×
In eigener Sache

Dir gefällt unsere Arbeit?

meinesuedstadt.de finanziert sich durch Partnerprofile und Werbung. Beide Einnahmequellen sind in den letzten Monaten stark zurückgegangen.
Solltest Du unsere unabhängige Berichterstattung schätzen, kannst Du uns mit einer kleinen Spende unterstützen.

Paypal - danke@meinesuedstadt.de

Aufgeschnappt: Hoher Besuch im Vringstreff – das Dreigestirn kütt +++ Auch 2022 heißt es wieder „eins zum anderen“ +++ Gotland für Gotland e.V. in Direktvergabe +++ Neueröffnung: Aus Kabul wird S-Bar +++ Neueröffnung: Café SchnickSchnack +++

Lükes Liebes Leben

Serviervorschläge für Köln

Montag, 4. April 2016 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Letztens stand ich in größerer Runde unter freiem, aber trübem Himmel, als plötzlich ein Sonnenstrahl durch ein Wolkenloch fiel. Und wie das unter Kölnern so ist, dauerte es nicht lange, bis wieder wer auf Düsseldorf zu sprechen kam. Von wegen über Köln, da lacht die Sonne, über Düsseldorf die Welt und so. Ich meine, so langsam könnte man diesen Kalauer echt mal einmotten. Wenn die Welt seit Jahren über irgendeine deutsche Stadt lacht, dann ist das ja wohl Köln. Wir können keine U-Bahn, keine Oper und nichtmal einen simplen Hubschrauber-Landeplatz. Ach wie, der Kalker Hügel, auf  dem der Heli-Port gebaut werden soll, ist gar kein massiver Granitfelsen sondern nur ein Schutthaufen, der unter Druck nachgibt? Das konnte ja keiner ahnen. Und unsere Stadtbücherei auf der Severinstraße? Sollte nach Umbauarbeiten eigentlich vor zwei Jahren wieder öffnen. Derzeitiger Stand, wie Stefan Rahmann an dieser Stelle unlängst in Erfahrung gebracht hat: 2016 wird’s wohl nix mehr. Aber womöglich im Jahr drauf. Vielleicht. Wenn´s  gut läuft. Würde ja gern mal wissen, wie viele Nutzer, die ihre entliehenen Bücher während der Schließung praktischerweise daheim lagern sollten, bis dahin gar nicht mehr in der Südstadt oder überhaupt in Köln wohnen und nur schwer ausfindig zu machen sind. Aber macht ja nix. Bisschen Schwund ist immer.

Handball auf Eis
Unlängst dann die nächste Provinzposse, bei der es immerhin mal nicht ums Bauwesen ging. Vermutlich wird auch Stefan Löcher am Ostermontag gebannt vor dem Fernseher gehockt haben, um das entscheidende Spiel der Haie gegen die Berliner Eisbären zu verfolgen. War ja auch echt spannend. Mit glücklichem Ausgang für die Haie. Doch spätestens beim Abpfiff wird Herr Löcher beherzt in die Tischkante gebissen und unflätige Flüche von sich gegeben haben. Dabei ist der Mann keineswegs Berliner sondern Geschäftsführer der Lanxess Arena am Willy-Brandt-Platz 3. Und als solcher hatte er plötzlich ein echtes Problem. Denn mit dem Sieg der Haie war klar, dass im Henkelmännchen am 1. April das zweite Halbfinalspiel des KEC gegen die Münchner Süßbrause-Truppe stattfinden würde. Blöderweise hatte Löcher jedoch just für diesen Abend noch am 16. März einen Vertrag mit dem Deutschen Handballbund (DHB) für ein Länderspiel gegen die Dänen in der  Arena unterzeichnet. Irgendwie dumm gelaufen. War ja auch nicht abzusehen, dass es die Haie ins Halbfinale schaffen würden. Aber ausgeschlossen war´s nun eben auch nicht. Und die Terminpläne für die Playoffs lagen ja nicht erst seit Ostern aus. Der DHB war not amused und nachdem man zwischendurch nach anderen Austragungsorten (Düsseldorf!) für die Handballer gesucht hatte, wurde die Partie des noch einigermaßen frischen Europameisters in der Arena auf den 2. April verlegt. DHB-Vize Bob Hanning war trotzdem sauer: „Für mich ist Köln als Spielort bei der WM 2019 ad acta gelegt. Sonst stellen sie da am Ende noch Tischtennisplatten rein“, spöttelte er. Muss man so hinnehmen. Ist ja auch alles ein schlechter Witz. Ich meine, wenn irgendeinem Dorfwirt sowas unterläuft und er das Hinterzimmer seiner Kneipe kurzfristig für einen Beerdigungsumtrunk vermietet und dabei die seit langem vereinbarte Hochzeitsfeier verpennt, ist das irgendwie doof, kann aber vorkommen. Doch wenn dem Chef der größten Mehrzweckhalle Deutschlands so ein Lapsus unterläuft, ist das eine (inter-)nationale Lachnummer. Also, ich für meinen Teil würde gern auf einen Teil der lachenden Sonne über Köln verzichten, wenn mir künftig derartige Kapriolen erspart blieben.

Tomaten aus Zucker
Such´ ich jetzt nach einer geschmeidigen Überleitung zum Thema „Serviervorschlag“? Eher nicht. Aber ich bekenne, ich bin ein passionierter Sammler dieser Informationen in Sachen Verbraucherschutz. Schließlich prangt auf so ziemlich allen Erzeugnissen industrieller Fertignahrung der mahnende Hinweis auf der Verpackung. So etwa, um dem Käufer einer Tütensuppe klar zu machen, dass der rustikale Kupferkessel, in dem die Pampe auf dem Foto dargeboten wird, im Lieferumfang nicht enthalten ist. Das kennt man ähnlich auch aus den Prospekten von Möbelhäusern, die eine TV-Bank für 89 Euro anbieten, aber deutlich machen müssen, dass weder der darauf platzierte High-Tech-Fernseher noch die schmucke Blondine in Mini-Rock und High Heels, die sich in einer Sitzgelegenheit davor lümmelt, zu diesem Preis erworben werden können. Obwohl die Dame da meist gar nicht erwähnt wird. In der Regel heißt es nur lakonisch: „Elektrogeräte im Preis nicht enthalten“. Bei Lebensmittel dient der Hinweis „Serviervorschlag“ letztlich allerdings weniger dem Verbraucher- denn dem Herstellerschutz. Kaufe ich mir beispielsweise eine Tiefkühl-Pizza, ist auf der Verpackung ein Endprodukt abgebildet, das einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Hole ich so einen Italo-Frisbee allerdings aus der Packung, hab´ ich eher ein undefinierbares graues Etwas vor mir, das auch durchs Aufbacken farblich nicht sonderlich gewinnt (von Geschmack reden wir hier gar nicht erst). Man weiß ja, wie solche Fotos gemacht werden. Da arbeiten Gemüse-Maskenbildner mit spezialisierten Fotografen Hand in Hand, um am Ende ein Produkt als „Serviervorschlag“ abzulichten, das man als Amateur-Verbraucher so niemals hinbekommen würde. Und auch nicht möchte, weil es zu großen Teilen aus Plastik besteht. Aber gut. Mein persönlicher Favorit in Sachen „Serviervorschlag“ war bis neulich der Tüten-Püree eines örtlichen Discounters, auf dessen Packung ein freigestellter Haufen der Pampe, garniert mit einem Fitzelchen Petersilie,  abgebildet ist. Doch dann fiel beim familiären Junk-Food (Muss auch mal sein) mein Blick auf die vertraute Ketchup-Flasche, auf deren Eitkett drei -dem Anschien nach- sonnengereifte Tomaten prangten. Neben den Früchten stand allen Ernstes: „Serviervorschlag“. Zwar hab ich de Beipackzettel entnommen, dass der Inhalt der Pulle neben 25% Zucker auch Tomaten-Extrakte enthalten soll, aber wie in aller Welt ich aus der Masse gemäß des „Seviervorschlags“ drei unbescholtene Tomaten zaubern soll, ist mir echt ein Rätsel. Hier scheint mir bei der aktuellen Gesetzeslage doch dringend Nachbesserung geboten.

 

Text: Reinhard Lüke

In eigener Sache

Dir gefällt unsere Arbeit?

meinesuedstadt.de finanziert sich durch Partnerprofile und Werbung. Beide Einnahmequellen sind in den letzten Monaten stark zurückgegangen.

Solltest Du unsere unabhängige Berichterstattung schätzen, kannst Du uns mit einer kleinen Spende unterstützen.

Paypal - danke@meinesuedstadt.de

Artikel kommentieren

Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen. Ich stimme zu, dass meine Angaben und Daten zur Beantwortung meiner Anfrage elektronisch erhoben und gespeichert werden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an kontaktnoSpam@meinesuedstadt.de widerrufen.

Meine Südstadt Partner

Alle Partner

Meine Südstadt Service


Parkstadt Süd

Parkstadt Süd – Info-Homepage der Stadt ist online

Eifelwall wird für Autoverkehr gesperrt

Parkstadt Süd: Stadtteilbüro öffnet

Aufgeschnappt

Hoher Besuch im Vringstreff – das Dreigestirn kütt

Auch 2022 heißt es wieder „eins zum anderen“

Gotland für Gotland e.V. in Direktvergabe

Die Südstadt auf Instagram.