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Gesellschaft

Vorm Rechner hocken, ohne Zugehörigkeit – Studium in der Pandemie

Dienstag, 20. April 2021 | Text: Noémi-Raquel Itgen | Bild: Kendra Dana Roth

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Was würden zur Zeit Studierende für einen Kneipenabend geben? So einiges wahrscheinlich!

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Statt tagsüber in der Uni Kommilitoninnen zu treffen, in Seminaren zu diskutieren und in Bibliotheken zu büffeln, um sich dann die Nächte in den kölschen Kneipen und Clubs, auf Konzerten und in den Parks um die Ohren zu schlagen, spielt sich das aktuelle Studentenleben unter dem Motto „Stay home“ ab: Vorlesungen und Seminare vorm Rechner daheim, null Partys und kaum Gefühl von „Studentenleben“. Jana ist eine von vielen Studierenden, die während der Pandemie ein Hochschulstudium aufgenommen haben.

„Ich kann an einer Hand abzählen, wie oft ich in der Uni war“

Erzählt Jana, Studentin an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) in Köln-Zollstock. Die 25-Jährige hat im März 2020 angefange, Medien- und Eventmanagement zu studieren und weiß inzwischen, was Studieren in der Pandemiekrise bedeutet.
Statt praxisnahen Studiums sitzen Studentinnen und Studenten vor ihren Laptops und bekommen die Inhalte digital vermittelt. Meist wie Frontalunterricht und seltener interaktiv. Zu festen Zeiten haben Jana und ihre KommilitonInnen Online-Vorlesungen, so dass schon ein durchgetakteter Tagesablauf wie im herkömmlichen Vorlesungsalltag da ist.
Zu Beginn des Studiums war die gebürtige Bonnerin sehr traurig über die aktuelle Situation an der Hochschule, aber nach zwei Semestern kommt Routine rein und man gewöhne sich daran, erzählt sie. „Man hat ja immer das Idealbild von einem Studentenleben im Kopf, das gibt’s jetzt halt nicht mehr.“

Jana Schmitz vor dem leeren Campus der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Zollstock

„Die Erstiwoche fiel bei uns sehr mau aus“

Und das, obwohl die sogenannte Erstiwoche der Startschuss des Studentenlebens sein und die Studierenden untereinander vernetzen soll. Kneipentouren, Zusammenkünfte in der Hochschule und die legendäre Party für die neuen Erstsemester-Studierenden sollten hierbei auf der Tagesordnung stehen und den Neulingen den Start erleichtern.
Für die Erstmester-Studierenden der HMKW hieß es im Sommersemester 2020: Digitale Erstiwoche über Zoom. Statt sich an einem Freitag Abend auf ein Kölsch zu treffen, hockten sich alle Studierenden vor den Laptop und spielten Online-Trinkspiele und lernten sich kennen. Jana hat eine klare Meinung dazu: „Es ist nicht dasselbe, als wenn man sich live kennenlernt.“
Auch wenn Jana es nicht mag „über Zoom irgendwelche Trinkspiele zu spielen“, wird die Erstiwoche auch für die kommenden Erstsemester-Studierenden so beibehalten.

Online-Vorlesungen und die Disziplin

Dem Professor stundenlang im Vorlesungssaal bei seinen Monologen zuzuhören, hat sich schon zu Präsenzunterricht für viele Studierenden schwierig gestaltet. Und diese Inhalte müssen nun digital mit viel Konzentration und noch mehr Disziplin im Kopf gespeichert werden.
„Es ist schwierig, weil man mehr dazu verleitet wird, sich ablenken zu lassen. Da braucht man schon ziemlich viel Disziplin, einer Vorlesung von vorne bis hinten zu folgen“ gibt Jana mit einem Schmunzeln zu.
Trotzdem zeigt die HMKW in dieser schwierigen Zeit Verständnis und kommt den Studierenden bei Abgabefristen entgegen und „man merkt, dass der Hochschule was daran liegt, dass es uns während der aktuellen Lage so angenehm wie möglich gemacht wird“ erzählt mir Jana.

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Vorlesungen von Zuhause: Top oder Flop?

Für einige Studierende sind Online-Vorlesungen Fluch und für die anderen Segen. Die 25-jährige Jana findet die Vorlesungen von Zuhause im Vergleich zum Präsenzunterricht entspannt, weil man es sich in seinen eigenen vier Wänden gemütlich machen kann und sie sich von Bonn eine Stunde Fahrtzeit jeweils morgens und abends spart.
Darüber hinaus findet Jana die Umsetzung der Online-Vorlesungen der HMKW sehr lobenswert, denn sie hat Freunde auf anderen Hochschulen und Universitäten, bei denen der digitale Umschwung nicht so gut funktioniert hat. Durch die kleine Anzahl an Studierenden in einem Semester konnte sie bereits einige Kommilitonen kennenlernen. Trotzdem war der Plan, zu Beginn ihres Studiums nach Köln zu ziehen und hier ein ganz neues Kapitel aufzuschlagen, „wäre kein Corona, würde ich schon lange in Köln wohnen“ hält sie fest.
Zu Beginn der Pandemie wusste auch die Hochschule nicht recht, wie die Studierenden die Klausuren absolvieren sollen. Aus Klausuren wurden im ersten Semester kurzerhand Hausarbeiten gemacht, obwohl keiner zu Beginn des Studiums wusste, wie es geht, berichtet mir die 25-Jährige.
Auf die Frage, ob sie ein Zugehörigkeitsgefühl hat, gibt Jana die klare Antwort: „Nein, ich kenn die Hochschule kaum, obwohl ich schon im dritten Semester bin.“ Gleichzeitig hofft sie aber, dass sich das Zugehörigkeitsgefühl im Laufe des Studiums entwickelt, wenn die Pandemie ein Ende hat. Vielleicht können Jana und ihre Kommilitonen die ein oder andere Party oder Kneipentour nachholen – vier Semester bleiben ihnen noch.

Text: Noémi-Raquel Itgen

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