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Kolumne

Ode an den Auswärts-Schlaf… oder wieso ich auch da mal wieder gar nix weiß…!

Sonntag, 25. Juli 2010 | Text: Kathrin Rindfleisch

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

So, wie ein Kleingärtner, der sich freut, wenn er die im Frühjahr gepflanzten Setzlinge im Herbst ernten kann, fühl‘ ich mich, wenn unser „2-Familien-2-Kinder-Betreuungs-System“ nach knapp zwei Jahren Früchte trägt. Die zuckersüße „Mit-Paul-geh-ich-sogar-ins-Wasser-Frucht“ ist dabei eine meiner Favoriten.

So, wie ein Kleingärtner, der sich freut, wenn er die im Frühjahr gepflanzten Setzlinge im Herbst ernten kann, fühl‘ ich mich, wenn unser „2-Familien-2-Kinder-Betreuungs-System“ nach knapp zwei Jahren Früchte trägt. Die zuckersüße „Mit-Paul-geh-ich-sogar-ins-Wasser-Frucht“ ist dabei eine meiner Favoriten. Definitiv ebenfalls als Lieblingsfrucht im Rennen ist die „Bei-Paul-schlafen-null-Problemo-Frucht“!

 
Von klein auf an zwei Haushalte gewöhnt, mit zwei Arten, Apfelschorle zu bereiten – sprudelig dank Wasser-Maxx im Reihenhaus oder sprudellos dank reinstem Südstadt-Quellwasser – kosmopolitischen Spielfreuden – Gartenspaß mit Nachbarskindern im Nippeser Dorfidyll oder Spielplatzwahl nach Gusto mit wechselnder Bekanntschaft in der Südstadt – und dem beneidenswerten Gefühl, in beiden Familien gleichermaßen respektiert und geliebt zu werden, sind Smilla und Paul sicher, im Norden wie im Süden.
 
Und so ist eben dank frühester 2-Familien-Bindung denkbar, was viele Eltern Gleichaltriger Tränen des Neids, der Wut oder des Unverständnisses (letztere dürften in der Minderzahl sein…) in die Augen treibt: Paul schläft bei Smilla und Smilla bei Paul! Und das mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der sie in ihren eigenen Betten schlafen – oder eben nicht! Denn natürlich gibt`s, sobald im Zimmer mehr als ein Kind schlafen soll, Palaver, aber da ich mich noch selbst zu gut an meine eigenen Auswärts-Schlaf-Abenteuer erinnern kann, sitze ich meist in mich hinein grienend im Nebenzimmer und schreite lediglich zur „Jetzt-ist-aber-Ruhe!-Tat“, wenn Smilla Paul kreischend beweisen will, dass sie uns samt kompletter Nachbarschaft im Griff hat, oder beide in ihren Betten stehen und sich laut lachend eine Tierchen-Schlacht liefern (ich würd ja so gern mitmachen, aber Obacht! Oder wessen „Meine-Tochter-und-ich-sind-Freunde-Beziehung“ hat am Ende wirklich funktioniert? Ich meine, ohne Peinlichkeiten –  für die Mutter!)
 
Aber es gibt eben auch: weniger Theater beim Zähneputzen („Paul zuerst!“ – OK.), weniger Gegenwehr beim Hinlegen (die Aufregung, mit Paul gemeinsam im Zimmer zu schlafen überwiegt einfach die allabendliche Angst, was zu verpassen, ganz allein im Bett!) und entspanntere Morgen, da man als Trampolinersatz zeitweilig ausgedient hat – auch mal schön! Ja, und außerdem gibt`s natürlich andersherum: schöne Abende zu Zweit! Im Kino, auf der Decke im Volksgarten, am Rhein oder im Spielplatz – in dem mit Bier, ohne Schaukel!
 
Wir vier, Pauls Eltern, Josh und ich, profitieren also gerade ganz angenehm von unserer Saat, bis dann neulich doch wieder meine böse Rabenmutter in mir Gift in die Früchte mixen wollte. Und das kam so: ich gebe Smilla morgens bei Paul in Nippes ab und wünsche ihr einen schönen Tag, nicht ohne ihr anzukündigen, dass ich sie am Abend wieder abholen komme. So weit so gut; Smilla spielt, ich fahr‘, dann Planwechsel. Anruf Josh: „Lass uns heut ins Kino geh`n!“ Und alle, die wissen, wovon ich hier spreche (rare Zeit zu Zweit und dann auch noch ein Vorschlag proaktiv), wissen, ich kann nur sagen: „Jap! Ich kümmer‘ mich!“. Das Gute: „Sich kümmern“ ist bei uns ein Anruf in Nippes mit einem „Kein Problem!-Gespräch“. Das Blöde: mein Konflikt ob der kognitiven Fähigkeiten Smillas macht aus „Kein Problem“ nun doch ein Problem. Sollte ich ihr telefonisch mitteilen, dass ich heute doch nicht komme und ihr gar noch den Grund nennen? Sollte ich vielleicht einfach nur sagen, dass sie beim Paul schläft und das noch positiv untermauern? Oder hat sie vielleicht meine Abhol-Ankündigung vergessen? Sind meine Gedanken übertrieben? Ist meine Sorge, mein Fernbleiben ohne Erklärung könne mich in den Augen meiner Tochter als unzuverlässige Larifari-Mutter etablieren, gerechtfertigt?
 
Ich weiß es nicht und immer, wenn ich denke, ich wüsste was, lehrt mich das Leben mit Smilla und Paul eines Besseren. So viel nur: ich hab nicht mit ihr gesprochen, sie hat nachmittags zwei Mal gefragt, wann ich komme. Pauls Papa hat geantwortet:  „Heute Abend“. Mit einem bestimmten „Du schläfst heute beim Paul!“ war damit laut Papa das Thema durch.
Ob`s wirklich durch war, weiß nur Smilla, und dass sie mich nicht eines Tages in ihrer Therapiegruppe als unzuverlässige, selbstsüchtige Mutter mit Hang zu Eigeninteressen vorstellt, kann ich wohl nur durch Ausnahmen der Regel regeln. Sie soll sich immer auf mich verlassen können, dann darf ich auch mal unzuverlässig sein. Und außerdem versuche ich`s beim nächsten Mal mit der Erklärung am Telefon. Wenn sie dann rumschreit, weil Paul ihr das Spielzeug weggenommen hat, wüsste ich, dass sie überfordert ist mit zu viel Information. Und ich wüsste, dass sie ein Kind ist, das mit Respekt zu behandeln ist. Sicher, aber eben auch nicht. Wie einen Freund, dem man sich ständig erklären muss. Und mein nerviges Rabenmutter – Gewissen könnt sich mal eine Runde aufs Ohr legen – und ich mal  `ne Runde entspannen.
 

Text: Kathrin Rindfleisch

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