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Kolumne

Sonne, Mond und Meiers Kättche

Montag, 1. November 2010 | Text: Kathrin Rindfleisch

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Am Sonntag haben Smilla und ich etwas ganz Folkloristisches gemacht. Wir haben uns zwischen gefühlte 10.000 Kölsche auf den Severinskirchplatz gequetscht, um das Wasser von Kölle zu besingen. Rechts von uns drei textsichere Jungs mit Kölschflaschen in der Hand, links von uns eine ganze Clique schunkelwütiger Mitt-Vierziger, die unseren Bewegungsapparat für eine knappe Stunde völlig bestimmten. Die Bläck Fööss auf der Vringsstroß, und wir mitten drin…
 

Am Sonntag haben Smilla und ich etwas ganz Folkloristisches gemacht. Wir haben uns zwischen gefühlte 10.000 Kölsche auf den Severinskirchplatz gequetscht, um das Wasser von Kölle zu besingen. Rechts von uns drei textsichere Jungs mit Kölschflaschen in der Hand, links von uns eine ganze Clique schunkelwütiger Mitt-Vierziger, die unseren Bewegungsapparat für eine knappe Stunde völlig bestimmten. Die Bläck Fööss auf der Vringsstroß, und wir mitten drin…
 
Smilla, als echtes kölsche Mädche, schreckt da weder Enge noch Gedränge. Ganz im Gegenteil: bei „Drink doch ene mit“ schaute sie noch versonnen über die Menschenmenge, um dann schon zwei Lieder weiter, zu „Meiers Kättche“ inbrünstig und aus voller Kehle „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“ zu singen. Die zwei Düsseldorferinnen hinter uns, die den Kleinen (es ist immer wieder erstaunlich, wie einfach die Menschen doch gestrickt sind, lange Haare (wie Prinzessin Lillifee) gleich Mädchen, kurze Haare (wie Smilla) gleich Junge) schon seit der „Kaffeebud“ sooo süüüß finden, sind fassungslos ob derart frühe Auswüchse kölschen Heimatkultes. Guck mal, der Kleine kann die Lieder auch schon! Die allgemeine Lautstärke war an dieser Stelle auf Smillas Seite, während nur ich ihr leidenschaftliches „Laterne“  ins Ohr geballert bekam, hinterließen ihre Lippenbewegungen zu „Kaffee in d´r Kopp“ bei allen anderen das Bild einer souverän dreijährigen Kölschen, die Sonntags Abends nix besseres zu tun hat, als mit ihrer nicht minder kölschen Mutti die Fööss mal wieder live zu sehen. Quasi als kleine Abwechslung zum täglichen Beschallungsprogramm unserer Lieblingsband zu Hause…
 
Was mich angeht, bin ich immer wieder überrascht, wie melancholisch ich bei „Unsere Stammbaum“ werde und mich die Hymne auf Kölns Lieblings-Farb-Duo unweigerlich zum Fan wider jeder Vernunft werden lässt… Am Sonntag trieb das denn auch solche Auswüchse, dass ich Smilla nach ihrer ersten Wunschäußerung, nach Hause zu gehen, noch ganze fünf Lieder überredete, wirklich nur noch das nächste abzuwarten. Und während ich so dastand, mitten auf dem Severinskirchplatz, unter all den Menschen, Smilla abwechselnd auf Arm und Schultern (Montag-Muskelkater inklusive) tragend, gemeinsam singend und schunkelnd mit mir doch eigentlich Wildfremder, wurde mir plötzlich ganz warm…OK, es waren 13 Grad, die Menschenmassen erzeugten quasi Rhein-Energie und meine Winterjacke ist ab nun offiziell als polartauglich einzustufen, aber das war es nicht alleine… Ich fühlte da, mitten in der Südstadt, das viel beschworene, oft verspottete und doch nicht zu verleugnende Kölsche Jeföhl: Heimat. Und diesmal ganz ohne Kölsch. Also doppelt echt.
 
Und in dieser, selbstverständlich absolut albernen, Melancholie kamen mir Gedanken in den Sinn, die mich Jahre lang umschwirrten, vom richtigen Wohnort mit Kind, Haus, Garten und Straßen ohne Autos. Das Land als einzig wahres Familienidyll. Und musste lachen, weil Smilla und ich hier so richtig waren, mitten auf dem Severinskirchplatz, drei Minuten von zu Hause entfernt, vier Minuten vom Kindergarten und ganze zwei vom nächsten Spielplatz. Mit autofreiem Vorplatz.
Und als wir auf dem Nachhauseweg gaaanz schnell unterm Severinstor durchgelaufen sind, um bloß nicht von seinen großen Zähnen aufgefressen zu werden, war die Kölsche Melancholie schon wieder fast verflogen, das gute Gefühl, zu Hause  zu sein aber war immer noch da.

 

 

Kommentar:

 
„Geßmanns Kättche“ hat folgende Zeilen zum Artikel von Kathrin Rindfleisch geschrieben: 
… und genau deshalb hab ich immer tränen in den augen, wenn ich an meine heimat denke ! und das gefühl köln wird immer in mir sein! scheiß haus mit garten! ich sachs dir! bleibt wo ihr seid! … ich komme euch immer besuchen… in meinem köln! heul! herzerwärmende grüße von der im zwergenland gefangenen kölschen seele! alaaf! und übrigens: su simmer all he hinjekumme, mir sprechen hück all dieselve sprooch, mir han dodurch su vill jewonne. mir sin wie mer sin, mir jecke am rhing…. dat es jet, wo mer stolz drop sin!!!!
knutschi, geßmanns kättche 🙂

 
 
 
 

Text: Kathrin Rindfleisch

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