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Kultur

Die Nacht ist da, dass was passiert

Mittwoch, 1. Mai 2019 | Text: Nora Koldehoff | Bild: Thekla Ehling/Uwe Kalkowski

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Lange Nächte gibt es in Köln für verschiedenste Interessen: Die lange Nacht der Museen, der Kirchen, der Technik, der Theater und sogar des Yogas haben sich inzwischen etabliert. Was fehlte, war eine lange Nacht der heimischen Literaturszene. Dem wird nun abgeholfen: Am 4. Mai wird die erste „Kölner Literaturnacht“ stattfinden.

Ute Wegmann ist Literaturkritikerin, erfolgreiche Autorin von Kinder- und Jugendbüchern, lebt in der Südstadt – und erzählt Meine Südstadt von dem neuen Projekt, das sie mit auf den Weg gebracht hat.

Meine Südstadt: Wer steckt hinter der Kölner Literaturnacht, wer ist Veranstalter?
Ute Wegmann: Ein Verein. Wir sind ganz viele: Autorinnen und Autoren, Übersetzer*innen, Buchhändler*innen – alle möglichen Menschen, die im engen oder weiteren Sinne mit Literatur in Köln zur tun haben. Den Verein gibt es erst seit 2018: „Literaturszene Köln e.V.“.

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Gegründet hat er sich vor allem, weil wir einen Träger für unseren Schreibraum brauchten. Den gibt es als Ort zum Arbeiten, aber auch für Vernetzung und Treffen schon seit 2017. Damals half uns bei den ersten Schritten und Kontakten Bettina Fischer vom Literaturhaus. Weil man dort aber nicht die Kapazität hatte, den Raum auch zu betreiben, hat sich der neue Verein gegründet. Wir haben festgestellt, dass die Kölner Literatur in der Stadt öffentlich zu wenig präsent ist – und auch untereinander nicht so gut vernetzt wie andere Sparten. Das wollten wir ändern. Und weil wir als Verein auch Veranstaltungen durchführen wollen, war die Idee der Literaturnacht schnell auf dem Tisch. Geht ja eigentlich gar nicht, dass es sowas hier noch nicht gibt.

Gab es Nachfragen, in welchem Zusammenhang – oder welcher Abgrenzung Ihr zur lit.COLOGNE steht?
Ja, sehr oft. Es gab überhaupt keinen Konkurrenz-Gedanken. Die lit.COLOGNE ist eine ganz andere Veranstaltung mit einem völlig anderen Konzept. Uns geht es darum, die literarische Szene Kölns transparenter zu machen.

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Wieviele Personen waren an der Organisation der Literaturnacht beteiligt?
Der Hauptkern besteht wohl aus etwa sechs Personen, im weiteren etwa zwölf bis vierzehn– inklusive einer extra dafür engagierten Projektleiterin. Wir Vereinsmitglieder haben zwar Veranstaltungserfahrung, aber eine solche Lange Nacht machen wir ja alle zum ersten Mal, und alle auf Ehrenamtsbasis, neben unseren anderen Tätigkeiten.. Von den Organisatoren der Theater- und Musiknacht haben wir wertvolle Tipps bekommen, aber Vieles musste auch ganz neu überlegt und entschieden werden, auch die Gestaltung des Programmheftes

Das war schon spannend: viele kreative Köpfe mit vielen Ideen – und alle reden mit und alle haben eigene Vorstellungen… Wir mussten überlegen, was für ein Gesamtkonzept wir haben wollen, was unsere Kriterien für die Teilnehmenden sind, wie wir die Kommunikation gestalten, entscheiden, wie vielen wir zusagen können, wie wir die Vielfalt bei der Veranstaltung abbilden können. Das musste alles in der Gruppe diskutiert werden. Aber das Tolle ist, dass wir so viel Konsens hatten und so viel bewegt haben, in recht kurzer Zeit. Da ist eine wirklich sehr schöne, konstruktive Zusammenarbeit entstanden.

Foto: Thekla Ehling

Wie seid Ihr mit den Teilnehmenden in Kontakt gekommen?
Wir haben – hoffentlich – alle Kölner Autorinnen und Autoren und Literaturschaffenden angeschrieben und aufgefordert, uns Vorschläge zu schicken, möglichst direkt verbunden mit einem Ort und einem Konzept zum Abend. Es haben sich aber auch Autor*innen beworben, die noch keinen Ort hatten – auch mögliche Veranstaltungsorte ohne Autor*in. Den Buchhandel hatten wir per se im Boot. Dann haben sich auch einige initiativ beworben, Kollektive zum Beispiel, auch viele junge Leute. Und wir haben Musik dabei: Die Band Erdmöbel. Lyrics gehören ja schließlich mit zur Literatur und ich habe mich gefreut, dass sie zugesagt haben.

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Musstet Ihr Bewerber ablehnen?
Ja, leider. Wir hatten sehr viel mehr Bewerber, als wir annehmen konnten.

Was waren dafür ausschlaggebende Kriterien?
Das jeweilige Konzept musste überzeugen. Dann wollten wir eine möglichst ausgewogene Vielfalt haben. Und ein Kriterium war, dass die Veranstaltungen über die ganze Stadt verteilt sind, auch zum Beispiel in den rechtsrheinischen Vierteln. Wir haben darauf geachtet, dass in erreichbarer Nähe mehrere weitere Veranstaltungen platziert sind.

Was kann man schon mal vorab vom Programm verraten?
Schwierig, bei so einem vielfältigen Programm etwas Bestimmtes herauszuheben… Was ich persönlich sehr schön finde ist, dass auch Illustratoren mit Comics und junge Kollektive dabei sind, und die beiden Hochschulen KHM und die Universität zu Köln, Dozierende und Studierende, die die neuen Studiengänge zum Kreativen Schreiben vorstellen. Uns war auch wichtig, dass wir an die erinnern, die in Köln große Literatur verankert haben: Irmgard Keun, Heinrich Böll, Hans Bender und Dieter Wellershoff zum Beispiel. Eine Berufsgruppe, deren Arbeit immer viel zu wenig geachtet wird, sind die Übersetzer*innen. Sie sind auch vertreten und werden von ihren Arbeitsprozessen erzählen und auch lesen. Eigentlich ist aber das am stärksten Hervorzuhebende die Vielfalt. Alle Genres werden vertreten sein, und für alle literarischen Interessen jeder Altersgruppe wird etwas dabei sein.

Und die Nacht beginnt mitten am Tag?
Genau: Mit einem Kinder- und Familien-Programm. Insgesamt zieht es sich dann bis 24 Uhr. Vieles läuft natürlich parallel, so dass man sich zwangsläufig entscheiden muss. Einige Veranstaltungen werden aber auch wiederholt. Und an jedem Ort gibt es für Kurzentschlossene auch eine Abendkasse. Ansonsten kostet das Ticket im Vorverkauf  21 Euro und wenn man den Tag gut plant, kann man ab nachmittags bis in die Nacht vier bis fünf Veranstaltungen erleben.

Die Gründungsmitglieder des Vereins „Literaturszene Köln e.V.“ / Foto: Uwe Kalkowski

Die erste Kölner Literaturnacht beginnt am 4.Mai 2019 um 16 Uhr. Die Veranstaltungsorte sind in der ganzen Stadt verteilt.
Es lesen unter anderem Mariana Leky, Navid Kermani, Julia Trompeter, Husch Josten, Ferdinand Lutz, Frank Schätzing und Andrea Karimé. Mehr Informationen zum Programm gibt es hier.

Text: Nora Koldehoff

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