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Bleibt Schlecker der Südstadt erhalten?

Montag, 13. Februar 2012 | Text: Benedikt Schleder | Bild: Dirk Gebhardt

Geschätzte Lesezeit: eine Minute

Seit Ende Januar ist die Insolvenz der Drogeriediscounterkette Schlecker Deutschland in aller Munde. Was bedeutet der Konkurs für die drei Schlecker-Filialen in der Südstadt und ihre Mitarbeiter?
Gegenüber „Meine Südstadt“ berichteten Schlecker-Mitarbeiter der Filialen Bonner bzw. Merowingerstraße von ersten Lieferengpässen bereits Ende 2011, jedoch ging man in den Filialen zunächst von Lieferschwierigkeiten der Hersteller aus. Eine Mitarbeiterin blickt zurück: „Damals haben wir nicht an eine Insolvenz des Konzerns gedacht. Die Läden in der Südstadt liefen bis dato gut“.
 
Mit dem Bekanntwerden der Insolvenz von „Anton Schlecker e.K.“ nahm Wirtschaftsprüfer Arndt Geiwitz die Arbeit in der Firmenzentrale im schwäbischen Ehingen auf. Geiwitz äußerte sich zuversichtlich, das Unternehmen und somit einen großen Teil des Filialnetzes und der Arbeitsplätze kurzfristig zu sichern. Ein Presseagent des Schlecker-Konzerns ließ gegenüber „Meine Südstadt“ verlauten: „Als erstes musste Arndt Geiwitz das Vertrauen der Lieferanten wie Procter & Gamble, Beiersdorf, Unilever sowie das der kompletten Henkel-Gruppe wiederherstellen. Mit der vorläufigen Einigung zwischen Herstellern und Insolvenzverwalter läuft die vollständige Belieferung der Filialen wieder an, so dass der Geschäftsbetrieb nicht beeinträchtigt wird.“
 
Bei der Belieferung von insolventen Unternehmen wird oftmals das Konzept der „zeitversetzten Zahlung“ angewendet: Wie aktuell bei Schlecker, tätigen Lieferanten und Hersteller eine Vorfinanzierung und vertrauen auf die zeitnahe Begleichung der Forderungen. Für den „worst case“ sichert sich das Zuliefererunternehmen mit einer Einnahmeausfallversicherung ab.
 
Wie sicher sind die Arbeitsplätze der Angestellten während der Insolvenz?
Ein Sprecher sichert zu: „Durch das Insolvenzausfallgeld ist die Zahlung der Mitarbeitergehälter im Sinne der Tarifverträge fortlaufend gewährleistet“. Auf Nachfrage in den Südstadt-Schlecker-Märkten wurde die pünkltiche Bezahlung zum Monatswechsel von den Mitarbeiterinnen bestätigt.

 

In den vergangenen Jahren war der Schlecker-Konzern wiederholt in die Kritik von Gewerkschaften und Medien geraten, da Mitarbeiter offenbar systematisch kontrolliert und nicht nach geltenden Tarifverträgen bezahlt wurden. Heute loben Schlecker-Mitarbeiterinnen aus der Südstadt das Engagement des Konzerns angesichts der aktuellen Lage: „Wir werden bei konzernrelevanten Neuigkeiten sofort per Faxnachricht informiert und sehr frühzeitig in Kenntnis gesetzt. Darüber hinaus wurde uns für interessierte Kunden eine Infotelefonnummer übermittelt, um spezielle Fragestellungen zur Insolvenz zu klären.“
In den kommenden Tagen sollen alle Schlecker-Filialen mit Aushängen und Plakaten ausgestattet werden, auf denen Kunden nähere Informationen zur Insolvenz finden. Schleckers PR-Agentur „komm.passion“ schloss eine Schließung der Südstadt-Schleckerfilialen auf der Bonner, Merowinger und Goltsteinstraße in Bayenthal im Rahmen des Insolvenzverfahrens auf Anfrage von „Meine Südstadt“ aus.
 
Zurzeit beschäftigt sich Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz unter anderem mit der Investorensuche für die insolvente „Anton Schlecker e. K.“. Ergebnisse sind erst nach Karneval zu erwarten, hieß es von der Schlecker-Presseagentur. Es scheint, dass die Schlecker-Märkte der Südstadt vorerst erhalten bleiben.
 

Text: Benedikt Schleder

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