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Sport

Hurra, hurra, der Ball ist da!

Dienstag, 20. Mai 2014 | Text: Stefan Rahmann | Bild: Stefan Rahmann

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Der Fortuna Köln-Präsident Klaus Ulonska hat aufregende Wochen hinter sich. Aber jetzt fällt die Anspannung von ihm ab. Fortuna ist Meister und spielt um den Aufstieg in die 3. Liga. Wir sprachen mit dem Präsidenten über neue Perspektiven und alte Geschichten.

 

Meine Südstadt: Herr Ulonska, wie nervenaufreibend haben Sie die letzten Wochen erlebt?
Ulonska: Ich habe immer an die Mannschaft geglaubt. Aber natürlich wäre es mir lieber gewesen, wir hätten den Matchball früher verwandelt. Schließlich hatten wir lange Zeit einen komfortablen Vorsprung in der Tabelle. Aber zum Schluss hat es die Mannschaft noch einmal sehr spannend gemacht. Ich danke dem Team aus Mönchengladbach, das sich gegen Lotte reinhängt hat. Die Meisterschaft ist das Ergebnis einer tollen Gesamtleistung des Teams unter Trainer Koschinat.

Jetzt geht es gegen die Zweite von Bayern München. Ein klangvoller Name.
Ulonska: Das stimmt. Aber die großen Stars spielen in dieser Mannschaft natürlich nicht. Ein Robben oder ein Götze werden nicht im Südstadion auftauchen. Da spielt dann ein Patrick Weiser. Spieler dieser Qualität haben wir bei uns auch. Wir können den Aufstieg schaffen. Und mit unserer Mannschaft können wir auch in der dritten Liga bestehen. Von Mittelfeld bis kurz vor Abstieg wäre da alles drin.

 
Herr Ulonska, was würde der Aufstieg für die Fortuna bedeuten?
Ulonska: Zunächst einmal hätten wir hier tolle Spiele. Die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund würde kommen. Und Traditionsvereine wie Preußen Münster, MSV Duisburg oder VFL Osnabrück. Außerdem würden wir bundesweit in jeder Zeitung stehen. Darüber hinaus könnten wir die Investoren enger an uns binden. Und wir würden eine knappe Million Euro aus den Fernsehgeldern einnehmen, denn die Sportschau überträgt ja samstags Spiele aus der 3. Liga.

Was müsste nach einem Aufstieg verändert werden?
Ulonska: Für die 3. Liga bräuchten wir eine neue Sicherheitszentrale über der Pressetribüne. Auch das Flutlicht muss verbessert werden. Aber wir bekämen eine gewisse Karenzzeit, um den Vorschriften zu genügen. Die Stadt und Hans Rütten, Kölns Sportstättenchef, haben signalisiert, dass man uns nicht hängen lassen wird. Wissen Sie, wenn Sie in Köln keinen kennen oder keinen, der einen kennt, werden Sie immer Zweiter werden.
 

Die Entwicklung der Fortuna muss doch ein Traum sein, wenn man bedenkt, wo der Verein vor zehn Jahren stand.
Ulonska: Da haben Sie recht. Damals ging es uns wirklich schlecht. Wir mussten die erste Mannschaft ja im Januar 2005 vom Spielbetrieb abmelden. Damals haben uns drei Leute geholfen, die ich hier mal nennen möchte. Mein Schwiegersohn Patrick Adenauer, der damalige Oberbürgermeister Fritz Schramma und Wolfgang Overath. Der FC hat auf Initiative von Overath ein Benefiz-Spiel gegen uns ausgetragen. Das hat uns 90.000 Euro gebracht. Dann habe ich viele Bettelbriefe geschrieben und dann ging es langsam aufwärts. Wir konnten uns mit dem Finanzamt auf eine vernünftige Regelung einigen. Und einige Gläubiger haben auf Geld verzichtet. Dann hieß es beim Verband „Wenn dä Ulonska dat mäht, müsse mir dem helfe.“ Und dann ging es langsam bergauf. Vor allem natürlich, weil unser Investor Michael Schwetje eingestiegen ist. Ohne den geht hier seit Jahren nichts.

Wie haben Sie es danach geschafft, den Verein zu konsolidieren?
Ulonska: Ich habe weitere Sponsoren gesucht. Ich bin eigentlich bei jedem Besuch einer Firma, bei dem ich für die Fortuna etwas erreichen wollte, vom Chef empfangen worden. Dann hat der mich verwiesen an einen Mitarbeiter, der für meine Anfrage zuständig war.

Dabei hat Ihnen sich Ihr Bekanntsheitsgrad geholfen.
Ulonska: Bestimmt. Ich habe ja auch schon einiges gemacht in meinem Leben. Ganz früher bin ich mal ein bisschen gelaufen (Er gewann bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 1962 in Belgrad die Goldmedaille mit der 4-mal-100-Meter-Staffel; Anmerkung der Redaktion), ich habe mit Manfred Germar 20 Jahre lang das ASV-Sportfest organisiert, ich war Jungfrau im Kölner Dreigestirn, ich habe für die CDU im Stadtrat gesessen. Und ich bin Präsident des Kölner Eis Klubs. Dort betreibt man beispielsweise Eistanzen.

Sönke Wortmann ist Fan der Fortuna. Er kann in seinem Büro den Jubel hören, wenn Ihre Mannschaft ein Tor schießt.
Ulonska: Extrem wichtig für unsere Entwicklung war natürlich Dirk Stoeveken mit seiner Idee „Dein Fußballclub“. Sönke Wortmann hat damals die Schirmherrschaft übernommen. Für eine Mitgliedsbeitrag von 39,95 Euro sollte man über die Belange des Vereins, aber auch Spielereinkäufe und so weiter mitbestimmen dürfen. Wir hatten damals über 10.000 Mitglieder. Auf Dauer war die Idee nicht durchzuhalten, weil sich natürlich kein Trainer oder Spieler ins Portemonnaie gucken lassen wollte. Aber wir haben Geld eingenommen. Ohne „Dein Fußballclub“ wäre der rasante Aufstieg der Fortuna nicht möglich gewesen.

Wie sieht die finanzielle Lage im Moment aus?
Ulonska: Wir haben keine Schulden. Darauf sind wir stolz. Alle, die bei uns in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind, arbeiten ehrenamtlich. Bei der Fortuna ist viel auf Danke abgestimmt. Ich glaube aber auch, dass ich es auf meine Art schaffe, sehr viele Leute dafür zu begeistern, für die Fortuna etwas zu tun. Schauen Sie doch mal, wenn ich vor dem Anpfiff mit der Ball-Spendenbüchse auftauche. Dann rufe ich „Guten Tag allerseits. Hurra, hurra, der Ball ist da“, laufe durch die Reihen und freue mich über zehn Cent genauso wie über 100 Euro. Kindern und den Damen gebe ich zum Dank die Hand.

Wie lange werden Sie dem Verein als Präsident zur Verfügung stehen?
Ulonska: Bis dass ich 75 bin. Dann höre ich auf. Das wird in drei Jahren sein. Noch könnte ich mir für die Fortuna aber nicht vorstellen, dass ich gehen kann.

Und wenn Sie in die zweite Liga aufsteigen?
Dann mache ich weiter bis 80.
 

Herr Ulonska, vielen Dank für das Gespräch.

Text: Stefan Rahmann

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