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Lükes Liebes Leben

Bindet sie! – Lükes liebes Leben

Dienstag, 24. Oktober 2017 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

So wie es derzeit aussieht, wird es wohl auch in der kommenden Saison keine Spiele des FC gegen Düsseldorf geben. Aber vielleicht innerstädtische kölsche Derbys gegen Fortuna. Hatten wir doch lange nicht mehr. Aber ich muss jetzt nochmal grundsätzlich über Fußball reden. Genauer gesagt über die Hand am Ball. Als ich noch selbst vereinsmäßig hinter dem Ball herlief, war die Sache eigentlich klar. Ging bei einem Feldspieler die Hand vorsätzlich zum Spielgerät, wurde gepfiffen. War keine Absicht zu erkennen, was auch gern „angeschossene Hand“ hieß, blieb die Pfeife stumm.

Keine Robben
Doch inzwischen vergeht kein Spieltag, an dem es nicht zu erbitterten Diskussionen um ein Handspiel kommt. Dabei hat sich an den Regeln im Prinzip nix geändert. Das Durcheinander ging erst los, als die FIFA den Schwarzkitteln vor ein paar Jahren mit ein paar hilfreichen Erläuterungen die Arbeit erleichtern wollte. Und die enthalten noch immer so rätselhafte Begrifflichkeiten wie „Vergrößerung der Körperfläche“ und „unnatürliche Handbewegung“. Wie man mit doch wohl zum Körper gehörenden Armen und Händen dessen Fläche vergrößern soll, erscheint mir schon rein physikalisch rätselhat. Aber meistens liegt’s eh an den „unnatürlichen Handbewegungen“.

Die meisten Handspiele unterlaufen nicht im Stehen sondern in der Bewegung und dabei liegen die Hände nunmal nicht an der Hosennaht. Und bekommt ein Kicker im vollen Lauf den Ball an die Hand, sollen die Schwarzkittel entscheiden, ob der sich nun „natürlich“ bewegt hat oder nicht. In der Praxis sagen dann die einen so die anderen so. Da hilft auch kein Videobeweis. Was Spieler wie Fans erzürnt. So hat Schalkes Ballfänger Ralf Fährmann nach einem strittigen Hand-Elfer gegen seine Truppe festgestellt: „Wir sind doch Menschen und haben Arme, wir können doch nicht wie eine Robbe da reinrutschen“. Und irgendein Verteidiger klagte mal: „Ich kann mir doch nicht die  Arme auf den Rücken tackern!“

Alternative: Eier kraulen
Ja, warum eigentlich nicht? Müssten ja nicht gleich Metallklammern sein. Aber warum nicht Kickern vorm Anstoß die Hände mittels nicht scheuernder Kabelbinder auf dem Rücken fixieren? Nun gut, die Bewegungsabläufe bei Sprints und Kopfbällen wären auch für uns Zuschauer eine Zeit lang gewöhungsbedürftig, aber das Problem wäre damit immerhin gelöst. Der Straftatbestand Handspiel wäre ein für allemal passé. Jegliche Behrührung des Spielgerätes mit diesem Körperteil müsste automatisch als nicht vorsätzlich gewertet werden und wäre damit auch nicht mehr sanktionsfähig.

Klar, ein paar Ausnahmen erscheinen sinnvoll. Die Spielführer sollten den Wimpeltausch vor Anpfiff noch per Hand erledigen können, und Torhüter dürften auch weiterhin ihre Finger im Spiel haben. Einwürfe hingegen braucht doch kein Mensch. Gibt´s eben Freistöße von der Seitenauslinie. Und dieses Shake-Hands der Trainer mit gerade Ausgewechselten ist doch ohnehin verlogenes Schmierentheater. Sollen sie den Kickern künftig halt einen aufmunternden Klaps auf den Po geben oder ihnen freundschaftlich die Eier kraulen. Was vergessen? Ach so, den Sackschutz, für den Mauersteher bei Freistößen gern ihr Gemächt mit den Händen bedecken. Sollen sie halt ein Suspensorium tragen. Eishockeyspieler können damit schließlich auch laufen. Ich werd‘ meine Vorschäge mal der FIFA zukommen lassen.

Die graue Birgit
Ich weiß jetzt nicht, ob irgendwem da draußen der Name Birgit Schrowange was sagt. Vermutlich aber doch. Schließlich werden in der Facebook-Gruppe von „Meine Südstadt“ ja mitunter auch Karten für Helene Fischer, Björn Heuser oder die Oktoberfest-Sause am Südstadion gehandelt. Und zumindest diese Zeitgenossen dürften auch Birgit Schrowange kennen. Jedenfalls vom Fernsehen. Für alle anderen in Kürze: Die gebürtige Sauerländerin (Brilon!) war einst, als es sowas noch gab, Ansagerin beim ZDF, bevor sie 1994 zu RTL wechselte, wo sie seitdem jede Woche das so belanglose wie sinnfreie Magazin „Extra“ weglächelt. Womit unsere Birgit, Jahrgang 1958, fraglos zu den TV-Dinos gehört. Vor ein paar Wochen geschah nun Sensationelles. Da zelebrierte die Dame vor laufender Kamera ihr Coming Out als Grauhaarige. Von RTL wurde dieses Bekenntnis zum Zahn der Zeit inszeniert, als hätte der FC die Champions-League gewonnen und die Boulevardpresse machte auch schön mit.

Feministischer Befreiungsschlag
Alle fanden den Schritt ins Graue irre mutig, jubelten, die Birgit sehe mit den neuen alten Haaren doch total super aus und feierten den Akt als feministischen Befreiungsschlag. Wobei ich jetzt nicht genau weiß, was die Zentralorgane Brigitte und Emma dazu getextet haben. Dabei hat sich Frau Schrowange für die Sendung -und vermutlich auch zum Einkaufen- ein Jahr lang eine dunkelhaarige Perücke übergezogen, damit das gefärbte Echthaar unbemerkt rauswachsen konnte. Und wahrscheinlich hat sie sich für ihr Comig Out zuvor auch noch die Genehmigung ihres Senders eingeholt, dessen Zielgruppe sie mit fast 60 längst entwachsen ist. Ich bin ja jetzt nicht der Gender-Experte, aber Peter Kloeppel, seit 1992  der Nachrichten-Onkel von RTL, durfte jedenfalls einfach über die Jahrzehnte vor laufender Kamera ergrauen. Vor ein paar Tagen hat Frau Schrowange jetzt nochmal nachgelegt. Weil es doch wahrhaftig Menschen geben soll, die ihre graue Mähne für gefärbt und einen PR-Gag halten, hat sie ein älteres, total intimes Foto von sich mit grauem Haaransatz gepostet. Jetzt hab‘ auch ich sie wirklich lieb, die Birgit.

Kochen mit Handy und Aldi
Und gleich geh‘ ich zu ALDI und schaue mir die „Küchenmaschine mit WLAN-Funktion“ an, die da in dieser Woche für 229,- Euro zu haben ist. Laut Prospekt kann das Gerät „Mixen+Kochen“, „Schlagen+Wiegen“, „Hacken+Pürieren“ und „Rühren+Kneten“. Okay, solche Küchenhelfer für Menschen, die das Kochen in ihrer Küche gern Automaten überlassen, sind schon länger am Markt. Aber mit WLAN-Funktion? Ich könnte also Zutaten einfüllen, in Urlaub fahren und mir am Pool per Smartphone daheim ein Essen zubereiten lassen. Nur so zum Spaß. Dolle Sache! Macht aber wahrscheinlich keiner.

Doch wie sieht denn die Zielgruppe für diesen Geniestreich aus? Berufstätige Eltern, die ihren Kindern nach der Schule gern eine gesunde, frische Mahlzeit zubereiten möchten und das jetzt vom Arbeitsplatz aus können? Oder doch eher Singles, die auf der Heimfahrt vom Job schonmal per Handy die Maschine anwerfen und hoffen, dass sie nicht in einen Stau kommen, bzw. die Bahn auch pünktlich ist? Vielleicht halte ich mich gleich bei Aldi mal länger im Kassenbereich auf und warte, bis ein Mensch so einen Automaten ersteht. Und den frag‘ ich dann freundlich, welche Steigerung seiner Lebensqualität er sich von dem Kauf eigentlich verspricht.

Text: Reinhard Lüke

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