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Lükes Liebes Leben

Kräne im Dschungel

Montag, 21. Januar 2019 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Seit gut einer Woche bin ich jetzt wieder Geheimnisträger. Was ja durchaus ein privilegierter Status ist. Jeden Tag klärt mich die RTL Pressestelle mittags darüber auf, welche Sensationen Fans des Dschungelcamps erst spätabends erwarten dürfen. Ich weiß also schon 12 Stunden vorher, wer da im australischen Freiluft-Studio auf irgendwelchen Tierhoden rumkauen oder in Kübeln mit unappetitlichem Gewabber baden muss. Und was die Gisele, der Yotta oder die Leila während der letzten 24 Stunden so alles an Weisheiten von sich gegeben haben, lässt mich RTL auch vorab wissen. Wer mal wieder blank gezogen hat, sowieso. Seitenlang. Wer liest sowas? Ich jedenfalls nicht. Aber Millionen von Dschungel-Zuschauern, die es ja offenbar gibt, würd´s vielleicht interessieren. Könnte ja meine brisanten Vorab-Infos täglich auf Meine Südstadt hochladen und womöglich die Klickzahlen durch die Decke gehen lassen. Aber natürlich haben die täglichen RTL Mitteilungen eine Sperrfrist bis 23 Uhr 59. Würden die mich bei Zuwiderhandlung vermutlich ratzfatz aus ihrem Verteiler streichen. Könnte ich mit leben. Aber eigentlich habe ich auch überhaupt kein Interesse an verbaler Müllverbreitung. Doch womöglich tickt unsere werte Leserschaft ja nicht anders als die von Spiegel.de, SZ, Tagesspiegel und Stadtanzeiger. Diese honorigen Organe widmen dem Geschehen im Urwald täglich lange Nacherzählungen, in denen der offensive Trash bemüht launig nochmal als Trash kenntlich gemacht wird. Da bleib ich doch lieber bei meinem geliebten Teleshopping. Das ist live, ungeschnitten und wird nicht von witzelnden Kommentatoren begleitet.

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Sie will kein Hörgerät

Das pralle Leben halt. So wie letztens auf der Severinstraße. Bei Metzgerei Stürmer möchte ein älteres (Ehe-)Paar die Straße überqueren. Sie mit Rollator, er noch ohne Gehhilfe. Nach Peilung des Verkehrsaufkommens setzt sich die Dame auf sein Kommando „Komm, mach!“ zögerlich mit ihrem Wägelchen in Bewegung. Er, rund zwei Meter Vorsprung, brabbelt irgendwas vor sich hin. Seine Begleiterin hat was gehört aber nichts verstanden. Weshalb sie mitten auf der Straße innehält und mit dünner Stimme fragt: „Wat haste gesagt?“ Woraufhin er sich umwendet und fast brüllt: „Nu mache hinne und kauf dir verdammt nochmal, endlich ein Hörgerät!“ Wird sie vermutlich bis heute nicht getan haben. Was ich verstehen kann. Wenn mein Mitbewohner solch einen Ton am Leib hätte, würde ich auch nicht jedes Wort mitkriegen wollen.

Private Straßensperren

Es wird ja derzeit viel gebaut bei uns im Süden. Auch von privat. Was ich durchaus begrüße, so dabei neuer, halbwegs bezahlbarer Wohnraum entsteht. Und bisweilen braucht´s zum Bauen neuer Häuser auch einen Kran. Klar. Und der blockiert dann manchmal den Gehweg und einen Teil der Straße. So wie letztens im Hirschgässchen. War eng, aber auch die Autos kamen problemlos durch und nach zwei, drei Wochen war das Ungetüm auch wieder weg. Ganz anders direkt gegenüber im Kartäuserhof, wo seit gefühlt zwei Jahren ein Kran steht, der die Straße komplett blockiert. Die Dauer mag damit zu tun hab, dass ich da gegen Feierabend immer nur höchstens drei Arbeiter den Bau verlassen sehen habe. Ich frage mich nur, was der Spaß kostet, als privater Bauherr eine Straße für einen solch langen Zeitraum sperren zu lassen. Die gängigen Gebührentabellen des Ordnungsamtes für Straßensperrungen, die alle Veranstalter von Stadtteilfesten plagen, können da jedenfalls kaum greifen. Sonst wäre der Bauträger längst pleite. Seit ein paar Wochen macht ein weiterer Kran die Biberstraßen von der Annostraße aus unpassierbar. Weshalb das Amt die Quentelstraße, normalerweise in der Mitte durch Poller blockiert, nun zur Durchfahrtsstraße erklärt hat. Dauer der Maßnahme? Abwarten.

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Vati spricht mit seiner Mütze

Neues aus der Rubrik „Mein Handy, mein Kind und ich“. Dass Eltern in ihrer Gegenwart oft so ein flaches Ding am Ohr haben und mit Unsichtbaren reden, daran dürften sich die meisten Kinder inzwischen gewöhnt haben. Neuerdings tun sie das aber auch verstärkt sogar ohne dieses Ding. Letztens stand wieder so ein Vater auf dem Spielplatz, hatte sein Baby vor den Bauch geschnallt und redete. Wobei ihn der Nachwuchs mit großen Augen anschaute. So nach rund fünf Minuten dachte ich: Der hat seinem Kind aber viel zu erzählen, Respekt. Erst als er sich meinem Fenster näherte, entdeckte ich, dass der Typ verkabelt war und unter seiner Mütze zwei dünne Drähte hervorlugten. Aha, Freisprecheinrichtung oder so. Jetzt sagte er auch über einen längeren Zeitraum kein Wort mehr. Gehe also mal davon aus, dass er zuvor ausgiebig telefoniert hatte. Verstehen Babys inzwischen, dass sie nicht gemeint sind, wenn Vatis sie anschauen und und auch ohne das flache Ding reden? Vermutlich. Ich verstehe nur diese Vatis nicht. Was nun wirklich nicht heißen, dass die holde Weiblickeit mit dem Fortschritt zurückhaltender umginge. Die beiden Erzieherinnen, die werktags kurz vor Mittag mit einem Kindertransporter auf dem Spielplatz An der Eiche anrücken, sind auch nicht anders drauf. Kaum haben sie die Zwerge aus dem Gefährt gehoben und Schüppchen und Eimerchen verteilt, zücken sie ihre Handys, die sie erst zum Rückmarsch wieder einstecken.

Text: Reinhard Lüke

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