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Lükes Liebes Leben

Erzeuger hoch, Verbraucher runter

Montag, 13. Mai 2019 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Die Severinstraße macht sich. Rein optisch. Zwar gibt’s da immer noch reichlich Leerstand, aber auch ein neues visuelles Highlight. Der Thai-Imbiss auf der Höhe vom Kodi, der früher mit einer giftgrünen Fassade Hungrige zu locken versuchte, hat umdekoriert. Nun schmücken die Hauswand irgendwelche Bambusgeflechte und davor baumeln zwei Leuchten (oder was immer das sein soll) aus demselben Material. Ein Hauch von China-Town im Süden. Soll wohl authentisches Asia-Feeling vermitteln. Möge der Coup gelingen, aber grundsätzlich finde ich das ästhetische Konzept doch eher bedenklich. Wenn jetzt alle Kneipen, die bayrisches Weizenbier im Ausschank haben, anfingen, ihre Außenfassade im Almhütten-Look zu gestalten, der Inder ein paar Elefanten auf den Gehweg stellen würde oder alle Italiener mit Plastikreben an der Tür auf Toscana machten, fänd´ ich das nur mäßig begrüßenswert

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Sinnfrei plakatiert

Aber wir haben ja derzeit Dringlicheres zu entscheiden. Noch zwei Wochen bis zur Europawahl!. Und auch danach werden die unzähligen, sinnfreien Plakate der Parteien mit ihren austauschbaren Slogans und Strahle-Gesichtern noch eine Zeit lang die Stadt zumüllen. Habe auf meinen Gängen durch die Südstadt mal eine kleine Auswahl an Parolen gesammelt. „Ein Europa der Demokratie. Nicht der Bevormundung“ (CDU), „Zukunft durch Leistung“ (FDP), „Kommt der Mut, geht der Hass“ (Grüne) „Miteinander“ (SPD), „Für ein Europa der Freiheit“ (AfD). Irgendwas dabei, das jede andere Partei nicht auch unterschreiben würde? Dabei wissen eigentlich alle Beteiligten, dass dieser ganze Schwachsinn nichts bringt, kein Mensch irgendwo sein Kreuzchen macht, weil ihn so ein Plakat schwer beeindruckt hat.

Marx und Massentierhaltung?

Obwohl. Eine Ausnahme hab´ ich unter all den Pappen und Sprüchen entdeckt: „Erzeugerpreise hoch, Verbraucherpreise runter“ (MLPD). Das nenn´ ich endlich mal ein klares Konzept. Die Bauern kriegen mehr Geld und wir zahlen für Käse, Fleisch und Haferflocken trotzdem weniger. Dolle Sache. Okay, da müsste man vielleicht nochmal nachfragen, wie das genau funktionieren soll. Kim Jong-un könnte sowas einfach anordnen, aber in Europa dürfte sich das etwas schwieriger gestalten. Oder sollten sich unsere Marxisten/Leninisten am Ende für den Ausbau der Massentierhaltung stark machen wollen? Würde ich mich dann als Endverbraucher über ein Kilo Hack für zwei Euro freuen? Kaum. Denn eigentlich ist doch unter allen halbwegs Aufgeweckten Konsens, dass Lebensmittel hierzulande ohnehin schon viel zu billig sind. Womöglich sollen aber auch REWE, Edeka und Aldi ermuntert werden, ihre Produkte zum Einkaufspreis abzugeben. Aber wie ermuntert man die? Bei Weigerung enteignen, der Staat übernimmt und der Laden läuft? Muss dringend mal wieder meine drei Bände „Das Kapital“ aus dem Keller holen.

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Varoufakis im Dirndl

Da ich diesmal am Wahltag verhindert bin, hab´ ich mir die Briefwahlunterlagen kommen lassen. Der Stimmzettel genannte Lappen ist stolze 92 Zentimeter lang, listet 40 Parteien und jeweils bis zu zehn Kandidaten auf. Wollte man sich das alles in der Wahlkabine durchlesen, dürfte jeder Urnengang locker rund zehn Minuten in Anspruch nehmen und zu entsprechenden Staus führen. Aber ich habe ja jetzt Zeit, mich ausgiebig zu informieren. Und da stößt man auf durchaus Überraschendes. So hätte ich beispielsweise jetzt nicht gedacht, dass ich auf meinem deutschen Wahlzettel mal Ioannis Varoufakis finden würde. Jenen smarten Wirtschaftsprofessor und Motorradfahrer, der zu Hochzeiten der griechischen Krise den Finanzminister gab nun nicht zuletzt durch seinen Stinkefinger gegen Deutschland berühmt wurde. Jetzt steht er, mit angeblichem Wohnort Berlin, als Spitzenkandidat für die Partei „Demokratie in Europa (DIEM25)“ auf meinem Schein. Und wieso tritt die „Bayernpartei“ in Gesamtdeutschland an? Was wollen die? Ganzjähriges Oktoberfest mit Dirndl- und Lederhosen-Zwang für alle? Und was soll der Zusatz im Parteinamen von „TIERSCHUTZ hier!“? Geht denen das Tierwohl anderenorts am Arsch vorbei? Aber ich habe ja noch zwei anderen Truppen auf meinem Zettel, die sich in erster Linie dem Tierschutz verschrieben haben. Was die zu Bildung, Wirtschaft, Verkehr und Nato sagen? Keine Ahnung. Man müsste sich all die Parteiprogramme durchlesen. Auch die von „LIEBE“, „Menschliche Welt“ und „Die Humanisten“.

Falten, bügeln, kneten

Und dann werde ich mich schließlich für einen Bewerber entscheiden und mein Kreuzchen machen. Bestimmt. Aber damit ist die Nummer noch nicht durch. Denn anschließend, so bittet mich das Wahlamt der Stadt, soll ich meinen Stimmzettel in einen blauen Umschlag stecken. Was einigermaßen schwierig werden dürfte. Denn wenn ich den ellenlangen Stimmzettel wieder so falte, wie bei mir angekommen ist, hat der Lappen ein Maß von 21 x 10 Zentimer, während der blaue Umschlag 16 x 11,5 Zentimeter misst. Ich fürchte, die Prozedur ist ohne Bügeleisen, Schraubzwingen oder Buchpressen kaum hinzubekommen. Was hat sich wer dabei gedacht? Briefwähler abschrecken, weil das Ganze für die Verwaltung doch eine eher arbeitsintensive Prozedur darstellt? Möglich. Aber ich vermute, da hat sich mal wieder keiner nix dabei gedacht und für die Wahl der Formate von Stimmzettel und Umschlag waren schlicht unterschiedliche Behörden und Sachbearbeiter zuständig. Die hätten natürlich mal miteinander sprechen können. Haben sie aber nicht. Hat sich einfach nicht so ergeben. Irgendwie.

Text: Reinhard Lüke

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