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Lükes Liebes Leben

Bälle, Buns & Ampeln – Lükes liebes Leben

Montag, 20. Juni 2016 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Täuscht mich der Eindruck oder hält sich der Schlaaand!-Deko-Plunder bei dieser EM wirklich arg in Grenzen?  Okay, ich war letzte Woche mal in Vingst und da sieht´s aus wie immer. Kaum ein Haus, an dem nicht Schwarz-Rot-Goldene Lappen hängen. Aber hier im Süden scheint man das Turnier doch eher mit einer gewissen Lustlosigkeit zu begleiten. Was ja ziemlich genau den Darbietungen der Sportkameraden auf dem Rasen entspricht. Jedenfalls reihte sich in der ersten Woche doch ein Gurkenkick an den anderen. Gern mit Last-Minute-Entscheidungen, bei denen meist auch noch die Favoriten als Sieger vom Platz schlurften. Hat in diesen Tagen schon irgendwer irgendeinen hupenden Auto-Corso gehört, der nicht zu einer Hochzeit gehörte? Eben.

Die Zuschauer in den Stadien jubeln zwar, aber eigentlich nur, wenn eine Kamera sie eingefangen hat und sie ihre Konterfeis auf den örtlichen Videowürfeln entdecken. Selfie-Fieber, halt. Von (Nord-)Iren und Albanern mal abgesehen, scheint doch keiner wirklich Bock auf diese EM zu haben. Woran es liegt? Keine Ahnung. Wackelknie wegen Terrorangst? Glaub´ ich eher nicht. Alle kaputt nach einer langen Saison? Möglich. Das Champions-League-Finale ist ja gerademal ein paar Wochen her. Aber vemutlich basteln irgendweche hellsichtigen Fußball-Theoriker trotzdem schon wieder an der steilen These, dass diese EM ein folgerichtiges Spiegelbild des derzeit politisch zerrütteten Europa abgibt. Von solchen Analogien halte ich persönlich ja nicht viel.

Zwiebel schießt Tore
Vielleicht liegt die Misere schlicht an einer neuen, frisch zum Turnier eingeführten Regel: Man darf den Ball beim Anstoß jetzt auch nach hinten spielen! Ist ja irre. Möchte nicht wissen, wie viele Konferenzen in sündhaft teuren Hotels die UEFA- (bzw.wenn die Regel weltweit gilt, FIFA-)Onkels gebraucht haben, um sich nach erbitterten Diskussionen zu diesem Geniestreich durchzuringen. Bislang hat er allerdings nur dazu geführt, dass manche Teams überhaupt nicht mehr über die Mittellinie gekommen sind. Was ist denn das für eine EM, bei der Jogis Klöten-Schnüffel-Gate geradewegs zum Highlight mutiert? Und dann war da noch die brisante Info in irgendeinem Rahmenprogramm, dass der Waliser Fußballer Gareth Bayle mit eigenem Friseur nach Frankreich gereist ist. Der richtet ihm vermutlich vor jedem Spiel sein modisches Zwiebeltürmchen auf dem Hinterkopf, früher Dutt, heute Man Bun genannt. Hat aber offenbar was gebracht. Bayle hat immerhin schon zwei Freistöße reingemacht. Vielleicht denkt sein Vereinskamerad CL7 (Christiano Ronaldo) ja seit Samstag auch darüber nach, kurzfristig noch seinen Barbier zum Gelen einfliegen zu lassen. Könnte allerdings zu spät sein.

Wer macht eigentlich unseren Jungs die Haare? Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt? Schere wird er ja wohl in seinem Arztköfferchen haben. Da fällt mit gerade ein: Ich muss meinen anfangs geschilderten Eindruck vom sparsam eingesetzten Fan-Plunder etwas revidieren. Am letzten Donnerstag betrat ich meine Hausbank an der Severinstraße und blickte verdutzt in die strahlenden Gesichter der Angestellten, die -Männlein wie Weiblein- allesamt in Deutschland-Trikots gewandet waren. Auf kurze Hosen und Fußballschuhe hatten sie allerdings verzichtet. Wobei ich nicht weiß, ob die Leibchen während der gesamten EM oder nur an deutschen Spieltagen tragen. Ich werde morgen auf jeden Fall nochmal nachschauen. Hauptsache, der sportive Dresscode zieht nicht gleich wieder eine Erhöhung der Kontoführungsgebühren nach sich. Von wegen gestiegener Personalkosten und so.

Vorfahrt auf Knopfdruck
Aber zum Glück gibt’s ja noch Wichtigeres als Geld und Fußball. Die Straßenverkehrsordnung zum Beispiel. Unlängst hat die Stadt Köln nach der Auswertung eines Feldversuchs davon Abstand genommen, flächendeckend Bodenampeln für Fußgänger zu verbauen. Gut so. Mann muss die Menschen nicht mit öffentlichen Mitteln umfassend vor ihrer eigenen Blödheit schützen. Wobei die Statistiken, dass immer mehr Fußgänger, die vor Autos oder Straßenbahnen laufen, beim Kontakt mit dem Blech gerade ihr Handy zur Hand haben, relativ wenig aussagekräftig ist. Wenn jeder zweite Flaneur unter 70 permant auf sein Display starrt, ist es nur logisch, dass neben den Verletzten zunehmend häufig ihre tragbare Unterhaltungselektronik auf der Straße liegt. Was aber ursächlich noch längst nichts miteinander zu tun haben muss. Mindestens so unsinnig wie Bodenampeln finde ich jedoch jene traditionellen Modelle, bei denen man als Fußgänger ein Knöpfchen drücken muss, damit sie irgendwann auf Grün springt. Das macht an vielen Stelle Sinn, schon klar. Wo zu später Stunde kein Mensch mehr per pedes unterwegs ist, bin ich als Autofahrer auch genervt, wenn ich wegen einer vereinsamten roten Ampel im Industriegebiet von Porz-Irgendwas in die Eisen steigen muss.

Aber was soll der Quatsch mit der Signalanlage an der Rheinuferstraße, Ecke Dreiköniginnenstraße? Für Autofahrer, die am Ufer unterwegs sind, wird´s regelmäßig rot. Ganz automatisch. Logisch, zwischendurch müssen ja auch die Nutzer der einmündenden Straße eine Chance bekommen, wieder am Verkehr teilzunehmen. Für Fußgänger, die dann über den Zebrastreifen den Rheinauhafen entern möchten, wird’s allerdings nur grün, wenn sie vorher das Köpfchen gedrückt haben. Wozu das? Um den Abfluss aus der Dreiköniginnenstraße möglichst geschmeidig zu halten? Ich hab´ noch nie erlebt, dass da niemand rüber wollte. Ein singuläres Kuriosum? Nö. Am Barbarossaplatz -wo ja auch kaum was los ist- stehen auch zwei dieser Exemplare. Und nun noch eine Nachricht an meine geliebten Radfahrer, zu denen ich natürlich auch gehöre.

Die Severinstraße ist wie die meisten Einbahnstraßen für Pedaleure seit geraumer Zeit auch in die Gegenrichtung freigegeben. Was ich uneingeschränkt begrüße. Nur: Auch für Radfahrer gilt da grundsätzlich Tempo 20 und überdies rechts vor links. Auch für Radler, die in Gegenrichtung unterwegs sind. Vielleicht täuscht mich auch dieser Eindruck, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass viele meiner unmotorisierten Mitmenschen auf zwei Rädern der Überzeugung sind, dass, wer sich ökologisch korrekt auf einer Straße bewegt, grundsätzlich Vorfahrt hat. Auf einer, die geradeaus geht, sowieso. Wenn ich das im Einklang mit der StVO anders sehe, darf ich mir regelmäßig Auswürfe wie „Pass auf, du Arsch!“ oder „Augen auf, du Penner!“ anhören. Das nervt. Und inzwischen ertappe ich mich bisweilen bei der Versuchung, doch irgendwann mal einen dieser ignoranten Kamikaze-Strampler über die Motorhaube springen zu lassen. Werd´ ich vermutlich nie tun. Gehört sich nicht. Zumal manche ja auch noch Kleinkinder auf dem Gepäckträger dabei haben. Obwohl…

Text: Reinhard Lüke

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