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Gesellschaft

Das „Quer“ rehabilitieren!

Freitag, 12. November 2021 | Text: Judith Levold | Bild: Oliver Köhler

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Nein, ein Wohnzimmerkonzert wie das von Kasalla ist es nicht, das die 12 Jungs und ein Mädchen an diesem Novemberfreitag den 12. spielen: In der Lanxess-Arena schlagen sie vielmehr zum größten Konzert ihrer Karriere auf.

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Die 13köpfige Brasscombo, entstanden aus einer Bonner Schülerband hat ihr „Bandhome“, also Proben-, Produktions- und Chill-Räume, hier bei uns im Veedel. Dort habe ich Jojo Berger, Sänger und Gitarrist der Kapelle, und ein paar seiner BandkollegInnen getroffen, gerade als die Band beschlossen hatte, ihre ursprünglich ab Ende September geplante Tour abzusagen – „Zu kompliziert, überall unterschiedliche Corona-Regeln, das ist nicht leistbar“ so Jojo Berger. In jedem Bundesland und in Österreich und der Schweiz, überall seien die Bedingungen unterschiedlich, das erfordere einen Wahnsinns Aufwand und so habe man nochmal verschoben.

Lager, Spielbude, Probenraum und Studio – das Zuhause von Querbeat, die ihre Songs auch selbst mitproduzieren


Jojo Berger in einem der bandeigenen Tonstudios

Obwohl die Band natürlich nach der langen Live-Pause voll Bock hat, vor allem auch mit den neuen Songs des neuen Albums „Radikal positiv“. Jetzt also die Lanxess Arena. Die Veranstaltung steigt unter den derzeit zunehmenden üblich werdenden 2G-Bedingungen, sprich nur Genesene und voll Geimpfte dürfen ´rein. Radikal positiv ist die Botschaft der Band, deren Performance vom Live-Act lebt, die Leute anmachen, in Bewegung bringen will – denn das schafft der Sound der Band zu gut, eine Feier-und Tanz-Kapelle sind Querbeat, ganz klar. Musik mit „Kontaktbefehl“, so Jojo, und weiter: „Wir wollten mit dem Album auch das „Quer“ rehabilitieren, denn das hat uns schon gefuchst, dass dieser Teil unseres Namens in letzter Zeit so von der Querdenkerszene genutzt wurde.“ erzählt er mir draußen im Hof des „Bandhomes“. Und so haben Querbeat T-Shirts gebrandet mit „Make Q sexy again“ und sich für eine Haltung entschieden, ob beim Feiern, beim Musikmachen, bei politischen Aktionen: Radikal positiv, „Denn wenn Du radikal positiv bist, tief in Dir drin, bist Du kein bösartiger Mensch“ ist Jojo überzeugt.

Joho Berger, im Hof der Querbeat-Zentrale


Querbeat – Quer am Baum

Ihre Texte wollen zeigen – es ist positiv, wenn Du radikal im Sinne von „zu Deiner Wurzel gehend“ bist, so Jojo. „Hör auf mit dem Aufhören, setz einen drauf“ heißt es im ersten Song des neuen Albums und insgesamt stemmt sich das Album gegen Resignation und Frust und fordert dazu auf, sich aufzuraffen, wie früher – wo alles besser wird, auf die richtigen Leute komme es halt an, wie es in WOISWASLOS heißt.

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Musikalisch wirkt das Album beim ersten Reinhören wie ein sehr Synthi-lastiges, doch das „ist Brass, der sich wie Synthie anhört“ sagt Jojo, „Wir machen halt experimentelle Blasmusik“. Und jetzt hatten sie genug Zeit, um noch mehr auszuprobieren, haben u.a. mit Effektgeräten und einer Talk Box gearbeitet, HipHop und Techno-Elemente eingearbeitet. Wie immer, versuchen Querbeat die „Leute zu begeistern, aber nicht Songs für Leute passend zu machen“ so Sänger Jojo.

Schriftzug mit Liedzeile aus „Früher wird alles besser“ – im Band Lager, wo sich Querbeat auch einen Basketballkorb gönnen und gerne miteinander rumhängen. Und arbeiten, natürlich.

Ein Album, das mitreißt und dessen Texte man zweimal hören muss, was man sich leicht gönnen kann, denn der Sound ist einfach Querbeat. Und: Endlich, eine Platte mit Booklet, so wie früher, denn klar: Früher wird alles besser!

Text: Judith Levold

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