPIEGEL

Aber was macht man in solch einer Situation, wenn die Steuer-Sünde publik wird? Ich finde: Man sagt kleinlaut „sorry“, hält ansonsten die Klappe und findet sich damit ab, dass die Zeiten, in denen man als moralische Instanz für Alles und Jedes in Talkshows herumsitzen konnte, vorbei sind. Nicht so Frau Schwarzer: „Ich frage mich“, so ließ sie auf ihrer Homepage wissen, „ob es ein Zufall ist, dass manche bei ihrer Berichterstattung über mich gerade jetzt auf Recht und Gesetz pfeifen? Jetzt mitten in der von EMMA angezettelten Kampagne gegen Prostitution, wo es um Milliarden-Profite geht.“ Könnte man interpretieren als: Die notorischen Puffgänger beim SPIEGEL, der die Causa publik gemacht hatte, fürchten um ihren Entspannungs-Fick zur Mittagspause oder sind gar mit Zuhälter-Banden geschäftlich verbandelt.

 

Mir ist ja schon einiges an dümmlichen Verschwörungstheorien untergekommen, aber diese gehört nun wirklich zu den albernsten. Aber es geht noch lächerlicher. Denn Frau Schwarzer teilte zur Rechtfertigung ihrer Steuernummer weiterhin mit, sie habe das Konto bei den Eidgenossen bereits in den 80er Jahren eröffnet, weil sie seinerzeit auf Grund der allgemeinen Hetze gegen sie an Auswanderung gedacht habe. Nee, schon klar. Als politisch Verfolgte in der Schweiz Asyl beantragen. So wie Schumi und Vettel. Wäre sie auch von der Schweiz aus ja nicht mehr dran gekommen, an ihr Geld, wenn sie es bei einer deutschen Bank geparkt hätte. Ist ja bekannt, dass in der BRD Vermögen von Auswanderern sofort beschlagnahmt werden. Und jetzt auch noch die peinliche Nummer mit dem Bayenturm. Einen Gewölbekeller öffentlich als Partyraum vermieten wollen, obwohl das der überaus generöse Nutzungsvertrag mit der Stadt ausschließt. Inzwischen ist das Angebot von der Homepage verschwunden, aber Frau Schwarzer hat sich bis jetzt (Stand: Samstagmittag) noch nicht dazu geäußert. Womöglich brütet sie noch über einer neuen Verschwörungstheorie oder lässt sich vom ADAC professionelles Krisemanagement  (hö, hö) beibringen. Aber vielleicht steckt ja auch der Schweizer (!) Jörg Kachelmann hinter dem ganzen Ärger.
 

 

Bild: Wikimedia Commons/Stadtarchiv Köln

Text: Reinhard Lüke

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