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Südstadt

Mit dem Rücken zum Inferno

Samstag, 17. April 2010 | Text: Sonja Alexa Schmitz | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Der erste Gang meiner Spaziergänge durch die Südstadt. Wohin soll er führen?

Was kann ich Menschen empfehlen, die seit Jahren und Jahrzehnten hier leben? Gibt es noch verborgene Winkel? Wohl kaum. Es gibt aber eine Südstadt mit meinen Augen betrachtet. Jeder sieht die Welt anders. Ich frage mich manchmal, ist mein Blau auch dein Blau? Ist mein Eierplätzchen auch dein Eierplätzchen? Ich sehe was, was du nicht siehst? Ich höre was, was du nicht hörst?

Ich werde spazieren, in Echt und in Gedanken. Ich werde hinschauen und hinhören, schön finden und hässlich, lecker und igitt, sympathisch und blöde.

Ich werde mehr schwärmen als schimpfen. Mehr empfehlen als abraten. Mehr Appetit machen als Appetit verderben. Mehr lachen als grummeln. Es wird mehr Sonnentage geben als Regentage.

Denn so ist die Südstadt: Sie ist schön und appetitlich und sonnig und fröhlich.

Meistens. Nicht immer. Nicht überall. Aber über schlechte Sachen wird schon genug geschrieben.

Jetzt sollte ich aufhören, wäre ein guter Schlusssatz. Ist mir aber zuwenig. Ich möchte schon mal anfangen. Und weil das hier der erste Text ist, möchte ich so was wie einen Startschuss für meine Streifzüge geben. Ich stelle mich dazu an meinen Lieblingsplatz. Ich glaube es gibt davon zwischen zehn und fünfzehn. Irgendwo muss man anfangen. Ich fange da an, wo das geschrieben steht, was diese Kolumne eben gerade nicht ist: „Fertig“. Ich stehe vor dem Gasthaus Fertig, und das ist ein prima Platz. Von hier aus kann ich fünf Strassen gleichzeitig sehen. Und alle sind schön. Auf ihre Art. Von hier kann ich Dinge sehen, die mir gefallen. Den Ein-Euro-Laden habe ich Gott sei Dank im Rücken, so muss ich das hässliche Entlein des Platzes nicht sehen.

Ich schaue gerne auf die Menschen, die an Tischen und Stühlen sitzen. Hier tun sie das gleich viermal: Vor dem Kurfürstenhof, vor der Zikade, der Latte Macchiato-Bar und der Bäckerei Hütten. Und alle sind irgendwie anders. Grobe Einteilung in Kölschtrinker, Salatesser, Kaffeetrinker und Kuchenfreunde. Alle anders. Nicht nur im Bauch, sondern auch Aussen. Und ich kann von dort alle sehen.

Sehr gerne drehe ich mich von diesem schönen Platz um. Vorsichtig, um möglichst wenig vom bösen Inferno zu sehen, und schaue in die Elsassstrasse und sehe die hübsch gedeckten Tische unter dem wuchernden Grünzeug vor der Epicerie Boucherie. Nochmal vorsichtig umgedreht, einmal ums „Fertig“ rum, in den Zugweg geschaut, da sehe ich noch mehr Menschen sitzen. Nochmehr Kaffeetrinker. Oder um konkreter zu sein: Freunde von richtig gutem Kaffee und Thekenplaudereien, und Liebhaber von Schokolade und rot-weissen sommerferienmässigen Paraventstreifen. Schaue ich wieder in Richtung Hütten und darüber hinaus, gefällt mir der türkische Obst-und Gemüseladen. Das sieht bunt und lebensfroh aus. Lauter schöne Anblicke also von diesem Platz aus. Mir geht es immer zu schnell, wenn ich dort vorübergehe. Ich freue mich, wenn ich am Zebrastreifen stehen bleiben muss. Dann kann ich noch ein bisschen verweilen. Leider hält dann immer schon ein freundlicher Autofahrer an. Ich könnte mich ja einfach mal umdrehen, und noch mal hinübergehen. Und noch mal. Ich denke an ein Zebra, dass sich in den eigenen Schwanz beißen will. 

Warum steht an dieser Stelle eigentlich keine Bank? Also eine zum Draufsetzen. Jetzt kann ich gleich aber auch mal was meckern. Meckern gehört doch in jede Kolumne. Es gibt viel zu wenig Bänke in der Südstadt. In der restlichen Stadt gibt es auch kaum welche. Aber da würden sie sich auch nicht lohnen. Aber hier. Ich hätte einen wunderbaren Platz vorzuschlagen: Gleich vor dem Inferno-Laden. Mit einer hohen Rückenlehne.

Vielleicht kann man jetzt noch was erreichen in Sachen Bankwunsch. Da ist doch gerade der Chlodwigplatz dabei schöner zu werden. Wer das liest, und irgendwas mit der Verteilung von Bänken auf Plätzen zu tun hat, der notiere sich doch bitte: Bänke auf Chlodwigplatz.

 

Jetzt wird es Zeit für ein Ende. Eben hatte ich schon einen Schlusssatz, aber der kam zu früh. „Bänke auf Chlodwigplatz“ ist kein guter Schlusssatz, oder? Ist eine Frage ein guter Schlusssatz? Ich glaube ja.

 

Text: Sonja Alexa Schmitz

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