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Bildung & Erziehung Südkids

Pack‘ mit an!

Donnerstag, 6. September 2012 | Text: Nora Koldehoff | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Wenn man in der Stadt wohnt und die Brut nicht auf Schritt und Tritt Kletterbäume, Bäche und Wälder vorfindet, haben die zur Verfügung stehenden Spielräume eine besonders hohe Wichtigkeit. Über die Situation der Spielplätze in Köln berichteten wir schon mehrfach, denn das Thema ist eines, das Kindern, Eltern, Tagesmüttern, Pädagogen und auch der Stadt am Herzen liegt. Das Darstellen einer Herzensangelegenheit aber ist nicht alles – an vielen Plätzen herrscht ein dringender Handlungsbedarf. Natürlich gibt es auch solche, die gut in Schuss sind und gut besucht werden, weil sie verschiedenen Altersgruppen etwas zu bieten haben. Auf anderen aber hält sich niemand gern auf, weil die wenigen noch vorhandenen Geräte komplett unbespielbar sind. (Dossier: Spielplätze der Südstadt)

 

Der Spielplatz an der Eiche ist in einer besonders privilegierten Lage. Der Elternrat der Kindertagesstätte Josefshaus, die mitten in diesem Spielplatz liegt, hat eine Patenschaft übernommen und fühlt sich entsprechend verantwortlich. Damit ist in diesem Fall – sogar ohne Hinweisschild – fast automatisch klar, an wen sich wenden kann, wem ein Missstand auffällt. Auch die Nachfolgeregelung ergibt sich von selbst: Scheidet ein Elternjahrgang aus, rückt der nächste nach. Ohnehin bleibt ein großer Teil der Eltern, die ihre Kinder abholen, zunächst eine Runde auf dem Spielplatz „hängen“. Man schwatzt noch einen Weile zusammen, die Kinder spielen – und wenn es etwas gibt, das man weitergeben sollte, dann geschieht das zeitnah.

Die KiTa Josefshaus ist die älteste im Kölner Stadtgebiet. Breits 1881 wurde sie zusammen mit dem Seniorenheim zunächst in der Dreikönigenstrasse eröffnet, um einen Austausch und ein Miteinander von Jung und Alt zu schaffen. 1969 zog die Einrichtung dann in das Haus, in dem sie jetzt noch immer ist. Als der Spielplatz nebenan neu gestaltet wurde, bezog die Stadt die Einrichtung eng in die Planung mit ein. Gemeinsam überlegte man die Konzeption, welche Alterstufen man erreichen will und welche Geräte auf den Platz sollten. Seit der Neugestaltung nimmt der Elternrat auch die Patenaufgabe für den Platz wahr.

Konkret besteht das Spielplatzpatenamt vor allem aus regelmäßiger Kommunikation. Man erhält Informationen darüber, wer der jeweilige Ansprechpartner beim Amt für Kinderinteressen, beim Grünflächenamt, bei der Polizei ist. Und wenn es auf dem Spielplatz Probleme wie Beschädigungen, starke Verschmutzungen oder regelmäßige Drogenfunde gibt, dann gibt man dies weiter. Die Zusammenarbeit funktioniere gut, sagt KiTa-Leiterin Marianne Ricking, die den Umbau des Spielplatzes selbst miterlebt hat: „Der Spielplatz ist sehr stark frequentiert und die Stadt reagiert in den allermeisten Fällen recht schnell.“

Die Kinder und deren Eltern genießen ihren Platz. Im Sommer stellten sie spontan ein paar Tische vor die Tür und improvisieren auf diese Weise ein Eltern-Kind-Café. Und wenn die Paten für „ihren“ Spielplatz ein Fest veranstalten wollen, können sie dafür sogar finanzielle Hilfe bei der Stadt beantragen und auch einen Anhänger mit Spielutensilien mieten.  

 

350 der 600 Kölner Spielplätze haben zur Zeit Paten, berichtet Petra Heinemann vom städtischen Amt für Kinderinteressen. Der Platz an der Eiche wird besonders gut umsorgt, aber auch andere Schulen und KiTas übernehmen das Amt – und hin und wieder auch eine Firma oder ältere Menschen, die gar kein unmittelbares Interesse an den Spielplätzen haben. Den größten Teil der Paten stellen betroffene Nutzer selbst dar: Eltern von Kindern, die regelmäßig dort spielen. Das ist auch deshalb sinnvoll, weil der schnelle Kontakt zur Stadt eine Hauptaufgabe der Spielplatzpaten ist. Die Plätze werden zwar wöchentlich von den zuständigen Ämtern kontrolliert; wenn aber akut ein Missstand auftritt, ist die Stadt auf einen Informationsfluss angewiesen. Zu den Minimalanforderung gehört deshalb auch, dass die Paten mindestens einmal wöchentlich auf dem Spielplatz sind und noch sehen können.

Wie sie ansonsten ihr Ehrenamt aufüllen, bleibt ganz offen. Sommerfeste werden gefeiert, aber auch Ostereier gesucht, Karneval, Nikolaus oder St. Martin gemeinsam begangen oder Vorlesestunden organisiert. Erfreulich und erleichternd nennt Heinemann die Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Helfern. Bei vierteljährlichen Treffen haben die Paten Gelegenheit, einander kennen zu lernen und sich auszutauschen – aber es geht auch durchaus inhaltlich zur Sache. Vertreter des Grünflächenamtes, des Ordnungsamtes und auch hin und wieder von der Polizei sind ebenfalls anwesend und geben Hinweise und Tipps, wie man zum Beispiel mit aggressiven Besuchern reagiert. Auf jedem Patentreffen wird ein Schwerpunktthema festgelegt, aber auch die Anliegen der Paten selbst haben ihren Raum. Wann immer ein Spielplatz umgestaltet wir, werden sie nach Möglichkeit mit ins Boot geholt. Gibt es keine, versucht die Stadtverwaltung, die Anlieger über Briefwurfsendungen zum Austausch einzuladen und einzubeziehen

Es werden noch Paten gesucht. Jeder, der sich für den Zustand „seines“ Spielplatzes nicht nur interessiert, sondern auch engagieren will, kann Spielplatzpate werden. Ansprechpartner ist das Amt für Kinderinteressen, Telefonnummer 0221-221 24145 oder 0221-221 26012

Text: Nora Koldehoff

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