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Sport

Kloppo Trainer beim FC? Es hat nicht viel gefehlt vor ein paar Jahren

Mittwoch, 29. Mai 2019 | Text: Stefan Rahmann | Bild: Stefan Rahmann

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Die Relegationen sind gespielt, die Saison ist zu Ende. Der FC ist auf-, die Fortuna abgestiegen. Ein großes Sommerturnier steht nicht an. Bis auf die Frauen-WM. Die Bundesliga startet erst Mitte August wieder. Was tun bis dahin? Bleibt eigentlich nur, über Fußball zu reden. In aller Ausführlichkeit tat man das bei – der Name ist Programm – „Loss mer schwade“ im „Volksmund“ an der Vorgebirgsstraße. Moderator Martin Schlüter begrüßte in einer ersten Runde Ex-Fortuna-Köln-Kult-Trainer Uwe Koschinat, Ex-FC-Manager Michael Meier und Ex-press-Sport-Reporter Alexander Haubrichs, der seit seiner Kindheit mit dem Geißbock per Du ist. Koschinat warf einen Blick zurück. „Ich musste nach Sandhausen gehen. Sonst ist man irgendwann nicht mehr auf dem Markt. Dann denken alle: Der Koschinat kann und will nur Fortuna.“ Einige hätten das nicht verstanden. „Die hatten vergessen, dass ich ein angestellter Trainer bin und nicht hauptberuflicher Teil der Fan-Szene.“ Der Abnabelungsprozess von der Fortuna habe nicht lange gedauert. „Ich konnte ja nicht den Schritt in die 2. Liga wagen und emotional in der Südstadt bleiben.“

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In seinem Vertrag habe gestanden, dass er bei einem Angebot von einem höherklassigen Verein gehen dürfe. Kontakte zu Sandhausen habe es schon vor zwei Jahren gegeben. Damals habe er aber eine ganz neue Mannschaft zusammengestellt, die er nicht im Stich lassen wollte. „Für meinen Nachfolger war es natürlich brutal, die ersten Spiele so hoch zu verlieren.“ Zum Saisonende sei es der Fortuna nicht gelungen, aus überlegen geführten Spielen die Punkte mitzunehmen. „Die Mannschaft war auch zu oft in Unterzahl. Die kannte ich eigentlich als faire Truppe. Aber zum Schluss haben sie gefühlt jedes Spiel mit zehn Mann beendet.“ Den Fortuna-Investor Michael Schwedje nannte Koschinat einen Ehrenmann. „Der Klub geht schuldenfrei in die Regionalliga.“ Die Fortuna verfüge über einen breiten Sponsorenpool, der es möglich mache, auch in der nächsten Saison eine konkurrenzfähige Mannschaft auf den Platz zu schicken. Aber: „Die Regionalliga ist eine harte Liga.“ Express-Mann Haubrichs wünschte der Fortuna, „dass sie so schnell wie möglich Boden unter die Füße bekommt“.

Ins Bodenlose durchgereicht

Er erinnerte an Eintracht Trier, seinen Heimatverein, der nach dem Abstieg aus der 2. Liga durch mehrere Ligen in Bodenlose gereicht wurde. Koschinat – „Was bleibt mir übrig?“ – beglückwünschte Viktoria Köln zum Aufstieg in Liga 3. „Aufgrund ihrer sportlichen Qualität ist die Meisterschaft verdient.“ Er glaubt, dass die Viktoria ein „ziemlich ambitionierter Drittligist“ sein wird, der angesichts der finanziellen Möglichkeiten von Groß-Sponsor Franz-Josef Wernze den Aufstieg in die 2. Liga anpeilen werde. „Die wollen ganz bestimmt nicht mittelfristig im Mittelfeld der 3. Liga landen.“

Alexander Haubrichs, Martin Schlüter und Michael Meier (v.l.) hören Uwe Koschinat zu.

Michael Meier hatte einige Überraschungen aus der Kaderplanung während seiner FC-Zeit mitgebracht. Er hat zum Beispiel mal mit Torwart Manuel Neuer verhandelt, der damals bei Schalke vierter oder fünfter Torwart war. „Nach dem zweiten Gespräch habe ich ihn gefragt: ,Du bist Schalker und willst eigentlich für Schalke in der Bundesliga spielen, oder?‘ Da hat er genickt und gesagt, dass das sein Traum sei.“ Und aus der Traum für den FC. Der ist laut Meier „ein unruhiger Klub in einer unruhigen Stadt mit einem unruhigen Publikum“. Den Abstieg nannte Meier „logisch nicht nachvollziehbar“, der Aufstieg in die 1. Liga sei hingegen programmiert gewesen. Aber: „Es wird schwierig in der Bundesliga.“ Laut Koschinat war der FC in der 2. Liga unfassbar unterfordert. „Da haben sie dann lässig gespielt und Spiele verloren. Dann haben sie aber mit ihrer individuellen Klasse immer wieder die Kurve gekriegt.“

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Der Klub habe, so Meier, angesichts der Abstiege ins Fußball-Unterhaus Demut gelernt. Das sei bei seinem Einstieg beim FC ganz anders gewesen. „Da steckte in jeder Kachel der Dusche das Erfolgsgen. Der Verein verströmte eine elitäre Arroganz. Wir waren erfolgreich, aber unbeliebt. Auch in der Südstadt. Da hatte man ja auch noch die Fortuna.“ Der Pokalsieg gegen die damals zweitklassigen Südstadt-Legenden 1983 sei eine Katastrophe gewesen. „Wir hatten ein Heimspiel. Aber die Fortuna war wirklich besser.“ Danach habe man den Trainer entlassen. Heute sei der FC viel tiefer in der Kölner Bevölkerung verankert. Das sei unter dem damaligen Präsidenten Peter Weiand ganz anders gewesen. „Mitglieder? Der brauchte keine Mitglieder.“ Man habe mit Litbarski, Schumacher Allofs und anderen eine tolle Mannschaft gehabt. „Aber wenn nicht die Bayern oder Gladbach kamen, haben wir im Schnitt vor 14.000 Zuschauern gespielt.“ Meier gab auch einen Einblick in seinen Abschied vom FC 1987.

Udo Lattek wurde Sportdirektor

„Damals holte man Udo Lattek als Sportdirektor. Den hätte ich als Trainer akzeptiert. Als Sportdirektor hätte er Einfluss auf meinen Kompetenzbereich gehabt. Ich habe ihm gesagt, dass er noch nicht nachgewiesen habe, dass er den Job könne. Das stimmt, habe Lattek eingeräumt, und gesagt: ,Ich komme trotzdem‘.“ Danach habe er die Trainer-Legende noch ein halbes Jahr eingearbeitet, den FC danach verlassen und gedacht: „Wird schon was kommen.“ Kam aber nix: „Und dann kam Leverkusen.“ Dort arbeitete Meier bis 1989 und wechselte dann zu Borussia Dortmund, wo er bis 2005 blieb. Dem schlossen sich noch einmal fünf Jahre beim FC an. Damals wäre beinahe Jürgen Klopp als Trainer zum FC gekommen. „Es war unklar, ob Christoph Daum bei uns bleibt. Wäre der gegangen, hätten wir 2008 mit Jürgen Klopp wohl ernsthaft verhandelt.“ Der feierte dann später zwei Meisterschaften mit den Dortmundern.

Dr. Carsten Wettich, Alexander Haubrichs, Martin Schlüter, Thomas Lambertz und Michael Wurzer (v.l.) im Gespräch.

Haubrichs machte den Einzug des FC in den Europapokal vor zwei Jahren mitverantwortlich für den Abstieg im vergangenen Jahr. „Jeder wollte im Erfolg die meiste Sonne abbekommen.“ Das habe zu Querelen zwischen den handelnden Personen geführt. Aber jetzt gelte es, nach vorn zu blicken. Das tat Dr. Carsten Wettich, Vorsitzender des Mitgliederrates beim FC. Jetzt wird man erstmal das neue Vorstandsteam wählen und möglichst viel Ruhe in den Verein einkehren lassen. „Es wird eine spannende und schwere Saison“, warf Wettich einen Blick in die Zukunft. „Wir wollen den Abstieg verhindern. Um mehr geht es nicht. Wir spielen wahrscheinlich unter dem neuen Trainer Achim Beierlorzer nicht ganz so aggressiv wie unter Markus Anfang. Wir werden vielleicht weniger Tore schießen, aber auch weniger bekommen.“ Haubrichs nannte Vereine, die man in der 1. Liga hinter sich lassen „muss“: Union Berlin, Paderborn, Augsburg und natürlich Düsseldorf. „Da sind wir wirtschaftlich eine ganz andere Nummer.“ Aber: „Die Mannschaft ist nicht einfach. Da spielen Leute, die sich sagen: ,Warum soll ich die ganze Zeit die Gegenspieler anlaufen? Gut stehen reicht auch‘.“

Achim Veh in der Kritik

In der Kritik stand auch Sportdirektor Achim Veh. „Wir haben einen Sportdirektor, der eigentlich nicht bei uns sein will. Der erklären möchte, aber nicht diskutieren“, erklärte FC-Fan Michael Wurzer emotional unter Hochdruck. „Ist Veh in der Lage und willens, einen optimalen Kader zu planen?“ Spieler wie Horn, Hector und Höger müssten endlich wieder Führungsqualitäten zeigen. „Die sind unter dem Motto ,Durch et Füer‘ mit uns in die 2. Liga gegangen. Das war aber eher ein Lagerfeuerchen. Und nach dem Aufstieg kriegen die auch noch Extrakohle.“ Es geht weiter. Immer weiter. Ein unruhiger Verein eben. Mit einem unruhigen Publikum.

Text: Stefan Rahmann

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