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Kolumne

Rindfleisch sinniert über Fleisch an sich…

Sonntag, 12. Februar 2012 | Text: Kathrin Rindfleisch

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Ist man ein schlechter Mensch, wenn man Salami bei ALDI kauft? Ich meine, in einer Gesellschaft, in der so menschliche Gefühle wie Treue, Gewissensbisse und Hoffnung stärker mit dem eigenen Marktverhalten verbunden sind als mit dem eigenen Partner, scheint diese Fragen durchaus berechtigt. Ich zumindest kenne diese Gefühle vor der Gefriertruhe: die Lieblingsstäbchen meiner Tochter trotz Überfischung der Meere, die Hoffnung, dass das Siegel auf der Verpackung die Delfine tatsächlich verschont hat, mein ewiges NEIN zum Sammeln von Treuepunkten an Supermarktkassen. Ich meine, was bildet REWE sich ein? Denken die wirklich, die könnten meine wertvolle  Treue mit Messern kaufen?

Ist man ein schlechter Mensch, wenn man Salami bei ALDI kauft? Ich meine, in einer Gesellschaft, in der so menschliche Gefühle wie Treue, Gewissensbisse und Hoffnung stärker mit dem eigenen Marktverhalten verbunden sind als mit dem eigenen Partner, scheint diese Fragen durchaus berechtigt. Ich zumindest kenne diese Gefühle vor der Gefriertruhe: die Lieblingsstäbchen meiner Tochter trotz Überfischung der Meere, die Hoffnung, dass das Siegel auf der Verpackung die Delfine tatsächlich verschont hat, mein ewiges NEIN zum Sammeln von Treuepunkten an Supermarktkassen. Ich meine, was bildet REWE sich ein? Denken die wirklich, die könnten meine wertvolle  Treue mit Messern kaufen? Daran ist schon manch anderer ganz ohne Messer gescheitert. Ja und eben dieses ewig schlechte Gewissen immer dann, wenn ich abgepackte Wurst kaufe. Ein Verhalten, mit dem ich im Übrigen ganz selbstverständlich groß geworden bin, und das damals auch schon vom menschlichen Gewissen beeinflusst wurde. Einzig mit dem Unterschied, dass es heute um Massentierhaltung geht und damals um das heilige Wochenende, das durch Aufschnitt aus der Wursttheke die angemessene Ehrung erhielt.

 

Aber das ist jetzt wohl feige, weil zu einfach. Hinter den Eltern verstecken gilt nicht. Die Zeiten sind leider vorbei, also heißt es, selbst verantworten, was zu ignorieren nur noch schwer möglich ist: Tierhaltung, Mast und Schlachtung sind in Masse verheerend, die CO2-Bilanz der Fleisch- und Milchwirtschaft ist mieser als die des gesamten Luftverkehrs, und wen auch das noch nicht überzeugt: wieviel Fleisch kann schon in einer Wurst stecken, die 99 Cent in der 150 Gramm-Packung kostet? Und noch viel wichtiger: wie qualitativ gut kann das Fleisch da drin sein? Bedenkt man, dass von den 99 Cent der Bauer, der Spediteur, der Schlachter, der andere Spediteur, die Verpackung, der nächste Spediteur und ALDI daran verdienen müssen, ach ja, und der Staat, denn die MwSt. ist selbstverständlich ja auch noch drin.

 

Nach diesen Überlegungen denke ich, die Frage ist nicht, ob man ein schlechter Mensch ist, wenn man Discounter-Fleisch isst im Sinne einer Art moralischen Gewissens von oben. Die Frage sollte wohl eher lauten: Wieso ist es einem so wichtig, dass die Deckenhöhe der Wohnung mindestens drei Meter hoch und die Bodendielen alt und aus Echtholz sind und wir dafür bereit sind, auch mehr Geld auszugeben. Die Nahrung, die wir zu uns nehmen, aber bestenfalls wenig kosten und schnell zuzubereiten sein soll? Sind wir uns zu wenig wenig wert? Bei meiner Treue weiß ich ganz genau, selbst ein Fünferset Vicking-Messer kann nicht aufwiegen, was ich nur ganz besonderen Menschen zugestehe, und meinen Körper betreffend denke ich nun auch: für Billigwurst ist der zu kostbar!

 

Text: Kathrin Rindfleisch

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