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Gesellschaft

Mein Ehrenamt beim Kinderhospiz

Donnerstag, 23. September 2010 | Text: Gastbeitrag | Bild: Dirk Gebhardt / digitale Montage

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Tja, ein Ehrenamt. Gerne möchte ich da etwas machen. Eigentlich kommt ja kaum einer, der Kinder hat, drum herum auch ehrenamtlich tätig zu sein. Förderverein, Sommerfest-Vorbereitungen, Flohmarkt organisieren, Spendenaktionen planen undsoweiter. Jeder kann da wohl ein Lied von singen. Doch da gibt es ja noch das „richtige“ Ehrenamt (schade, dass nicht alles gleichwertig gesehen wird), Mitarbeit bei der „Tafel“, Mithilfe für „Hövi“-Land… – alles gute und wichtige Dinge. Ich habe mich für den Kinderhospizverein entschieden. Warum?? Tja, das kann ich so genau auch gar nicht beantworten. Ich wollte etwas, gefühlt, wirklich Sinnvolles tun. Als ob das andere nicht sinnvoll wäre…

Der Kinderhospizverein hat mich gereizt, da er sich mit dem Tabuthema „Kind und Tod“ auseinander setzt. Eine, wie ich manchmal als Vierfach-Mutter finde, gewagte Herausforderung für mich und natürlich auch für meine Familie. Durch meine Tätigkeit dort hielt auch das Thema Tod Einzug in unser Haus. Viele Fragen kamen bei meinen Kindern auf. Gerade, weil im Verein Kinder sterben werden. Eine Herausforderung, die ich während meiner vierten Schwangerschaft nicht mehr bewältigen konnte.

Ich finde es generell sehr spannend, wie mein Umfeld auf diese Tätigkeit reagierte. Von „echt, das kannst Du“ bis „Du hast doch selber genug Kinder, um die Du Dich kümmern musst“ war alles dabei. Häufig reagierten die Menschen allerdings sehr betroffen und sprachlos.

Sprachlosigkeit, das ist in der Tat etwas, das ich auch von mir kenne. Mich macht es manchmal sprachlos, wie viel Fröhlichkeit in den Familien, die wir begleiten, zu finden ist. Hier ist niemand „dauertraurig“ oder „kreuzunglücklich“. Klar, das sind natürlich Gefühle, die immer mal wieder aufkommen, gerade, wenn ein Kind eine Lungenentzündung bekommen hat und mal wieder ganz knapp am Tod „vorbeischrappt“. Dann geht es auch uns Mitarbeitern im Verein schlecht, und wir alle bangen und hoffen, dass das Kind nicht schon jetzt sterben muss.

Was ich gelernt habe ist, dass die betroffenen Familien als „normale“ Menschen wahrgenommen werden wollen. Niemand ist „dauerbetroffen“, und alle wünschen sich, dass keiner die Straßenseite wechselt, bloß, weil man mit dem erkrankten Kind spazieren geht. Dies ist ein Erlebnis, von dem fast alle Familien aus dem Verein berichten können.

Zur Tätigkeit an sich: Ich selber war bei einer allein erziehenden Mutter mit zwei Kindern (eins gesund, eins krank) eingesetzt. Ich habe mich hauptsächlich um das gesunde, jüngere Geschwisterkind gekümmert. Meine Tätigkeit war sehr praxisnah ausgerichtet. Bring- und Holdienst vom Kindergarten, zum Schwimmen, Begleitung in den Zoo, Spielen, während die Mutter den kranken Bruder im Pflegeheim besucht hat etc. Ich habe mich gefreut, dass ich den Alltag der Mutter und des Kindes zumindest punktuell etwas erleichtern konnte. Auch heute noch haben wir Kontakt, auch wenn ich derzeit, der Geburt meines vierten Kindes wegen, aus der Begleitung ausgestiegen bin.

Und was habe ich nun davon? Ganz pädagogisch betrachtet: Meine Familie hat keine Angst mehr vor, zumindest, dem Thema Tod. Ich habe immer noch wahnsinnigen Respekt und auch manchmal Scheu davor, mit betroffenen Familien in Kontakt zu treten. Der oben genannten Sprachlosigkeit wegen. Aber die Situation ist mir nicht mehr so fremd.  Ich habe gefühlt, dass so einfache Dinge, wie ich sie geleistet habe, freudig angenommen werden.

Und ich habe ganz existenziell gespürt, dass ich manchmal schlicht dankbar sein sollte, ob des Glücks, welches meine Familie und ich haben.
 

Sabine Klefenz-Ley


 

MEINE SÜDSTADT bat die Autorin, anlässlich des Kölner Ehrenamttages am Sonntag für unsere Seite über ihr Ehrenamt im Kinderhospiz zu schreiben. Sabine Klefenz-Ley ist Mutter von vier Kindern und Gründerin des FKS Instituts.
 

Text: Gastbeitrag

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