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Kolumne

Von Cousinen und anderen Skurrilitäten

Sonntag, 19. September 2010 | Text: Kathrin Rindfleisch

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Die Sache mit dem Klo ist auch so eine. Oder sollte ich vielleicht sagen: die ohne Klo…?!
 Demnächst drei Jahre und zieht man ihr die Windel aus, hört man neuerdings immer „Ich geh nicht auf Toilette.“ Der interessierte Nachfrager bekommt ein keckes „Weil ich das nicht möchte!“ mit ’nem vorwitzig-frechen „So ist das!“ zur Bekräftigung obendrauf.

Die Sache mit dem Klo ist auch so eine. Oder sollte ich vielleicht sagen: die ohne Klo…?!
 Demnächst drei Jahre und zieht man ihr die Windel aus, hört man neuerdings immer „Ich geh nicht auf Toilette.“ Der interessierte Nachfrager bekommt ein keckes „Weil ich das nicht möchte!“ mit ’nem vorwitzig-frechen „So ist das!“ zur Bekräftigung obendrauf.
Paul ist da im Übrigen nicht minder klofaul, er läss’s lediglich unkommentiert vor sich hinstinken in seiner Windel. Über die wirklich großen Sachen im Leben spricht ein Mann eben nicht.
 
Und dann gibt’s die, die einem versichern, dass noch jeder sauber geworden ist. Beruhigend. Danke. Aber ganz ehrlich: das hat ich auch jetzt nicht angezweifelt. Aber schon bis zehn zählen, ein Gesicht malen und ohne Stäbchen im Bett schlafen können – ohne rauszufallen! – und noch nicht mal das leiseste Interesse an Entleerung fernab jeglicher Körpernähe, also, mich wundert´s! Nicht mehr und nicht weniger. Na ja, vielleicht ein bisschen mehr. Ich meine: so gar keine Anstalten…? Absolut keine Lust?!
 
Wenn ich mich wieder grad so sehr wunder (und im übrigen bei jedem Windelpaketeinkauf mit dem Gedanken spiele: „Wirklich die große Sparpackung, wer weiss, ob wir die noch aufbekommen?“), dann kommt mir meine Cousine in den Sinn, die mich – unter anderem –  mit folgender Geschichte seit jeher durch mein Leben begleitet: meine Cousine, heute eine gestandene Frau und darum muss auch ihr Name an dieser Stelle nicht erwähnt werden, lag auf dem Wickeltisch, die langen Beine ragten weit über die Kante hinaus, und befahl. Ihrer Oma.  In klarstem Deutsch. „Nä Oma, so is falsch! Zuerst die Creme, dann der Puder!“

Dieses Bild von einem Riesenbaby mit Windel, seit jeher eine dieser Geschichten, die Familien so im Petto haben, um sie bei jedweder Gelegenheit zur Belustigung aller hervorzuholen, hat sich in mein Gehirn gebrannt. Als skurriles Unikum, das sicher sooo extrem nicht war, deren Länge der Beine und die Präzision der Aussprache sicher nur den Jahren unzähliger Familienfeste geschuldet war, auf denen die Geschichte immer weiter ausgeschmückt wurde.
Das hatte ich gedacht. Und jetzt liegt es da vor mir, das skurrile Unikum. Beine lang, bis über den Rand, Alle meine Entchen singend, und wenn´s wund ist die Anweisung zum Eincremen gebend, allein der Puder aus den 70ern kommt beim aktuellen Unikum nicht mehr vor, einer dermatologischen revolutionären Erkenntnis sei Dank. Nix ist übertrieben worden an dieser Geschichte, das Riesenbaby lebt! Und auf unserer Kommode gleich zwei davon!

Das Beruhigende: meine Cousine – und ich denke, dass bin ich ihr an dieser Stelle ganz eindeutig schuldig – ist heute eine selbstbewusste, eigenständige Person ohne jegliche rektale Probleme (zumindest soweit mir bekannt) und bestätigt damit die Jeder-ist-noch-sauber-geworden-Fraktion.
 
Und für Muttis wie mich, die zwar eigentlich auch so denken, manchmal aber doch heimlich zweifeln und ab und an denken „Mensch, jetzt reicht’s aber mal mit dem Scheiße-Wischen!“, aber ihre Kinder nicht unter Druck setzen möchten, für die gibt’s die Gelegenheit, diese Gedanken einfach mal los zu werden. Danke Leute, jetzt geht’s mir gleich schon viel besser! Alles halb so wild…schließlich werden auch die beiden…und dann wünsch ich mir irgendwann die Zeit auf dem Wickeltisch zurück. Die innigen, ruhigen Momente…
Ach wisst ihr was: scheisst doch ruhig noch ein bisschen rein in die Hose!

 

Kommentare:

 

Ich musste schon schmunzeln, als ich heute morgen den Artikel von Kathrin las… Ja, die Cousine…. ich bin`s…. Mitlerweile liege ich nicht mehr auf dem Wickeltisch, sondern stehe davor… ich arbeite in einer Kindertageseinrichtung…. Lustig, dass so lang Verdrängtes, wieder nach oben befördert wird…. aber ich glaube, Kathrin hätte noch viel Schlimmeres preisgeben können…. ;-)))
Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass ich dafür schon sehr früh in ganzen Sätzen reden und mit 2 Jahren den Fernseher bedienen konnte… immerhin auch etwas :-))))
Kathrin hingegen schleppte immer einen Stoffhasen mit sich…. Mit den Jahren nur noch einäugig und zunehmend dünnhäutiger…. aber vielleicht mal dazu in einem Artikel von ihr mehr ;-))) so ich hab meine Pause vorbei und muss mal an meine Wickelkommode zurückkehren und da ist mehr als einer dabei, der diagonal liegen muss….
Eure Seite ist echt gut und immer wieder schön… nur seltsam von sich selbst zu lesen….


LG, Heike

Text: Kathrin Rindfleisch

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