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Umwelt

Initiative Stadtoasen: Sachsenring soll Radweg werden

Montag, 23. November 2015 | Text: Stefan Rahmann | Bild: Tamara Soliz

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Die Grünflächen zwischen Humboldt-Gymnasium und Sachsenring, von der Waisenhausgasse bis zur Ulrichgasse, sind fast so groß wie der Stadtgarten. Aber möchte sich jemand vorstellen, inmitten des vierspurigen Autoverkehrs einen Grill hinzustellen und die Picknickdecke auszurollen? Wohl kaum. Dabei war dort, wie an vielen Stellen der Stadt, alles einmal ganz anders. Vor 100 Jahren traf man sich dort zum Flanieren. Lassen wir einen Zeitgenossen zu Wort kommen: „Gleich beim Betreten des Sachsenrings hört der aufmerksame Beobachter das Murmeln einer Quelle, die er bald aus einem künstlichen Felsen hervorspringend entdeckt. Dieser Quell speist einen kleinen mit Goldfischen belebten Teich, in dessen Mitte eine kleine Fontäne – ein wasserspeiender Kranich – für etwas Abwechslung sorgt.“

Zahlreiche Bäume säumten die Spazierwege. Die Lindenallee ist zwischen den Ringen noch erhalten. Und blühende Beete leistete die Stadt sich damals auch. Eigentlich sollten die Ringe entlang der alten Stadtmauer vom Ebertplatz bis zum Rheinauhafen als Grünflächen vorgehalten werden. Am Ubierring bekommt man eine Ahnung, wie man sich das damals vorgestellt hatte. Doch dann musste Köln autogerecht werden und die Grünflächen wurden geopfert. Oder von Straßen wie dem Sachsenring und dem Kartäuserwall durchzogen.

Skulptur eines oberstrammen Nazis

Das ist jetzt so, muss aber deshalb nicht zwingend so bleiben. Die Initiative „Stadtoasen“ hat sich die Aufwertung innerstädtischer Parks und Plätze zur Aufgabe gemacht und Ideen für die Grünanlage Sachsenring entwickelt. Ute Becker, Dr. Henriette Meynen und Barbara Naraghi von der Initiative stellten ihre Pläne jüngst im Haus der Architektur vor. Spektakulär: Der zweispurige Sachsenring in Richtung Zülpicher Platz wird für den Autoverkehr gesperrt und als Grünfläche mit Radweg ausgewiesen. Der Sachsenring in Richtung Chlodwigplatz soll dann in beide Richtungen befahrbar sein. „In Richtung Norden ist der Verkehr eigentlich nicht besonders stark“, hat Ute Becker festgestellt. Also könnten die Autos in Höhe Ulrichgasse auf den Sachsenring in Richtung Chlodwigplatz wechseln, um an der Eifelstraße/Waisenhausgasse auf den Salierring zu verschwenken, auf dem alles beim Alten bleibt. „Der zwischen der Lindenallee und den Straßenbahngleisen liegende landschaftsartige Teil der Grünanlage mit der Diana und der in den 1950er Jahren gepflanzten Schnurbaumgruppe ist bisher nicht über Wege erreichbar. Ein neu angelegter geschwungener Weg soll diesen Teil der Grünanlage für Spaziergänger erschließen“, schlägt Dr. Meynen vor. Die Straßenbahn möchten die Stadtoasen-Planerinnen hinter einer Hecke verschwinden lassen. Die Diana, eine Skulptur von Fritz Behn, soll restauriert werden und besser zur Geltung kommen, indem der neue Weg halbkreisförmig um die Skulptur geführt wird. Wermutstropfen: Der Künstler war ein oberstrammer Nazi. Noch ist ungeklärt, warum die Diana in den 50er Jahren in diesem quasi nichtöffentlichen Teil einer vernachlässigten Grünanlage „entsorgt“ wurde. Wahrzunehmen eigentlich nur im Vorbeifahren aus der Straßenbahn heraus.

Störende Bäume ersetzen

Der Rest der ehemaligen Stadtmauer, wo die Blauen Funken ihr Domizil gefunden haben, soll optisch aufgewertet werden. „Wünschenswert ist, den Zusammenhang zwischen den Bestandteilen der Stadtbefestigung, Mauer und Ulrepforte wieder erlebbar zu machen“, erklärt Ute Becker. Dafür sollen Gehölze ausgelichtet werden und störende Bäume durch niedere, den Verkehrslärm von der Ulrichgasse dämmende Anpflanzungen ersetzt werden. An den Verlauf der alten Stadtmauer sollen „skulpturale Elemente“ erinnern. Rechteckige Steine, auf denen man auch sitzen kann. All das ist nach Meinung der Initiative Stadtoasen mit relativ wenig Geld zu realisieren. Aber es gibt noch ein Problem: Der Masterplan von Albert Speer sieht vor, dass die Grünfläche entlang des Kartäuserwalls bebaut wird. Investoren könnten glücklicher nicht sein: Parkadressen mitten in der Innenstadt. Noch ist nichts entschieden. Ute Beckers Bewertung dieser Pläne überrascht nicht wirklich: „Das wollen wir verhindern.“
 

Text: Stefan Rahmann

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