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Politik Verkehr

Nord-Süd-Bahn: Die Kuh ist vom Gleis

Mittwoch, 1. Mai 2013 | Text: Christoph Hardt | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Überraschende Weichenstellung im Stadtrat: Das südliche Teilstück der Nord-Süd-Stadtbahn zwischen Rodenkirchen und Severinstraße soll nun doch vorzeitig in Betrieb genommen werden. Dafür kam am gestrigen Abend völlig unerwartet ein breites Bündnis aus CDU, Grünen, FDP, „pro Köln“ und „Deine Freunde“ zustande, nachdem am Morgen noch anders votiert worden war. Beobachter werten den Beschluss als herbe Schlappe für die SPD, die letztlich gemeinsam mit der Linken und den Freien Wählern aus Kostengründen eine vorzeitige Inbetriebnahme ablehnte.

Für die Anwohner der Südstadt geht damit eine zehnjährige Durststrecke voller Entbehrungen auf ihr Ende zu. Statt fertig gebauter Geisterbahnhöfe und immer neuer Grusel-Zahlen wie 2019 könnte es schon ab 2016 für die Linie 17 grünes Licht geben. Frischer Wind – nicht nur für die Severinstraße, wo Bürger und Geschäftsleute endlich auf den Zug aufspringen könnten. Was weiterhin fehlt, ist die durchgehende Verbindung bis zur Haltestelle Breslauer Platz. Die komplette Strecke wird frühestens 2019 nach der Fertigstellung der Haltestelle Waidmarkt befahren.

Zick-Zack-Kurs südwärts

 

Lange Zeit sah es in der Ratsdebatte so aus, als ob die U-Bahn für die Südstadt noch viele Jahre aufs Abstellgleis geschoben würde: CDU und SPD hatten sich im Vorfeld der Haushaltssitzung geeinigt, stimmten am Vormittag gegen eine vorzeitige Inbetriebnahme – vorläufige Endstation für alle Hoffnungen der inzwischen von etwa 1.500 Bürgern unterstützten IG Severinstraße. Die eingesparten Mittel von etwa 30 Millionen Euro sollten stattdessen in den Ausbau der Linie 7 in Porz fließen, die von höherem Verkehrswert sei. Von einer „Beerdigung erster Klasse“ wurde daraufhin aus FDP-Kreisen noch gewettert, einer „groben Missachtung des Bürgerwillens“.

 

Am Nachmittag dann die Kehrtwende der CDU: Plötzlich unterstützte die Fraktion einen gemeinsam mit FPD und Grünen eingebrachten Dringlichkeitsantrag und damit das genaue Gegenteil der morgendlichen Beschlussfassung. Nach diesem Zick-Zack-Kurs sahen sich die Sozialdemokraten mit einem Male nicht nur von den Grünen als Koalitionspartner brüskiert, sondern auch schweren Vorwürfen ausgesetzt: CDU-Ratsherr Karsten Möring erklärte, der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Börschel habe in den Verhandlungen „mit zweierlei Zungen“ gesprochen.

 

Fraktionsübergreifende Mehrheit für eine vorzeitige Inbetriebnahme

Die Hinweise verdichten sich, dass es in den Vorgesprächen mindestens zu Missverständnissen gekommen sein muss: So begründet die CDU ihr Umschwenken damit, in den Verhandlungen mit Rot-Grün seien ihr Gelder für den Straßenverkehr versprochen worden, die es dann doch nicht gegeben habe. Börschel sieht sich hingegen nicht nur von den Grünen, sondern auch der CDU im Regen stehen gelassen: „Der CDU ist die Sachpolitik schnurzpiepegal.“

Pro Jahr rund sieben Millionen Euro – drohender Förderungsverlust abgewendet

 

Durch die vorzeitige Inbetriebnahme der Nord-Süd-Bahn müssen pro Jahr etwa sieben Millionen Euro in die Hand genommen werden. Zum Vergleich: Nach Verwaltungsangaben würden bei Nichtnutzung des südlichen Teilstücks jährlich immer noch 1,7 Millionen Euro allein für Bewachung und Instandhaltung der bis dato gebauten Anlagen fällig. Abgewendet ist hingegen ein drohender Verlust von Zuschüssen in Höhe von 53 Millionen Euro. Das die Förderung der Nord-Süd-Bahn regelnde Gemeindefinanzierungsgesetz läuft Ende 2019 aus, kommt nun aber noch zum Tragen.

KVB-Chef Jürgen Fenske zeigte sich von dem Ergebnis überrumpelt, aber zufrieden: „Im wesentlichen sind es nun drei Komponenten, die wir angehen können: Die Schaffung einer doppelten Weichenverbindung, um im Pendelverkehr den Wechsel der Züge von einem Gleis aufs andere zu gewährleisten, eine zusätzliche Stromversorgung sowie den Bau einer Wendeanlage in Rodenkirchen.“ Letztere setze allerdings ein Planfeststellungsverfahren voraus. Sollte alles optimal laufen – so der Vorstandsvorsitzende der KVB – erwarte man, etwa Mitte 2016 die ersten Passagiere auf der Strecke zu befördern. Durch die Teilinbetriebnahme rechnet die KVB mit täglich mehr als 2.500 Neukunden im Kölner Süden.

Text: Christoph Hardt

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