×
In eigener Sache

Dir gefällt unsere Arbeit?

meinesuedstadt.de finanziert sich durch Partnerprofile und Werbung. Beide Einnahmequellen sind in den letzten Monaten stark zurückgegangen.
Solltest Du unsere unabhängige Berichterstattung schätzen, kannst Du uns mit einer kleinen Spende unterstützen.

Paypal - danke@meinesuedstadt.de

Aufgeschnappt: tanz.tausch feiert 10-jähriges Jubiläum +++ Neueröffnung: Café SchnickSchnack +++ NeuLand: Ein neues Quartier zum Jubiläum +++ Jazz-Bott-Live: Neue Jazz-Reihe in der Fiffi Bar! +++ Ganz analog: Meinungsabfrage zur Parkstadt Süd +++

Kolumne

Alles kacka, oder was?!

Dienstag, 7. Dezember 2010 | Text: Kathrin Rindfleisch

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Jemand, der „Fang mich doch Du Eierloch“ für ein perverses Spiel frustrierter Liebeslebenaufpepper hält, ist an dieser Stelle völlig falsch gewickelt. Und einer, der glaubt, ein „Putzimann“ sei der niedliche kleinen HÖRZU-Igel aus Kindertagen, der kann sich erst recht ins nächste Altersheim verabschieden.

Jemand, der „Fang mich doch Du Eierloch“ für ein perverses Spiel frustrierter Liebeslebenaufpepper hält, ist an dieser Stelle völlig falsch gewickelt. Und einer, der glaubt, ein „Putzimann“ sei der niedliche kleinen HÖRZU-Igel aus Kindertagen, der kann sich erst recht ins nächste Altersheim verabschieden. Oder sich zwei Minuten Zeit nehmen, diesen Text aufmerksam lesen und sich auf den neusten Stand bringen.

Seit nunmehr dreieinhalb Monaten sind Smilla und Paul jetzt im Kindergarten. Sie wissen, dass Montag Spielzeugtag ist, dass das Essen am Mittag variiert zwischen Cannelloni, Erbsen mit Kartoffelstampf und Milchreis mit Zimt. Man kann basteln, malen und spielen, muss aufräumen und bei ungehorsam eine Auszeit nehmen.
Und es gibt Wörter. Gute Wörter. Wörter, die so schön eklig sind, dass man unbedingt wie irre kichern muss, wenn man sie ausspricht. „Kacka“ ist so ein Wort. Pfui, wie das stinkt! Wird an Ekelhaftigkeit nur übertroffen vom unnachahmlichen „Kakao“. Wobei, auch hier ist eine Steigerung drin – und erst jetzt wird sich förmlich auf dem Boden gerollt vor Lachen – der Penispo, der kacka macht ist aber auch wirklich `ne ganz schön schräge Nummer. Wer da nicht lacht, ist selber schuld.

Und dann ist Emil zu Gast. Emil ist auch drei und geht in den Waldorfkindergarten. Emil hat kurze Anlaufschwierigkeiten, zehn Minuten später flitzen drei aufgedrehte Freundchen durch die Wohnung und verkünden freudig quietschend „Kakao“, „Kakao“ Meine gespielte Entrüstung bei diesem Ekelwort führt bei Emil, Paul und Smilla unweigerlich zu noch größerer Belustigung ob ihres genialen Tabubruches. Emil hat das nicht von Paul und Smilla, Emil hat das aus dem Kindergarten, sagt Emils Mutter.

Neulich fuhr ich mit dem Rad an einem langen Bretterzaun vorbei. Ein Kindergarten, und viele kleine Freundchen tobten auf der anderen Seite des Zaunes herum. Ein Kind rief plötzlich „Fang mich doch Du Eierloch!“ Und ich musste unweigerlich lachen! Laut. Auf meinem Fahrrad. Diesen zweifelhaften Befehl hatte ich Smilla vor kurzem doch erst an Paul ausrichten hören. Und fand ihn schräg, irgendwie vulgär. Aber gut, alles außer vulgär wär gerade auch ziemlich langweilig…

Letzten Samstag hab ich mich dann dabei erwischt, wie ich, laut johlend voran, Smilla hinter mir her, durch den Volksgarten lief und „Fang mich doch Du Eierloch“ ausrief. Ein Satz, der mir bis dato nicht im kühnsten Traum eingefallen wär, geschweige denn über meine Lippen gekommen wäre. Man sagt doch immer, Kinder schaffen neue Perspektiven. Stimmt.

Man kann die Kacka-Phase nun ganz schön blöd finden, und peinlich. Dann, wenn Paul und Smilla durch den dm rennen und „Kacka, Pipi, Penispo“ rufen, zum Beispiel. In Dauerschleife und einer Lautstärke, dass die Damen in der Faltencreme-Abteilung pickiert die Nasen rümpfen. Dann sagt man aber was?! Hört auf damit, das sagt man nicht! Psst!? Oder gar. Wo sie das wohl wieder her haben…??! Und erhebt die von den Kindern, zwar ahnend, dass es sich um Ekliges handelt, was die Erwachsenen aufregt, im Grunde aber unschuldigen Ausdrücke erst in unsere Erwachsenenwelt und damit in die Welt der Schuld und des Frevels. Und erklärt so die von einem Dreijährigen daher gesagten Absurditäten zu Obszönitäten.
Oder man macht mit beim Abekeln. Denkt sich immer absurdere Pipi-Kacka-Gebilde aus (schon mal über ein Kackaohr mit Furzgeruch nachgedacht?!), bekommt Spaß an den unbändigen Gelächtern bei jedem weiteren Unfug und spürt die Energie, die diese Freiheit im Kopf auslöst. Einfach mal sagen, was grad so rauskommt aus dem Mund. Nicht Achtgeben auf Moral und Norm, diese vielmehr mal so richtig auslachen! Bei jeder neuen Ekel-Wort-Schöpfung! Wunderbar! Ich kann es jedem nur empfehlen!

Und ob wir uns nun aufregen oder mitmachen, die Kinder rufen „Kacka!“ Und ringeln sich vor Lachen! Und nächste Woche stinken alle, in vier Wochen ist alles „Voll krass“ und in `nem Jahr wird aus CH ein R, ir freu mir!
Übrigens: „Putzimann“ ist der zur Zeit wirklich strafbarste Ausdruck, den man jemandem verleihen kann. Wer ein „Putzimann“ ist, ist quasi ein Riesenar… wie schön, dass die Kinder so nette Begriffe für so blöde Typen haben…
 

 

Kommentare:

Hallo Kathrin,
das „fang mich doch du Eierloch“ gibt es auch in unserer Einrichtung…. :-)))))))))))) ein Eierloch geht quasi durch Deutschland ;-)) wir haben auch herausgefunden woher es stammt…. Durch ausführliches recherchierien haben wir bestimmen können, dass ein gelber Schwamm, namens Spongebob, diese Äußerung regelmäßig in Bikinibuttom tätigt. Viele sehen es nicht… angeblich, aber zu MC geht auch keiner und da ist es immer voll…. Einer hat es gesehen und freigesetzt ;-)))))))))))
LG Heike

 

Text: Kathrin Rindfleisch

In eigener Sache

Dir gefällt unsere Arbeit?

meinesuedstadt.de finanziert sich durch Partnerprofile und Werbung. Beide Einnahmequellen sind in den letzten Monaten stark zurückgegangen.

Solltest Du unsere unabhängige Berichterstattung schätzen, kannst Du uns mit einer kleinen Spende unterstützen.

Paypal - danke@meinesuedstadt.de

Artikel kommentieren

Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen. Ich stimme zu, dass meine Angaben und Daten zur Beantwortung meiner Anfrage elektronisch erhoben und gespeichert werden. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an kontaktnoSpam@meinesuedstadt.de widerrufen.

Meine Südstadt Partner

Alle Partner

Meine Südstadt Service


Parkstadt Süd

Parkstadt Süd – Info-Homepage der Stadt ist online

Eifelwall wird für Autoverkehr gesperrt

Parkstadt Süd: Stadtteilbüro öffnet

Aufgeschnappt

tanz.tausch feiert 10-jähriges Jubiläum

Neueröffnung: Café SchnickSchnack

NeuLand: Ein neues Quartier zum Jubiläum

Die Südstadt auf Instagram.