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Bildung & Erziehung Familie

Dicker Zuschuss: Tagesmütter und -väter werden bezahlbarer

Freitag, 28. Januar 2011 | Text: Antje Kosubek | Bild: Wolfgang Kluge/ Bundesarchiv

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Eltern, die ihr Baby oder Kleinkind zu einer Tagesmutter geben, bekommen neuerdings finanzielle Unterstützung von der Kommune: Die Stadt übernimmt seit Januar nicht nur wie bislang für sozial schwache Eltern einen Großteil der Kosten, sondern auch für Familien mit mittlerem bis gehobenem Einkommen. Damit will die Stadt das dringend benötigte Angebot an U3-Plätzen (Betreuungsplätzen für Kinder unter 3 Jahren) weiter ausbauen. In einer Kindertagesstätte einen Platz zu ergattern war für die meisten bislang wie ein Sechser im Lotto.

Eltern, die ihre Kleinkinder einer Tagesmutter oder einem Tagesvater anvertrauen, zahlen nun genauso viel wie Eltern von Kindergartenkindern. Der Beitrag ist nach dem jeweiligen Jahreseinkommen gestaffelt und wird pro Betreuungsstunde gezahlt. Tagesmütter und -väter werden mit 3,50 € pro Kind und Betreuungsstunde subventioniert – bislang kostet eine Tagesmutter/ein Tagesvater zwischen 5 und 6,50 Euro pro Stunde und Kind. Köln-Pass-Inhaber sind genau wie in den KiTas von den Beiträgen frei gestellt.

In der obersten Einkommensgruppe (über 61.355 Jahresbruttoeinkommen) werden Eltern für die ersten 25 Betreuungsstunden jeweils 2,55 Euro zahlen, ab der 26. Stunde sind es nur noch 71 Cent. Somit kann auch für besser gestellte Familien ein Zuschuss fließen. Bisher waren die finanziellen Zuschüsse für eine Tagesmutter einkommensabhängig, die Tagespflege musste über das Jugendamt vermittelt und die Erziehungsberechtigte(n) berufstätig, in Ausbildung oder arbeitssuchend sein.

Ein Vorteil der Neuregelung ist die Flexibilität: Die Tagespflege wird auf Stunden ausgerechnet, während in einer KiTa die Auswahl der Betreuungsstunden starr vorgegeben ist. Eltern und Tageseltern handeln ihren Vertrag selbst miteinander  aus, so können die Betreuungszeiten individuell und auch eine Betreuung nur für zwei Tage in der Woche vereinbart werden – eine Regelung, die im Kindergarten undenkbar wäre.

Eltern wie Katharina Wolff und Gary Meuser, deren 2-jährige Tochter Betty zu einer Südstadt-Tagesmutter geht, sind beide Freiberufler und glücklich über die Neuerung: „Wir können uns nun 10 Stunden mehr Betreuung leisten und zahlen weniger als vorher“, so Katharina, „das macht die Organisation des Arbeitslebens deutlich einfacher“.

Ein Vorteil für Eltern mit mehreren Kindern ist: Sie bezahlen nur noch einen Beitrag für die Betreuung und zwar den höchsten (Voraussetzung ist, dass alle Kinder bei Tagesmutter oder im städtischen Kindergarten und in einer städtischen Ganztagsbetreuung der OGS sind).

Im Berichtsgebiet von Meine Südstadt profitieren zunächst die 25 registrierten Tagesmütter und -väter von der Regelung (1 in Bayenthal, 21 in Neustadt Süd und 3 in Altstadt Süd). Sie betreuuen über 100 Kinder. Für viele Tageseltern bedeutet die Teilfinanzierung durch die Stadt auch eine Sicherung der Nachfrage, denn Tageselternplätze werden damit für arbeitende Eltern noch attraktiver.

Einige Tagesmütter sehen allerdings auch Nachteile für ihre Arbeit, sie haben Angst, ihnen könnten nun Kinder vom Jugendamt einfach zugewiesen werden, die sie sich bisher ja eher „selbst ausgesucht“ hatten. Zudem müssen sie nun alle fünf Jahre ein Qualifizierungsseminar mit 160 Unterrichtsstunden absolvieren, dessen Kosten sie selbst tragen müssen. Eine Tagesmutter, die ungenannt bleiben möchte, sagte im Gespräch mit Meine Südstadt, dass sie unangemeldete Kontrollen über das Jugendamt, wie zum Beispiel Hausbesuche, nicht als Vertrauensbeweis ansehen würde.

Die Stadt Köln teilt sich ab sofort die Zulassung und regelmäßige Überprüfung von Tagesmüttern und Tagesvätern mit den freien Trägern wie Wohlfahrtsverbänden. Nun können mehrere Stellen geeignete BewerberInnen für die Tagespflege finden, deren Eignung einschätzen und Eltern bei der Suche nach einem Betreuungsplatz behilflich sein. Dadurch, dass nun alle Tagesmütter beim Jugendamt registriert werden müssen, soll ein regelmäßiger Kontakt zu allen Tagesmüttern entstehen und das Jugendamt will sich um deren fachliche Beratung und Weiterbildung kümmern.

Das Angebot an Betreuungsplätzen für U3-Plätze in der Kindertagespflege möchte die Stadt Köln damit deutlich ausbauen und den Betreuungsschlüssel für Köln erhöhen. 2009 waren laut Statistik in Köln 376 Tagesmütter und –väter offiziell gemeldet und es wurden knapp 1000 Kinder unter drei Jahren in KITA’s oder bei einer Tagesmutter betreut.

Da für viele Frauen Familie und Berufstätigkeit kein Gegensatz mehr sind, steigt der Bedarf stetig an. Mit dem Ausbau des Betreuungsangebots für Unter-Dreijährige ist geplant, bis Mitte 2013 über 11.200 Plätze anbieten zu können, dass bedeutet 80 Prozent der dann angebotenen Plätze sollen in Kindertagesstätten, 20 Prozent in der Tagespflege bereitgestellt werden.

Von der Neuregelung ausgeschlossen sind die zahlreichen Kölner Elterninitiativen, bei denen Kleinkinder in Spielgruppen betreut werden. Diese Vereine und informell organisierten Gruppen mit sechs bis zehn Kindern und teilweise mehreren Betreuungspersonen sind seit den 70er und 80er Jahren aus der Not an Betreuungsplätzen und teilweise auf der Suche nach alternativen Erziehungskonzepten entstanden. Sie zeichnen sich durch ein hohes Maß an Elternengagement aus – Eltern kochen, putzen die Räumlichkeiten und helfen z.T. bei der Betreuung der Kinder mit. In der Südstadt gibt es ca. 10 solcher Spielgruppen. Die Kosten für die Betreuung dort müssen die Eltern auch weiterhin selbst tragen.

 

Weitere Infos:

Infoseite der Stadt zum Thema Tagespflege-Unterstützung

Satzung über die Erhebung von Elternbeiträgen zu Kindertageseinrichtungen, der Kindertagespflege und außerunterrichtlichen Angeboten der Offenen Ganztagsschulen vom 17. Dezember 2010 (pdf)

 

Text: Antje Kosubek

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