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Kultur

Berlinale-Süd #6 – Networking im Goldfischglas

Donnerstag, 13. Februar 2014 | Text: Gastbeitrag | Bild: J.C.Schillmöller

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Es riecht nach Brennpaste, als wir ankommen. Der Grund dafür schlummert zu diesem Zeitpunkt noch unsichtbar unter den silbernen Deckeln der Rechauds. Die Schilder davor aber bestätigen uns darin, dass es gut war, heute morgen nur schnell einen Kaffee zu trinken: Es gibt vegetarische Lasagne, Kartoffel-Lauch-Cremesuppe, Käse, Croissants, sechs Sorten Müsli.
 
Wir kommen nicht weiter als bis zum Rührei, da ertönt eine Stimme: „Guten Morgen, „Meine Südstadt“, Euch lese ich doch immer“. Die Stimme gehört Tilo Busch, dem Geschäftsführer von „Soundvision“ in der Teutoburger Straße. Die Firma ist einer der Sponsoren heute. Wir sind zu Gast beim Filmfrühstück des Filmbüros Nordrhein-Westfalen. Der Ort: Das „Haus der Kulturen der Welt“, in Berlin bekannt als „schwangere Auster“.
                  
Das Restaurant hat einen sensationellen Blick auf die Spree, die heute in der Sonne glitzert. Draußen ein Fähranleger, darüber ein Schild „Haltestelle Kanzleramt“. An der Tür zum Restaurant gibt jeder der Ankommenden seine grün-weiße Einladung ab. Viele werfen auch gleich ihre Visitenkarte in ein bauchiges Goldfischglas. Schließlich ist das Ganze eine Branchenveranstaltung, bei der sich Filmschaffende vom Produzenten bis zum Sounddesigner austauschen und in Kontakt kommen.

 

Südstadt meets Hauptstadt: Tilo Busch von „Sound Vision“ aus der Teutoburger Straße.

Tilo Busch zum Beispiel hofft, den philippinischen Filmemacher Khevn de la Cruz zu treffen, mit dem er in der nächsten Woche – dann wieder in Köln – an dessen neuem Film „Ruined Heart“ zusammenarbeiten wird. In den Studios in der Südstadt entsteht dann alles an Geräuschen, was nicht schon beim Dreh aufgenommen wurde oder was nachsynchronisiert werden muss.
 
An einem Stehtisch am Panoramafenster lehnt Stephan Brüggenthies. Sein Hauptberuf: Autor, Filmemacher und Komponist (er schreibt zum Beispiel „Tatort“-Drehbücher). Sein Ehrenamt: Vorstandsvorsitzender des Filmbüros Nordrhein-Westfalen. Seine Devise: Das Filmfrühstück auf der Berlinale ist – Zitat: „so ein bisschen der Rock ´n Roll des Landes im Filmbereich.“ Sprich: Hier muss keiner eine Krawatte tragen oder damit rechnen, dass plötzlich jemand aus der Staatskanzlei hinter ihm steht. Es geht vielmehr darum, dass die Kreativen aus Nordrhein-Westfalen in Ruhe über Filme und Stoffe sprechen können. Später wird Brüggenthies noch eine kurze Rede halten, bei der er der Branche eine echte Neuigkeit verkündet.
 
Erst einmal aber gibt es Frühstück. Um halb zwölf sind alle zweiundzwanzig Vierertische belegt, und wir sehen bekannte Gesichter der vergangenen Blog-Tage wieder: Matthias Hornschuh, der Filmkomponist von „Soundtrack Cologne“. Maria Titova, die ihr Projekt über Waisenkinder in Kirgistan vorgestellt hat. Und die Drehbuchautorin Susanne Finken. Sie winkt uns zu sich an den Tisch. Sie kennt viele Gesichter hier und erzählt zwischen Kaffee und Käsebrötchen, dass der Film „Die geliebten Schwestern“, der uns gestern so begeistert hat, bei manchen Kritikern gar nicht so gut ankommt.
 
Zwei Tassen Kaffee später. „Bis in Köln dann“, höre ich jemanden sagen, der sich gerade von Erik Winker verabschiedet. Der nickt: „Man kann hier schon seine Wurzeln wiederfinden.“ Winker ist nicht nur Produzent, sondern auch Vorstandsmitglied des Filmbüros NRW. Genau wie Melanie Andernach (gleicher Beruf, gleiche Funktion, andere Firma) weiß er bereits, was Stephan Brüggenthies gleich verkünden wird.

 


Die Kölner Produzenten Melanie Andernach und Erik Winker, beide im Vorstand des Filmbüros.
 
Der Chef des Filmbüros postiert sich gerade auf der Treppe zur Empore. Nach Begrüßung und Danksagung wird es politisch. Es geht um die Verteilung von Fördergeldern, künftig nach einem anderen Schlüssel. Brüggenthies kündigt an, dass die Förderung von Abschlussfilmen aus der kulturellen Filmförderung ausgegliedert wird. Dadurch werden für die kulturelle Filmförderung pro Jahr rund 300.000 Euro zusätzlich frei. Lächeln vom Vorstand, Applaus von den Anwesenden.
 
Mittlerweile werden Stühle geschoben, mal drängen sich mal fünf, mal acht Filmschaffende um einen Vierertisch. Das Networking scheint zu funktionieren. Wir überlassen die Branche ihrem fachlichen Speed-Dating und gehen – diesmal in die andere Richtung – am Goldfischglas vorbei, das sich inzwischen weiter gefüllt hat.
 
Nächste Station: Alexanderplatz, Cubix-Kino. Auf uns wartet ein weiterer französischer Film: „Arrête ou je continue“, was in etwa bedeutet „Hör´ auf, oder ich mache weiter“. Es wird wenig gesprochen zwischen Pierre (Mathieu Amalric) und seiner Frau Pomme, grandios gespielt von Emanuelle Devos. Dafür wird viel zwischen den Zeilen gehört und vor allem missverstanden. Das Paar lebt mehr neben- als miteinander, bis Pomme bei einer Wanderung einfach stehen bleibt und beschließt, im Wald zurückzubleiben. Pierre wundert sich, wartet – und sucht schließlich doch nach ihr. Skurriler Plot, spannend erzählt.
 
Abends haben wir „filmfrei“ und schnippeln uns Chinesisches in die Pfanne. Thematisch werden wir daran morgen anknüpfen: „Bai Ri Yan Huo“ heißt der Krimi, und er kommt – aus China.

Die Autorin Kathrin Baumhöfer wohnt in der Südstadt, hat aber immer noch einen Koffer in Berlin, wo sie mehrere Jahre gelebt und gearbeitet hat. Studium der Medizinischen Biologie in Amsterdam, mittlerweile beim Hörfunk, und schon immer mit einem Faible für das geschriebene und gesprochene Wort.
 

 

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Text: Gastbeitrag

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