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Lükes Liebes Leben

Jesus von Chuck Norris erschossen!

Montag, 13. April 2015 | Text: Reinhard Lüke

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Die Bauarbeiten unter meinem Fenster, von denen ich letztens berichtete, gehen voran. Oder vielleicht sollte ich besser sagen: Sie gehen weiter. Nachdem die Jungs vor Wochen einen langen Schacht gegraben, darin irgendwelche Rohre verlegt, das Ganze danach zugeschüttet und schließlich auch die Pflasterscheine wieder ordentlich eingesetzt hatten, gab´s vor ein paar Tagen erneut mächtig Radau. Schau´ ich aus dem Fenster und sehe, dass sie emsig dabei sind, just an derselben Stelle das Pflaster wieder aufzureißen und abermals ein tiefes Loch zu buddeln. Wenig später klingelte ein Mann im schmucken roten Overall an meiner Haustür und erklärte, er komme von RheinEnergie und müsse mal in den Keller. Ans Gas. Kein Problem. Auf meine Frage, warum er nicht bereits vor Ostern ans Gas gemusst hätte, als das Loch schon einmal dagewesen sei, zuckte er nur mit den Schultern, brachte aber dann doch noch einen fast kompletten Satz hervor: „Weiß ich nix von.“

Vermutlich liege ich völlig falsch, aber ich kann mich inzwischen schwerlich von der Vorstellung freimachen, dass dieser Halbsatz eine gewisse Symptomatik für die gesamte Planung dieser Unternehmenung hat. Wrde mich jedenfalls nicht wundern, wenn demnächst ein Blaumilchkanal die Buschgasse ersetzten sollte, Frau oder Herr Bürgermeister die neue Wasserstraße feierlich eröffnet, die Südstadt als Kölns Venedig preist und der WDR die Sause live überträgt. Bekomm´ ich dann als Anwohner von der Stadt eine Gondel oder wenigstens ein Schlauchboot gestellt? Wobei mir jetzt irgendwie einfällt, dass ich noch immer auf das erste Hochwasser seit Inbetriebnahme des Rheinauhafens warte. Nicht, dass ich den Siedlern auf diesem Areal Böses wünschte, aber mich würde doch mal ineressieren, wie die Anlage unter Flutbedingungen funktioniert.

Das mit den Hase und die Eier
Ostern war. Auferstehung gefeiert, Eier gesucht, gelegt oder zumindest versteckt? Nö. Nichtmal ein Karnickel gebraten. Muss nicht mehr sein. Junior ist längst aus dem Alter raus und ich persönlich konnte den österlichen Ritualen ohnehin nie viel abgewinnen. Aber für alle, die in den vergangenen Wochen dies und das gefastet haben, wird es vermutlich erhebend gewesen sein. Ich für meinen Teil habe mich hemmugslos der Scherzkultur hingegeben und über Dinge gelacht, die natürlich total unter meinem Niveau sind. Aber lustig. Als Hollywoods Hau-drauf-Veteran Chuck Norris letztens 75 wurde, gab´s natürlich wieder die große Witze-Welle auf allen Kanälen. Die meisten tumb und mit ganz langen Bärten, aber einen fand ich dann doch amüsant. „Wie viele Liegestütze schafft Chuck Norris? Alle!“

Dann hab´ ich im Pantoffelkino ein paar dieser dümmlichen Straßenumfragen gesehen, wie sie Stefan Raab regelmäßig vorführt. Schon klar, dass die Dämlacks, die sich da zum VollHorst machen, nicht den Bevölkerungsquerschnitt repräsentieren und man bisweilen hunderte von Passanten befragen muss, um ein paar sendefähige Debil-Antworten zu erhalten. Trotzdem manchmal lustig. Klassiker: „Was feiern wird an Ostern?“ Erste Antwort eines coolen Typen jüngerer Bauart „Das mit den Hase und die Eier, is´ doch klar!“. Besser wusste es ein junges Fräulein: „Ostern ist für die Christen der Tag, an dem Jesus erschossen wurde.“ Genau. Vermutlich von IS-Dumpfbacken mit Kalaschnikows. Muss aber schon zwei, drei Jahre her sein. Sonst man sich doch noch an die Bilder in der „Tagesschau“ erinnern. Ich persönlich würde ja immer gern wissen, wie viele dieser kundigen Zeitgenossen qua folkloristischer Entscheidung ihrer Eltern christlich getauft sind. Aber das wird nie gefragt. Zu Pfingsten führen solche Kurzinterviews regelmäßig zu noch weit abstruseren Ergebnissen.

Der Dino springt nicht an
Noch so eine Passanten-Befragung. Diesmal ohne Jesus, Hasen und Eier. Ob sie schon gehört habe, so der Umfrager zu einer mittelalten Dame in irgendeiner Fußgängerzone, dass Steven Spielberg an einem weiteren Sequel von „Jurassic Parc“ arbeite. Nein, habe sie nicht, erklärte die Frau und zeigte sich an der Thematik auch nicht sonderlich interessiert. Als der Interviewer nachsetze und sie wissen ließ, dass dafür wahrscheinlich wieder vier bis fünft Dinosuarier ihr Leben lassen müssten, zeigte sich die Passantin jedoch hellwach.: „Wie? Da sollen echte Tiere getötet werden? Nur für einen Film?!“, machte sie ihrer Empörung Luft. Das sei ja wohl ein Skandal. Ob sowas denn erlaubt sei und was denn der Tierschutz dazu sage. Vermutlich nix, gute Frau. Geanau so, wie alle Menschenrechts-Organisationen (und auch die Kirchen!) 1997 feige geschwiegen haben, als für „Titanic“ über 300 Menschen im eiskalten Atlantik ersäuft wurden.

Einen hab´ ich noch. Dieses hinreißende Amateur-Video mit einem rüstigen Rentner, der (vermutlich zum ersten Mal in seinem Leben) einen Staubsauger in Betrieb zu nehmen versucht. Für den Fall, dass es irgendwer auf den gängigen Plattformen noch nicht geklickt haben sollte, der Film in Worten. Beim Sauger handelt es sich um ein sogenanntes Schlittenmodell, das sich vom Handstaubsauger insofern unterscheidet, dass Motor und Beutel sich in einer Art Wägelchen befinden, das man bei der Reinigungsarbeit hinter sich her zieht. Als besondere Komforteinrichtung verfügen die meisten dieser handelsüblichen Modelle obendrein über eine automatische Kabelaufwicklung. So auch das Gerät des betagten Herrn.

Also, Helmut -ich nenn´ ihn jetzt mal einfach so- beugt sich zu der Maschine hinunter, fingert den Stecker aus dem Schacht, zieht ihn ein Stück weit hervor und beginnt dann, mit ruckartigen Bewegungen an dem Kabel zu reißen, das nach jedem Versuch natürlich wieder zurück schnurrt. Was Helmut nicht weiter irritiert. Nur, dass die verdammte Kiste auch nach mehrmaligen Versuchen einfach nicht anspringen will, bereitet ihm zunehmend Verdruss. Ich gestehe, ich habe ein paar Sekunden gebraucht, um zu kapieren, was der gute Mann mit seinen rätselhaften Handgriffen überhaupt bezweckt. Logisch, er hält das Stromkabel für einen Startseilzug, wie er ihn von seinem Rasenmäher kennt und wundert sich, warum das blöde Ding nicht anspringt. Schöne Vorstellung, mit Benzin getriebenen Sauger im Wohnberech herum zu tuckern. Aber vielleicht hat dieses Video auch einen üeraus tragischen Subtext. Die geliebte Gattin ist unlängst verstorben und der trauernde Witwer sieht sich nun zum ersten Mal in seinem Leben mit schnöder Hausarbeit konfrontiert. Und wer in aller Welt war so kaltherzig, seine Anstrengungen zu filmen, statt ihm helfend zur Hand zu gehen? Relevante Fragen. Haben mich jetzt aber nicht so interessiert. War schließlich Ostern.

Text: Reinhard Lüke

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