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Kolumne

Von kollektiven Normen und `nem pinken Katzenkopf

Montag, 13. Dezember 2010 | Text: Kathrin Rindfleisch

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

 Gestern war der dritte Vringsadvent. Und der lehrte uns zweierlei: Der Nikolaus arbeitet auch auf schwedischen Bänken, und die Ritter haben sonntags frei.

Auf der schwedischen Bank aus dem 17. Jahrhundert empfing der Heilige Mann Paul und Smilla zum Fototermin. Große Augen, scheue Blicke und jede Menge Ehrfurcht ob des weißen Rauschebartes und des beeindruckenden Gewandes wurden ihm von den zwei kleinen Freundchen zuteil. Diesen Moment festgehalten für Omas, Opas und die Ewigkeit, konnte man guten Gewissens weiterschlendern Richtung Severinstorburg. Das Tor mit den scharfen Zähnen, unter denen wir immer ganz schnell durchlaufen müssen, in der Hoffnung nicht gefressen zu werden, heute war es auf und endlich können Paul und Smilla mal sehen, wie denn so die Ritter wohnen. Denn, dass es dort welche gibt, daran zweifeln die beiden keine Sekunde.
Zur kurzweiligen Enttäuschung – kurzweilig, weil für was Längeres ist die Welt einfach zu spannend – über die Sonntagsruh der Rittersleut, gesellte sich die Freude über den Besuch in einer richtigen Burg.

 Gestern war der dritte Vringsadvent. Und der lehrte uns zweierlei: Der Nikolaus arbeitet auch auf schwedischen Bänken, und die Ritter haben sonntags frei.

Auf der schwedischen Bank aus dem 17. Jahrhundert empfing der Heilige Mann Paul und Smilla zum Fototermin. Große Augen, scheue Blicke und jede Menge Ehrfurcht ob des weißen Rauschebartes und des beeindruckenden Gewandes wurden ihm von den zwei kleinen Freundchen zuteil. Diesen Moment festgehalten für Omas, Opas und die Ewigkeit, konnte man guten Gewissens weiterschlendern Richtung Severinstorburg. Das Tor mit den scharfen Zähnen, unter denen wir immer ganz schnell durchlaufen müssen, in der Hoffnung nicht gefressen zu werden, heute war es auf und endlich können Paul und Smilla mal sehen, wie denn so die Ritter wohnen. Denn, dass es dort welche gibt, daran zweifeln die beiden keine Sekunde.
Zur kurzweiligen Enttäuschung – kurzweilig, weil für was Längeres ist die Welt einfach zu spannend – über die Sonntagsruh der Rittersleut, gesellte sich die Freude über den Besuch in einer richtigen Burg. Steile Treppen, alte Wände und das Flair vergangener Zeit ließ die beiden fast demütig werden… hätt`s da nicht das Trinkpäckchen Milch gegeben, das zu teilen eine echte Herausforderung darstellt. Schließlich haben beide Durst und außerdem ist ein Strohhalm viel mehr als der durch Ansaugen aktivierte Transporteur wohlschmeckender Flüssigkeiten. Es macht einfach riesig Spaß, aus ihm zu trinken und das wird eben immer nochmal besonders klar, wenn gerade der jeweils andere das Vergnügen hat.

Aber Teilen ist ein Zauberwort, auf dessen Trichter Paul und Smilla immer mehr kommen. Sie teilen nämlich nicht nur unnachahmlich gute Flüssigkeitstransporteure, sondern auch das Bett, die Stoppersocken und die Duschwanne miteinander. Die beiden sind quasi ein Paar nur ohne die lästigen Gefühlsduseleien. Wobei, eigentlich gibt`s selbst die bei den beiden, wie oft schon ist Paul stiften gegangen, wenn Smilla mal wieder schmusen wollte?!
Aber gut, sie teilen und das nicht ohne die ausgezeichnete Begründung „…weil, Paul ist mein Freund. Wir haben die gleichen Haare!“ So gibt`s für Paul, übernachtet er bei uns, den rosa Lillifee-Schlafanzug genauso selbstverständlich wie für Smilla die Jungs-Unterwäsche oder die Feuerwehrmontur, wenn sie bei ihm in Nippes ist. Und so wie die beiden in der Haarmode gleich ticken, lassen sie sich auch bei anderen Dingen nicht beirren. Zum Beispiel in der Wahl der richtigen Zahnbürste. Neulich im dm: „Ja Smilla, die rosa Zahnbürste mit dem pinken Katzenkopf ist wirklich ganz toll. Und Paul, schau mal, da gibt es noch eine mit einem grünen Drachenkopf!“ „Neiiiin! Ich will auch die mit der Katze!“ Ich denke: dem Jungen `ne pinke Zahnbürste kaufen? Schon irgendwie schräg. Ich sage: „Aber, wenn ihr beide die gleiche Bürste habt, kann man die ja gar nicht unterscheiden.“ „Ich will aber diiiieeee!“ Ich denke kurz noch Spießer, Kathrin! und sage dann, völlig liberale Mutter, die ich bin „Na, wenn Du die unbedingt willst, machen wir eben Zeichen an die Bürsten.“

Die beiden pinken Katzen lächeln mich nun höhnisch an, immer, wenn ich im Bad bin und mich im Spiegel sehen muss. Und ich frage mich, warum ich offensichtlich in der Praxis meinen schönen Theorien doch nicht immer folgen kann. Mach ich mir Gedanken über rosa Jungs statt mich zu erfreuen an Unvoreingenommenheit und dem erfrischenden Unterlassen jeglicher Kategorisierung, die die Kinder einem täglich vor Augen führen. Und einen selbst damit immer wieder bloß stellen!
Ich bin den beiden sehr dankbar für Denkanstöße wie diesen, denn die bedeuten für mich Freiheit. Freiheit, nicht immer darauf zu hören, was die Leute meinen, was vermeintlich richtig ist, oder doch nicht passend für jemanden. Was schön ist, sollte im Auge des Betrachters liegen und nicht in der kollektiven Beschränktheit einer Gesellschaftsnorm.

…und die macht selbst beim Nikolaus nicht halt: auf dem Severinskirchplatz war der „Richtige“, mit hellem Gewand und Bischofsstab. Doch glaubt mir, vom Coca Cola-Weihnachtsmann sind die Kinder genauso angetan. Was schert`s denn die…

Text: Kathrin Rindfleisch

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