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Kolumne

Drahtesel, Straßenidioten und der Wunsch nach Politessen

Mittwoch, 28. Juli 2010 | Text: be süd

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Ich bin mit meinem Sommergefährt, einem alten Rad, unterwegs. Der Wind bläst mir durch die Haare und ermöglicht eine kurze Abkühlung. Mit einem Lächeln im Gesicht schwebe ich durch die Südstadt. Es gibt keine bessere Bewegungsmöglichkeit im Sommer. Ich fühle mich frei. Ich biege glücklich summend in die Darmstädter Straße ein und dann das!

Ich bin mit meinem Sommergefährt, einem alten Rad, unterwegs. Der Wind bläst mir durch die Haare und ermöglicht eine kurze Abkühlung. Mit einem Lächeln im Gesicht schwebe ich durch die Südstadt. Es gibt keine bessere Bewegungsmöglichkeit im Sommer. Ich fühle mich frei. Ich biege glücklich summend in die Darmstädter Straße ein und dann das!

Ein erwachsener Mann fährt mit seinem Moped, einem blöden Grinsen und vermutlich einem Hirn, so groß wie eine Erbse, zu meinem Erstaunen, schnurstracks direkt in meine Richtung! In der letzten Sekunde weicht er aus und fährt an mir vorbei in den Kreisverkehr Richtung Teutoburger Straße. Keine Entschuldigung, nichts. Da bleibe ich geschockt stehen. Eine Dame, die an der Bushaltestelle wartet, schreit mir entgegen: „Schreiben Sie sein Kennzeichen auf und zeigen ihn an!“ Wir schauen uns an und sind nur noch empört. Schade, in meiner Verwirrung merke ich mir nur, dass er ein Kölner Kennzeichen hat. Erstaunt über seine egoistische, blöde, andere Leute in Gefahr bringende Aktion, überlege ich, was wäre passiert, wenn ein Kind an meiner Stelle gewesen wäre?

War das eine Ausnahme? Sicherlich, oder? Haben wir doch mehr Straßenidioten als vermutet in der Südstadt? Und überhaupt, was passiert mit Menschen, nachdem sie ihren Führerschein erworben haben? Ist es so, wie in der Schule? Man lernt für die Prüfungen, und nachdem sie bestanden sind, vergessen wir alles?

Am gleichen Tag, ein paar Meter weiter, lauert erneut Gefahr. Seit wann ist die Alteburgerstraße eine Einbahnstraße? Lang genug, um sich daran gewöhnt zu haben. Ich fahre mir nichts dir nichts auf der Alteburgerstraße Richtung Oberländerwall und möchte links in die Eburonenstraße einbiegen. So weit, so gut.Und dann? Ja, und dann kommt mir ein Auto aus der Eburonenstraße entgegen und biegt rechts (also falsch) auf die Alteburgerstraße ein. Ein kurzes Ausweichmanöver. Da dem Insassen bewusst ist, dass er falsch fährt, will er so schnell wie möglich in die Veledastraße – ohne Rücksicht auf Verluste. Was soll das denn? Heute scheint Südstadt-Straßen-Idioten-Tag zu sein.

Ich brauche keine Zeichen mehr! Ich lasse mein Fahrrad stehen, nehme mir das Auto und fahre los. Jetzt bin ich sicherer unterwegs. Von wegen. Ich fahre die Siegfriedstraße in Richtung Alteburger. Aus der Veledastraße (Flutschgasse) kommt mir ein riesiges schwarzes Auto, ein richtiges Monstercar mit einem Monsteridioten als Fahrer. „HALT!“, schreie ich den Mann an und frage ihn, was das sollte? Er guckt mich mit einem idiotischen Grinsen an. Ich frage ihn, in welchem Kiosk er sein Führerschein gekauft hat und sage ihm, er solle sich schämen, andere Menschen so in Gefahr zu bringen. Ob es ihm bewusst sei, dass er als Vorbild dient und durch sein rücksichtsloses Verhalten, schon in seinem Sohn die nächste Generation der Straßenidioten fördert? Er kann nicht anders, er sagt nichts…..und mir fällt nichts mehr ein.

Ich parke das Auto und mache mich zu Fuß auf den Weg. In dem Glauben, sie können das schon erahnen, ich wäre dann sicherer. Ich laufe durch die schöne Allee auf der Rolandstraße in Richtung Lutherkirche. An der Ecke Merowinger-/Rolandstraße gibt es erstens zwei Schulen in der Nähe (das muss gesagt werden) und zweitens einen Zebra-Streifen.

Wenn Sie einen Zebra-Streifen sehen, was machen Sie? Gehen sie einfach drüber, in dem Glaube, sie hätten Vorfahrt (Vorlauf) wie auch immer, Das Gesetz besagt zwar, dass die Fußgänger Vorfahrt haben, doch das tun sie nicht. Manche Fahrer scheinen die Zebra-Streifen nicht als Teil der Straßenverkehrsordnung anzusehen , sondern als Vorschlag. Das heißt, sie glauben, sie könnten entscheiden, ob sie stoppen, um den Fußgänger vorbeigehen zu lassen oder nicht. Die schwarzen Schafe unter Ihnen entscheiden sich dagegen. Also Fußgänger aufgepasst! In den Augen der Autofahrer sind schließlich die Fußgänger schuld, wenn sie sich überfahren lassen!

Was ist eigentlich auf unseren Straßen los? Hat das mit der Gesellschaft zu tun? Hat das mit diesem „Ich“ und nur „Ich“-Denken zu tun? Wieso glauben die einen, ihre Bedürfnisse seien wichtiger als das Gemeinwohl? Ich habe immer gedacht, diese Rücksichtslosigkeit würde in anderen Stadtvierteln stattfinden, nicht aber in unserer, ach so „wohl Situierten“, „sozialen“, „alternativen“, „Grün wählenden“ Südstadt… Falsch gedacht?

Zum Schluss gehe ich in den Park. Hier gibt es keine Straßen, keine Autos – doch da ertönt unverhofft aber schon wieder, das altbekannte Geräusch eines Mopeds hinter mir. Seelenruhig fährt er an mir, den spielenden Kindern, den Hunden vorbei, um zur Claudiusstraße zu gelangen. In diesem Augenblick wünsche ich mir die Politessen herbei. Aber wie so oft, wenn man sie braucht, sind sie nirgends zu finden!

Text: be süd

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